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Shalom – jüdisches Leben heute!


Film und Fernsehen

Ein jüdischer Segen als Begrüßungs-Ritual: In der Sciene-Fiction-Serie „Star Trek“ (in Deutschland: „Raumschiff Enterprise“, gesendet ab 1972) spielte Leonard Nimoy den vulkanischen Offizier „Spock“

Ein jüdischer Segen als Begrüßungs-Ritual: In der Sciene-Fiction-Serie „Star Trek“ (in Deutschland: „Raumschiff Enterprise“, gesendet ab 1972) spielte Leonard Nimoy den vulkanischen Offizier „Spock“ © picture alliance / PictureLux/The Hollywood Archive / The Legacy Collection

Ein jüdischer Segen als Begrüßungs-Ritual eines Hauptdarstellers in einer TV-Serie? Im deutschen Fernsehen? Das könnte heute sicher vorkommen, wenn TV-Macher sich für jüdisches Leben interessieren würden. 1966 geschah das eher unbemerkt: In der Sciene-Fiction-Serie „Star Trek“ (in Deutschland: „Raumschiff Enterprise“, gesendet ab 1972) spielte Leonard Nimoy den vulkanischen Offizier „Spock“. Zum Auftakt der zweiten Staffel gab es eine einzige Folge, die laut Drehbuch auf dem Planeten Vulkan spielte, Spocks Heimat – und für diese dachte sich Nimoy eine besondere Geste aus, mit der die Vulkanier*innen grüßen: Die flache Hand wird erhoben, Zeige- und Mittelfinger sowie Ringfinger und kleiner Finger bilden jeweils ein Paar, dazwischen entsteht ein V-förmiger Raum. Dazu wird die Grußformel „Lebe lang und in Frieden“ (original: „Live long and prosper“) gesprochen.

So ähnlich (nur mit beiden Händen ausgeführt) hatte Nimoy, Sohn jüdisch-orthodoxer Einwanderer aus der Ukraine, es als Kind in Boston in der Synagoge gesehen und war schwer beeindruckt. Die Geste ist auch auf vielen jüdischen Grabsteinen abgebildet. Sie symbolisiert den hebräischen Buchstaben (Shin), der der erste des Wortes für Gott (Shaddai) ist. So wurde aus dem uralten Aaronitische Segen das bekannteste Gruß-Zeichen aller Science-Fiction-Filme.

Jüdische Alltagshandlungen wie das Grüßen mit „Shalom“, das Tragen einer Kippa, das Berühren des „Türsegens“ Mezuzah beim Betreten eines Raums oder auch das Einhalten des Shabbat, sind im amerikanischen TV und Filmen völlig üblich – in deutschen TV-Serien kommt jüdisches Alltagsleben dagegen praktisch nicht vor. Seit 2015 hat immerhin der „Tatort“ aus Berlin eine jüdische Kriminalhauptkommissarin (Nina Rubin, dargestellt von Meret Becker). Etwas mehr Einblicke in jüdische Lebenswelten erlauben inzwischen extrem erfolgreiche Serien auf dem Streaming-Dienst Netflix. Beispiele sind „Shtisel“, eine israelische Fernsehserie über das Leben einer ultraorthodoxen jüdischen Familie in Jerusalem, oder die deutsche Produktion „Unorthodox“ über eine junge Frau, die sich von einer ultraorthodoxen jüdischen Religionsgemeinschaft in New York trennt und ein neues Leben in Berlin anfängt. Umstritten und hochspannend ist die seit 2015 laufende Serie „Fauda“, in der es um eine israelische Spezialeinheit im Kampf gegen palästinensische Terroristen geht.

Im deutschen Medienbetrieb werden zunehmend die Stimmen junger Jüdinnen und Juden wahrnehmbar, deren Eltern bis 2005 aus der früheren Sowjetunion als „Kontingentflüchtlinge“ nach Deutschland kamen und überhaupt erst eine Renaissance jüdischen Lebens in Deutschland möglich machten; ohne diese rund 220.000 Einwander*innen gäbe es viele deutsche jüdische Gemeinden heute nicht mehr. Ein gutes Beispiel für diese Perspektive ist der Kurzfilm „Masel Tov Cocktail“ (2020, 30 Minuten, Regie: Arkadij Khaet). Die Story in Kurzform: Ein Gymnasiast (Kind jüdischer Zuwanderer aus der Ex-Sowjetunion) bricht einem Mitschüler nach Beleidigungen und Gaskammer-„Witzen“ auf der Schultoiltette die Nase – was Ärger gibt und höchst amüsant ist. Filmbeschreibung der jungen Macher:
Zutaten: „1 Jude, 12 Deutsche, 5cl Erinnerungskultur, 3cl Stereotype, 2 TL Patriotismus, 1 TL Israel, 1 Falafel, 5 Stolpersteine, einen Spritzer Antisemitismus.“

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