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Gesundheit und Soziales


Assistierte Reproduktion
Förderung von Kinderwunschbehandlungen

Mit einem Zuschuss zu den Behandlungskosten unterstützen das Land Nordrhein-Westfalen und der Bund Paare, die ungewollt kinderlos bleiben. Die finanzielle Unterstützung hat zum Ziel, den Zugang zur Reproduktionsmedizin für alle Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch zu erleichtern, wenn nicht zu erwarten ist, dass der Kinderwunsch auf natürlichem Weg erfüllt werden kann.

Durch die gesetzlichen Krankenversicherungen werden Kinderwunschbehandlungen von Ehepaaren nur teilweise, in der Regel zu 50%, finanziert. Es bleibt ein erheblicher von den Ehepaaren selbst zu tragender Kostenanteil. Nicht verheiratete Lebensgemeinschaften erfahren überhaupt keine Förderung ihres Kinderwunsches durch die gesetzlichen Krankenversicherungen.

Durch den Zuschuss von Bund und Land zu den Behandlungskosten wird der von den Ehepaaren und nicht verheirateten Lebensgemeinschaften zu tragende Kostenanteil erheblich reduziert.

Die Förderung kann ab dem 30. August 2019 bei der Bezirksregierung Münster beantragt werden.

Informationen zum Verfahren


Welche Art von Behandlung wird gefördert?

Sie können einen Zuschuss nur für Behandlungen nach Art der In-vitro-Fertilisation (IVF) und der Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) erhalten.

Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) – lateinisch für „Befruchtung im Glas“ –  werden zunächst Eizellen aus den Eierstöcken der Frau entnommen. Außerhalb des Körpers werden sie dann in einer Glasschale mit zuvor gewonnenen Samenzellen zusammengebracht. War die Befruchtung erfolgreich, wird eine, manchmal auch zwei oder drei der befruchteten Eizellen zwei Tage später in die Gebärmutter der Frau eingebracht.

Die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) wird angewendet, wenn Zustand und Beschaffenheit der Spermien für eine Befruchtung nicht ausreichen. Bei der ICSI wird eine Samenzelle direkt in die zuvor aus dem Eierstock entnommene Eizelle injiziert. Die befruchtete Eizelle wird anschließend wieder in die Gebärmutter eingebracht.


Wer kann einen Zuschuss beantragen?

Einen Zuschuss können Ehepaare und auch solche nicht verheirateten heterosexuellen Paare beantragen, die in einer auf Dauer angelegten Lebensgemeinschaft leben.

Beide Ehe- bzw. Lebenspartner müssen mindestens 25 Jahre alt sein.

Die Frau muss zu Beginn der Kinderwunschbehandlung (Tag des ersten medizinischen Behandlungsschritts) jünger als 40 Jahre, der Mann jünger als 50 Jahre sein.

Das Paar muss über einen Hauptwohnsitz im Land Nordrhein-Westfalen verfügen.


Wie häufig kann ein Zuschuss beantragt werden?

Ihnen kann ein Zuschuss für den ersten bis zum vierten Behandlungszyklus bewilligt werden, wenn die Voraussetzungen dafür vorliegen.

Ein nicht vom Land Nordrhein-Westfalen geförderter Behandlungszyklus zählt dabei mit.

Nach der Geburt eines Kindes können erneut die ersten vier Behandlungszyklen einer weiteren Kinderwunschbehandlung gefördert werden.


Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Es dürfen für die Behandlung ausschließlich Ei- und Samenzellen der beantragenden Ehe- bzw. Lebenspartner verwendet werden.

Ein Arzt oder eine Ärztin muss schriftlich feststellen, dass die medizinischen Voraussetzungen für die Behandlung vorliegen und dass eine hinreichende Aussicht besteht, dass durch die Behandlung eine Schwangerschaft herbeigeführt wird.

Ein Arzt oder eine Ärztin muss das Paar über die Behandlung und ihre medizinischen und psychosozialen Aspekte beraten. Dieser Arzt bzw. diese Ärztin darf die Kinderwunschbehandlung nicht selbst durchführen.

Die Kinderwunschbehandlung selbst muss in einer in Nordrhein-Westfalen liegenden Kinderwunschklinik oder bei einem Arzt oder einer Ärztin in Nordrhein-Westfalen durchgeführt werden.

Der Behandlungsvertrag darf erst nach der Bewilligung des Zuschusses unterschrieben werden.


Wo kann der Zuschuss beantragt werden?

Der Zuschuss kann von allen im Land Nordrhein-Westfalen ansässigen Paaren nur bei der Bezirksregierung Münster beantragt werden. Dies betrifft sowohl den Landes- als auch den Bundesanteil der Förderung.


Wie kann der Zuschuss beantragt werden?

Vor Beginn jedes Behandlungszyklus ist zunächst ein Bewilligungsantrag bei der Bezirksregierung Münster zu stellen, aufgrund dessen die Voraussetzungen für den Zuschuss geprüft werden und – bei Vorliegen der Voraussetzungen – der Zuschuss bewilligt wird.

Zugleich wird von der Bezirksregierung ein Bewilligungszeitraum von sechs Monaten festgelegt, innerhalb dessen die Behandlung durchgeführt werden muss.

Nach Abschluss jedes Behandlungszyklus müssen Sie innerhalb von 4 Wochen nach Eingang der letzten Rechnung für diesen Zyklus einen Auszahlungsantrag stellen. Auf diesen Antrag hin wird der Zuschuss ausgezahlt.

Die Förderung kann ab dem 30. August 2019 bei der Bezirksregierung Münster beantragt werden.


Welche Unterlagen sind dem Antrag beizufügen?

Ehepaare, für die eine gesetzliche Krankenversicherung die Behandlungskosten teilweise übernimmt

Für den 1. bis 3. Behandlungszyklus:

  • Angaben zu den Geburtsdaten, zur Eheschließung, zur jeweiligen Krankenversicherung (einschl. Versicherungsnummer)
  • Meldebescheinigungen bzw. Personalausweiskopien beider Partner
  • Der von der gesetzlichen Krankenversicherung genehmigte Behandlungsplan der Kinderwunscheinrichtung oder der ablehnende Bescheid der gesetzlichen Krankenversicherung
  • Ggf. Kostenübernahmeerklärungen anderer Leistungsträger, die die Höhe der in Aussicht gestellten Erstattung ausweisen

Für den 4. Behandlungszyklus:

  • Behandlungsplan der Kinderwunscheinrichtung mit Kostenplan
  • Ärztliche Bescheinigung der Notwendigkeit und Erfolgsaussichten der Behandlung
  • Ggf. Kostenübernahmeerklärungen anderer Leistungsträger, die die Höhe der in Aussicht gestellten Erstattung ausweisen

Ehepaare, für die eine private Krankenversicherung und ggf. eine Beihilfestelle oder ein anderer Leistungsträger die Behandlungskosten teilweise übernehmen

  • Angaben zu den Geburtsdaten, zur Eheschließung, zur jeweiligen Krankenversicherung (einschl. Versicherungsnummer)
  • Meldebescheinigungen bzw. Personalausweiskopien beider Partner
  • Ärztliche Erklärung der Notwendigkeit und Erfolgsaussichten der Behandlung
  • Ärztliche Erklärung über die Beratung über die Kinderwunschbehandlung
  • Behandlungsplan der Kinderwunscheinrichtung mit Kostenplan
  • Kostenübernahmeerklärungen der Krankenversicherung und ggf. der Beihilfestelle/Heilfürsorgestelle oder eines anderen Leistungsträgers, die die Höhe der in Aussicht gestellten Erstattung ausweisen
  • Ggf. der ablehnende Bescheid von Krankenversicherung und ggf. Beihilfestelle/Heilfürsorgestelle

Unverheiratete, heterosexuelle Paare

  • Angaben zu den Geburtsdaten und zur jeweiligen Krankenversicherung (einschl. Versicherungsnummer)
  • Meldebescheinigungen bzw. Personalausweiskopien beider Partner
  • Ärztliche Erklärung der Notwendigkeit und Erfolgsaussichten der Behandlung
  • Ärztliche Erklärung über die Beratung über die Kinderwunschbehandlung
  • Kostenplan der Kinderwunscheinrichtung
  • Kostenübernahmeerklärung der Krankenversicherung und ggf. der Beihilfestelle/Heilfürsorgestelle oder eines anderen Leistungsträgers, die die Höhe der in Aussicht gestellten Erstattung ausweisen
  • Ggf. ablehnende Bescheide von Krankenversicherung und ggf. Beihilfestelle/Heilfürsorgestelle

Wie hoch kann der Zuschuss ausfallen?

Ehepaare

1. bis 3. Behandlungszyklus

  • 50 % vom Eigenanteil
  • Obergrenze pro IVF-Behandlungszyklus 800 €
  • Obergrenze pro ICSI-Behandlungszyklus 900 €

Der Eigenanteil ist der Anteil an den Behandlungskosten, der nach Abrechnung mit der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung sowie ggf. der Beihilfestelle/ Heilfürsorgestelle oder eines anderen Leistungsträgers verbleibt.

4. Behandlungszyklus

  • 50 % vom Eigenanteil
  • Obergrenze pro IVF-Behandlungszyklus 1.600 €
  • Obergrenze pro ICSI-Behandlungszyklus 1.800 €

Der Eigenanteil ist der Anteil an den Behandlungskosten, der nach Abrechnung mit der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung sowie ggf. der Beihilfestelle/ Heilfürsorgestelle oder eines anderen Leistungsträgers verbleibt.

Nicht eheliche Lebensgemeinschaften

1. bis 3. Behandlungszyklus

  • 25 % vom Eigenanteil
  • Obergrenze pro IVF-Behandlungszyklus 800 €
  • Obergrenze pro ICSI-Behandlungszyklus 900 €
  • Zuschlag von 240 € bei IVF und 270 € bei ICSI

Der Eigenanteil ist der Anteil an den Behandlungskosten, der nach Abrechnung mit der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung sowie ggf. der Beihilfestelle verbleibt.

Der pauschale Zuschlag für nicht eheliche Lebensgemeinschaften wird nur gewährt, wenn diese nachweisen können, dass sie keine anderweitige Förderung durch die gesetzliche oder private Krankenversicherung bzw. die Beihilfestelle oder weitere Leistungsträger erhalten.

4. Behandlungszyklus

  • 50 % vom Eigenanteil
  • Obergrenze pro IVF- Behandlungszyklus 1.600 €
  • Obergrenze pro ICSI- Behandlungszyklus 1.800 €

Der Eigenanteil ist der Anteil an den Behandlungskosten, der nach Abrechnung mit der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung sowie ggf. der Beihilfestelle verbleibt.


Wichtig: Welche Reihenfolge ist einzuhalten?

Bitte beachten Sie, dass Sie einen Zuschuss nicht erhalten, wenn Sie einen Behandlungsvertrag vor Zugang des Bewilligungsbescheids schließen und/oder eine Patientenerklärung zwischen dem Arzt oder der Ärztin und der Patientin oder dem Patienten für den jeweiligen Behandlungszyklus abgeben!

  1. Ärztliche Beratung über die Behandlung, insbesondere über die medizinischen und psychosozialen Aspekte durch eine Ärztin, die die Behandlung nicht selbst durchführt, oder einen Arzt, der die Behandlung nicht selbst durchführt.
  2. Einholung einer ärztlichen Erklärung über die Notwendigkeit und die Erfolgsaussichten der Behandlung.
  3. Erstellung eines Behandlungsplans inklusive Kostenaufstellung oder eines Kostenplans durch die behandelnde Ärztin bzw. den behandelnden Arzt der Kinderwunscheinrichtung; aber noch nicht Abschluss eines Behandlungsvertrags.
  4. Einholen der Genehmigung des Behandlungsplans bei der gesetzlichen Krankenversicherung bzw. Einholen der Kostenübernahmeerklärung bei der privaten Krankenversicherung und ggf. der Beihilfestelle/Heilfürsorgestelle oder bei einem anderen Leistungsträger.
  5. Antrag auf Bewilligung des Zuschusses bei der Bezirksregierung Münster.
  6. Zuwendungsbescheid der Bezirksregierung Münster abwarten.
  7. Erst danach: Behandlungsvertrags mit der Kinderwunscheinrichtung abschließen und/oder eine Patientenerklärung zwischen dem Arzt oder der Ärztin und der Patientin oder dem Patienten für den jeweiligen Behandlungszyklus abgeben.
  8. Behandlung innerhalb eines im Zuwendungsbescheid festgelegten 6-Monats-Bewilligungszeitraums.
  9. Rechnungen und Belege über Behandlungskosten bei der Krankenversicherung und ggf. Beihilfestelle/Heilfürsorgestelle oder bei einem anderen Leistungsträger einreichen (sofern die Kostenübernahme erklärt worden ist).
  10. Innerhalb von 4 Wochen nach Eingang der letzten Rechnung für den betreffenden Behandlungszyklus und innerhalb des 6-monatigen Bewilligungszeitraums:
    Antrag auf Auszahlung des Zuschusses bei der Bezirksregierung Münster mit
    • Rechnungen,
    • Nachweise über die Kostenerstattung durch o.a. Leistungsträger im Original und
    • Behandlungsvertrag.
  11. Auszahlung des Zuschusses durch die Bezirksregierung Münster.

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Bearbeitungsstand

Anträge können ab dem 30. August 2019 gestellt werden.

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