Schulrecht

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Anerkennung von Bildungs- und Berufsnachweisen


Schutz der Berufsbezeichnung Ingenieur/in

Ingeniuer

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In der Bundes­republik Deutschland ist die Berufs­bezeichnung „Ingenieur/­Ingenieurin“ gesetzlich geschützt. Nach dem Gesetz zum Schutz der Berufs­bezeichnung „Ingenieur/­Ingenieurin (Ingenieurgesetz – IngG) darf sich Ingenieur/in nennen, wer ein Studium einer technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung an einer deutschen Hochschule mit der Dauer von mindestens drei Studienjahren oder ein Studium an einer deutschen öffentlichen oder hinsichtlich des Studienabschlusses rechtlich gleichgestellten deutschen privaten Ingenieurschule mit der Dauer von mindestens drei Studienjahren oder einen Betriebsführerlehrgang einer deutschen anerkannten Bergschule mit Erfolg abgeschlossen hat oder wem durch die zuständige Behörde das Recht verliehen worden ist, die Bezeichnung „Ingenieur/in (grad.)“ Zu führen.

Für ausländische Studienabschlüsse wird eine Genehmigung benötigt, um die Berufsbezeichnung „Ingenieur/Ingenieurin“ führen zu können. Die Bezirksregierung Münster erteilt diese Genehmigung auf Antrag, wenn der Antragsteller/die Antragstellerin die Genehmigungsvoraussetzungen erfüllt und seinen/ihren Wohnsitz im Regierungsbezirk Münster hat oder demnächst dort eine Tätigkeit aufnimmt

Antrag

Das Antragsverfahren richtet sich gemäß § 2 Absatz 6 des Ingenieurgesetzes nach den Vorschriften des Gesetzes zur Feststellung der Gleichwertigkeit ausländischer Berufsqualifikationen in Nordrhein-Westfalen (Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz NRW – BQFG NRW).

Dem Antrag sind hiernach folgende Unterlagen beizufügen:

  • tabellarischer Lebenslauf mit Aufstellung der absolvierten Ausbildungsgänge und der ausgeübten Erwerbstätigkeit in deutscher Sprache einschließlich Angaben zur Staatsangehörigkeit,
  • Identitätsnachweis (Kopie des Ausweises, ggfls. Nachweis des Aufenthaltsstatus), bei Namensänderung zusätzlich eine Fotokopie der Heirats­urkunde,
  • im Ausland erworbene Ausbildungsnachweise (beglaubigte Fotokopie des ausländischen Originaldiploms oder Abschlusszeugnisses einschließlich Notenspiegel/Index),
  • Zeugnisbewertung der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB), sofern diese vorliegt zur Beschleunigung des Genehmigungsverfahrens
  • Nachweise über einschlägige Berufserfahrungen und sonstige Befähigungs­nachweise, sofern diese zur Feststellung der Gleichwertigkeit erforderlich sind,
  • Falls Sie in Ihrem Ausbildungsstaat bereits den Beruf der Ingenieurin oder des Ingenieurs ausüben dürfen, ist eine Bescheinigung über die Berechtigung der Berufsausübung im Ausbildungsstaat vorzulegen, sofern es sich auch im Ausbildungsstaat um einen reglementierten Beruf handelt.
  • Nachweis, dass eine der Berufsqualifikation entsprechende Erwerbstätigkeit in Nordrhein-Westfalen ausgeübt werden soll (zum Beispiel Nachweis der Beantragung eines Einreisevisums zur Aufnahme der Erwerbstätigkeit, Nachweis einer Kontaktaufnahme mit potenziellen Arbeitgebern, Geschäftskonzept), sofern der Wohnsitz außerhalb der EU, einem weiteren Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder der Schweiz liegt.

Alle Nachweise sind in beglaubigter Kopie einzureichen. Beglaubigungen erhalten Sie bei den Stadt- und Gemeindeverwaltungen, Kreisen und Notaren. Beglaubigungen anderer Institutionen können nicht akzeptiert werden.

Alle Nachweise sind ins Deutsche zu übersetzen. Die wörtlichen Übersetzungen von Urkunden in die deutsche Sprache (Schrift) sind von Übersetzern zu erstellen, die durch die Landesjustizverwaltung ermächtigt wurden.

Die Bezirksregierung prüft im Antragsverfahren, ob der im Ausland erworbene Abschluss als gleichwertig mit einem deutschen Ingenieurabschluss anerkannt werden kann.

Beratungsgespräche nur mit Termin

Persönliche Beratungsgespräche sind nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.

Gebühr

Der Bescheid ist in der Regel gebührenpflichtig. Die Gebühr beläuft sich bei einem durch­schnittlichen Arbeits­aufwand auf 200 Euro. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht die Möglichkeit der Gebührenreduzierung (zum Beispiel für Hartz IV-Empfänger) beziehungsweise die Möglichkeit, von der Erhebung der Gebühr abzusehen. Um diese Möglichkeiten zu überprüfen, muss der Antragsteller dem Antrag entsprechende Nachweise in Kopie beifügen. Eine Gebührenbefreiung wird jedoch nur bei völliger Mittellosigkeit gewährt.

Führung des akademischen Grades

Durch die Genehmigung zur Führung der Berufsbezeichnung „Ingenieur/Ingenieurin“ ist eine Umwandlung eines ausländischen Grades in einen entsprechenden inländischen Grad nicht zulässig. Das heißt, die Führung des inländischen Grades „Diplom-Ingenieur/in“ ist mit dieser Genehmigung nicht zulässig. Informationen zur Führung des akademischen Grades können beim Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW eingeholt werden. Weitere Informationen können dem nebenstehenden Link „Ausländische Abschlüsse und Grade“ entnommen werden.

Ordnungswidrigkeitenverfahren

Die Bezirksregierung Münster führt auch Ordnungs­widrig­keiten­verfahren durch, wenn sich jemand Ingenieurin oder Ingenieur nennt, ohne die erforderliche Berechtigung hierzu zu haben.

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