Starke Frau(en)! Tamara de Lempicka
Jahrgangsstufen 1 – 13
Tamara de Lempicka war eine außergewöhnliche Künstlerin, deren Leben und Werk wie kaum ein anderes für die aufregenden Umbrüche des frühen 20. Jahrhunderts steht. Geboren als Maria Górska, wuchs sie in einer wohlhabenden Familie auf, die zwischen Warschau, St. Petersburg und Moskau pendelte.
Ihre Kindheit und Jugend waren geprägt von Reisen, kultureller Vielfalt und den Erfahrungen eines Europas im Wandel.
Nach der Russischen Revolution 1917 musste Tamara nach Paris fliehen, wo sie zu einer der bekanntesten Vertreterinnen des Art déco wurde. Ihr Stil vereint Kubismus mit Renaissance-Einflüssen: klare Formen, starke Farben, glänzende Oberflächen.
Tamara de Lempicka war eine Pionierin: In einer von Männern dominierten Kunstwelt schuf sie kraftvolle Porträts von Frauen, die sich nicht länger mit passiven Rollen zufriedengaben. Ihr berühmtes Selbstporträt im grünen Bugatti (1929) wurde zum Symbol für die neue, emanzipierte Frau.
Lempickas osteuropäische Herkunft, ihre Erfahrungen als Migrantin und ihr Leben zwischen verschiedenen Kulturen spiegeln sich in ihrer Kunst wider. Sie steht damit exemplarisch für viele Menschen, die zwischen Tradition und Aufbruch, Heimat und Fremde, Anpassung und Selbstbehauptung leben mussten und müssen.
Ihr seid nun eingeladen, die Spuren von Herkunft, Wandel und Selbstbehauptung in Lempickas Kunst zu entdecken – und eigene künstlerische Antworten auf die Frage zu finden, was es heute heißt, stark zu sein.
Ihr seid gefragt Eure Aufgaben
Jahrgangsstufen 1 – 4
- Ganz normale Heldinnen? Überlegt euch eine Frau aus eurem Alltag, die ihr stark findet (zum Beispiel eure Mama, Oma oder Kinderärztin).
- Malt diese Person als Superheldin. Verleiht ihr durch Farbe und Form etwas ganz Einzigartiges. Schaut bei Lempicka, wie sie mit Farbe und Form gearbeitet hat.
- Erklärt, wer eure Heldin ist und warum ihr sie stark findet. Ihr könnt Stichworte schreiben, Worte aufkleben oder eine Tonaufnahme senden.
Jahrgangsstufen 5 – 9
- Schaut euch Werke von Tamara de Lempicka an. Achtet auf Farben, Formen und die Darstellung von Stärke. Wieso wirken die Personen – Frauen wie Männer – stark?
- Inszeniert ein selbstbewusstes Selbstporträt: Setzt euch selbst im Stil von Lempicka in Szene – als Malerei, Collage oder digitales Bild.
- Reflektiert schriftlich:
o Wie zeigt ihr Stärke in eurem Bild?
o Was bedeutet „stark sein“ für euch persönlich?
o Welche Frauen- oder Männerbilder seht ihr heute in den Medien? Wie grenzt ihr euch ab? - Schickt uns euer Selbstporträt und die Reflexion zu.
Jahrgangsstufen 10 – 13
- Schaut euch Werke von Tamara de Lempicka aus unterschiedlichen Schaffensphasen an und macht euch bewusst, wie die Darstellung von Stärke und Selbstbewusstsein in Bezug auf Komposition, Farbwahl, Körperhaltung und Zeitgeist gelingt.
Recherchiert außerdem, in welchem gesellschaftlichen Kontext die Werke entstanden sind (als Beispiele: Rolle der Frau in den 1920er/30er-Jahren, Migration, Moderne). - Erstellt ein Selbstporträt oder ein Porträt einer Person eurer Wahl im Stil Lempickas – als Malerei, Collage, digitales Bild oder Fotomontage. Thema des Porträts ist „Stärke heute“. Integriert dabei aktuelle gesellschaftliche Themen (beispielsweise Gender, Diversität, Identität, Migration, Social Media). Wählt bewusst Symbole, Farben und Kompositionselemente, die eure Haltung zu „Stärke heute“ ausdrücken.
- Reflektiert, wie ihr in eurem Werk Stärke visualisiert habt und welche gesellschaftlichen Aspekte ihr thematisiert. Wie haben sich Frauen- und Männerbilder seit Lempickas Zeit verändert und welche Herausforderungen bestehen bis heute? Begründet, warum ihr bestimmte inhaltliche und gestalterische Entscheidungen getroffen habt.
- Sendet uns euer (Selbst-)porträt und eure Reflexion zu.
Fachbereiche
Kunst, Geschichte, Politik, Sozialwissenschaften, Religion, Philosophie (auch fächer- und jahrgangsstufenübergreifend)
Arbeitsformen
Einzelarbeiten, Gruppenarbeiten, Partnerarbeiten, Facharbeiten (siehe Projekt 6.1)