Bezirksregierung
Münster

Jugendliche hält eine Schüssel

„Schneeeekoppe“ – ein Pionier der Naturkost

Jahrgangsstufen 1 – 13

„Schneeeekoppe“ – dieser Echo-Ruf aus der Werbung machte die gleichnamige Firma in den 1970er-Jahren zur Kultmarke und bewirkte, dass 90 Prozent der Deutschen den Naturkosthändler kannten.

Seinen Anfang nahm alles am Fuße des Riesengebirges, dessen höchster Berg die Schneekoppe ist. Lange bevor „Bio-Siegel“ vergeben wurden, hatte der Breslauer Kaufmann Fritz Klein bereits erkannt, wie wichtig gesunde Ernährung und naturbelassene Lebensmittel sind. Er begann 1927 mit dem Versand von Leinsamen und Leinöl aus dem Vorland des Riesengebirges und lieferte dieses an Händler in ganz Deutschland. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Klein, wie viele Millionen Deutsche, aus seiner Heimat Schlesien vertrieben und musste im Westen neu beginnen.

Klein blieb seiner Idee treu und gründete in Bremen ein Handelsunternehmen, das gesunde Lebensmittel vertrieb: Neben Leinöl waren das damals Müslis und Produkte für Diabetiker. Mit dem Firmennamen und einem entsprechenden Label, das einen schneebedeckten Gipfel zeigt, erinnerte er an seine eigene Herkunft und die Wurzeln seines Unternehmens. Die einprägsame Werbung mit dem legendären „Schneekoppe“-Ruf verhalf nicht nur dem Unternehmen zu höheren Verkaufszahlen, sondern auch natürlichen Lebensmitteln und gesunder Ernährung zu mehr Popularität.

Vielleicht ist auch euch die Verpackung mit dem Schneegipfel auf grünem Grund schon beim Einkauf begegnet.

Ihr seid gefragt Eure Aufgaben

Jahrgangsstufen 1 – 4

  1. Erkundet, welche Nahrungsmittel in eurer Region erfolgreich angebaut werden.
  2. Wählt eine der Pflanzen aus und lernt diese näher kennen: Wie sieht sie aus? Wo gedeiht sie und warum? Was kann man aus ihr herstellen?
  3. Gestaltet ein Plakat, auf dem die Entstehung dieses Nahrungsmittels von der Pflanze bis zum fertigen Produkt erkennbar ist.

Jahrgangsstufen 5 – 9

  1. Recherchiert, welche landwirtschaftlichen Produkte in eurer Region vermehrt angepflanzt und wofür diese genutzt werden. Achtet dabei darauf, welche dieser Pflanzen ursprünglich bei euch heimisch sind und bei welchen es sich um gebietsfremde Arten handelt. Findet bei diesen heraus, wie sie hierhergekommen sind.
  2. Stellt ein digitales Herbarium mit mindestens zehn Nutzpflanzen zusammen, das zusätzlich zu den üblichen Angaben eines Herbariums auch eure Rechercheergebnisse zu Nutzung, Herkunft und Kulturgeschichte enthält.
  3. Dokumentiert den Recherche- und Entstehungs­prozess.
  4. Schickt uns euer Herbarium und die Dokumentation.

Jahrgangsstufen 10 – 13

Fritz Klein musste nach der Vertreibung im Westen wieder bei Null beginnen. In Erinnerung an die Heimat nannte er die Dachmarke für seine gesunden Nahrungsmittel „Schneekoppe“. Wie ihm erging es vielen Geschäftsleuten und Firmeninhabern.

  1. Recherchiert, welche Firmen nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund von Grenzverschiebungen oder Vertreibungen an einem anderen Standort neu gegründet werden mussten. Greift ein Beispiel heraus und befasst euch intensiv mit dessen Geschichte, mit der Biographie der Gründerin oder des Gründers, mit den Ursprüngen der Firma, der Wiedergründung und der Entwicklung nach 1945.
  2. Gestaltet unter Verwendung eurer Recherche­ergebnisse eine ansprechende Jubiläumsbroschüre.
  3. Sendet uns eure analoge oder digitale Broschüre.

Fachbereiche

Geschichte, Politik, Sozialwissenschaften, Erdkunde, Sachunterricht, Religion, Philosophie, Wirtschaft, Naturwissenschaften (auch fächer- und jahrgangsstufenüber­greifend)

Arbeitsformen

Einzelarbeiten, Gruppenarbeiten, Partnerarbeiten, Facharbeiten (siehe Projekt 6.1)