Bezirksregierung
Münster

Jugendliche in einem Trachtenkleid

Trachten – mehr als ein Wiesn-Trend

Jahrgangsstufen 1 – 13

„O’zapft is“ heißt es jedes Jahr im September, und Millionen Menschen schlüpfen in Lederhosen und Dirndl, um das Münchner oder eines der vielen anderen Oktoberfeste zu besuchen – doch mit den traditionellen Volkstrachten hat diese Mode nur wenig zu tun.

Die Volkstrachten entwickelten sich einst aus der länd­lichen Kleidung, waren typisch für einen abgegrenzten Raum und spiegelten eine tiefe Verbundenheit zur Tra­dition und den regionalen Eigenheiten wider. Sie waren Ausdruck von Identität, Kultur und sozialer Zu­gehörigkeit und keine flüchtigen Modeerscheinungen. Außerdem verrieten die Trachten viel über die Personen, die sie trugen: über Status, Stand und Herkunft, wobei sich die Trachten im Generationenwechsel immer wieder leicht verändern konnten. Damit stellen sie auch ein Spiegelbild ihrer Zeit dar.

Gerade für Menschen, die ihre Heimat durch Flucht und Migration verloren haben, können Kleidertraditionen identitätsstiftend sein und eine Verbindung zu ihrer kulturellen Herkunft herstellen.
 

Ihr seid gefragt Eure Aufgaben

Jahrgangsstufen 1 – 4

  1. Bastelt eine (Ankleide-)Puppe aus fester Pappe.
  2. Informiert euch, welche Tracht für euer Land oder eure Region typisch war bzw. ist, zum Beispiel im Heimatmuseum oder auf alten Fotos.
  3. Zeichnet die einzelnen Bestandteile einer solchen Tracht, schneidet sie aus und befestigt sie mit Hilfe von Laschen an der Puppe oder klebt sie an.
  4. Schickt uns die angezogene Puppe und teilt uns mündlich oder schriftlich mit, welche Tracht sie trägt.

Jahrgangsstufen 5 – 9

  1. Recherchiert, welche traditionellen Kleidungsstücke oder Trachten in eurer Region verbreitet waren, be­­ziehungsweise sind und welche Trachten von zugewanderten Personengruppen, von Flüchtlingen und Migranten, aus deren Heimat mitgebracht und zu festlichen Anlässen getragen wurden be­ziehungsweise werden.
  2. Stellt nun einen Katalog mit mindestens sechs unterschiedlichen Trachten zusammen, der Abbildungen enthält und Herkunft, Gestaltung und Bedeutung der Trachten erläutert.
  3. Dokumentiert den Entstehungsprozess eures Katalogs mit Fotos und kurzen Erläuterungen.
  4. Sendet uns den Trachten-Katalog und eure Dokumentation zu.
     

Jahrgangsstufen 10 – 13

Millionen Menschen mussten während und nach dem Zweiten Weltkrieg fliehen oder wurden vertrieben. Fern der Heimat gaben Tradition und Brauchtum ihnen Halt. Viele gründeten deshalb Trachtengruppen oder trugen ganz bewusst zu Fest- und Feiertagen ihre Tracht, um auf ihre Kultur und Herkunft aufmerksam zu machen.

  1. Recherchiert, welche Menschen während oder nach dem Zweiten Weltkrieg in eure Region gekommen sind und welche Trachten sie mitgebracht haben.
  2. Präsentiert anschaulich diese Trachten in Form einer analogen oder digitalen Sammlung.
  3. Integration lässt sich auch an der Neugestaltung von Kleidung erkennen. Kreiert eine moderne Tracht, die traditionelle Elemente aus eurer Trachtensammlung (aus Aufgabe 2) mit aktuellen Trends vereint. Zeichnet einen anschaulichen Entwurf und erläutert die Idee dazu.
  4. Schickt uns die Trachtenpräsentation sowie euren handgezeichneten Entwurf und die Erläuterung.

Fachbereiche

Kunst, Textilgestaltung, Geschichte, Politik, Sozial­wissenschafte, Sachunterricht (auch fächer- und jahrgangsstufenüber­greifend)

Arbeitsformen

Einzelarbeiten, Partnerarbeiten, Gruppenarbeiten, Facharbeiten (siehe Projekt 6.1)