Kunst und Kohle
Jahrgangsstufen 1 – 13
William Kentridge ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler und stammt aus Johannesburg in Südafrika. Seine Familie hat litauisch-jüdische Wurzeln – wie viele Menschen, die im 19. und 20. Jahrhundert aus Osteuropa, auch aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, vor Armut, Verfolgung und Unterdrückung flohen.
Kentridges Biografie ist geprägt von Migration, kultureller Vielfalt und dem Leben zwischen verschiedenen Welten – Themen, die sich auch in seinen Werken widerspiegeln.
Kentridge ist vor allem für seine einzigartigen Kohlezeichnungen und Animationsfilme bekannt. Er arbeitet meist in Schwarz-Weiß und nutzt die Kohle, um immer wieder zu zeichnen, zu radieren und zu verändern – so entstehen Bilder, in denen Spuren des Vorherigen sichtbar bleiben. Diese Technik macht das Entstehen und Vergehen, das Erinnern und Vergessen zum Thema seiner Kunst. Seine Werke erzählen von Geschichte, Migration, Kolonialismus sowie den Folgen von Gewalt und Ausgrenzung.
Kentridge verbindet Zeichnung, Film, Theater und Musik zu einem vielschichtigen künstlerischen Universum. Seine Kunst ist politisch, sinnlich und immer auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und Identität. Bei diesem Projekt werdet ihr mit Kohle arbeiten – dem Material, das für Kentridge zentral ist – und euch künstlerisch mit Themen wie Erinnerung, Veränderung und Migration auseinandersetzen.
Ihr seid gefragt Eure Aufgaben
Jahrgangsstufen 1 – 4
- Was ist euch wichtig und woran möchtet ihr euch noch als Erwachsene (zurück)erinnern? Wählt eine Sache aus.
- Zeichnet nun dieses Erinnerungsstück mit schwarzer Kohle.
- Schickt uns eurer Bild. Denkt unbedingt daran, es zu fixieren (beispielsweise mit Haarspray).
Jahrgangsstufen 5 – 8
Jede Geschichte hinterlässt Spuren. Dies zeigt Kentridge in seinen Bildern. Es sind Spuren der Erinnerung. Erstellt eine animierte Zeichnung, in der sich etwas ähnlich bewegt, wie in Kentridges Werken: Die Spuren bleiben dabei sichtbar.
Geht wie folgt vor:
- Schaut euch Beispiele animierter Zeichnungen von Kentridge an.
- Überlegt zunächst, was ihr mit dem Thema „Spuren hinterlassen“ verbindet, und gestaltet dann selbst eine bewegte Zeichnung zu diesem Thema, in der sich, ähnlich wie in einem Gif, eine kleine Stelle verändert.
- Beschreibt kurz die Idee hinter eurer Zeichnung.
- Denkt daran, euer Bild zu fixieren (beispielsweise mit Haarspray), bevor ihr es uns zusammen mit eurer Beschreibung schickt.
Jahrgangsstufen 9 – 13
- Erstellt einen kurzen Stop-Motion-Film, wie es Kentridge gemacht hat.
- Wählt dazu eines der folgenden Themen: Erinnerungskultur, Identität, politische Umbrüche und gesellschaftliche Missstände, Diskriminierung oder persönliche/familiäre Migrationsgeschichten. Die Stop-Motion-Sequenz (dies können auch wenige Sekunden sein) sollte eine treffende Bilderfolge zeigen, welche einen Impuls zu dem gewählten Thema gibt. Anregung: Metamorphosen könnten sich gut eignen, um eine Botschaft zu senden.
- Erläutert die Ideen zu eurer Sequenz.
- Sendet uns Film und Erläuterung.
Fachbereiche
Kunst, Deutsch, Literatur, Politik, Sozialwissenschaften, Sachunterricht, Religion, Philosophie (auch fächer- und jahrgangsstufenübergreifend)
Arbeitsformen
Einzelarbeiten, Gruppenarbeiten, Partnerarbeiten, Facharbeiten (siehe Projekt 6.1)