Gemeinsam für die Ems: Bundeswehr und Bezirksregierung renaturieren Flusslauf
Auf dem Truppenübungsplatz in Münster-Dorbaum wird die Ems in enger Zusammenarbeit mit der Bundeswehr renaturiert. Ziel des Projektes ist es, die ökologische Funktion der Ems deutlich zu verbessern und die Verbindung zwischen Fluss, Altarm und Gewässeraue wiederherzustellen. Der Projektabschnitt ist derzeit von einem tief eingeschnittenen, begradigten und technisch ausgebauten Flussbett geprägt.
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Ems hier um etwa 2,70 Meter eingetieft, sodass der Altarm und die Gewässeraue nicht mehr regelmäßig durchströmt und überflutet werden. Damit einhergehend sind die naturnahen Überflutungsräume der Ems verloren gegangen und wichtige Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten stark eingeschränkt. Mit der Umgestaltung soll insgesamt die Gewässerstruktur verbessert und die Durchgängigkeit für Fische erhöht werden. Gleichzeitig wird die Wechselwirkung zwischen Fließgewässer und Umland gestärkt und die Eigendynamik der Ems gefördert. Das Vorhaben leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Gewässer- und Naturschutz und unterstützt die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie.
Geplant ist, auf der östlichen Seite die Uferbefestigung zurückzubauen und die Ems aufzuweiten, damit der Fluss mehr Raum für eine eigendynamische Entwicklung erhält. Im nördlichen und südlichen Abschnitt entstehen neue Rinnen, die bereits bei kleineren Hochwasserereignissen durchströmt werden und so die Vernetzung von Fluss, Altarm und Gewässeraue verbessern. Durch eine Sohlgleite sowie weitere sohlstützende Maßnahmen wird die Sohle der Ems in diesem Bereich um rund 1,70 Meter angehoben. Dadurch wird die bislang für Fische kaum überwindbare Sohlgleite im Bereich der ehemaligen Panzerbrücke wieder passierbar und die ökologische Durchgängigkeit insgesamt verbessert.
Erste Schritte sind bereits erfolgt: Nach dem Bau einer Buhne und der Anlage einer Sekundäraue in 2020 durch die Bezirksregierung Münster, hat die Bundeswehr 2024 im Rahmen einer militärischen Übung mit dem Anlegen der Rinnen begonnen. Zudem hat die Bezirksregierung Münster Anfang 2026 auf einer Strecke von rund 450 Metern die Gehölze auf der Emsböschung unterhalb der Bahnlinie auf den Stock gesetzt, sodass dort im nächsten Schritt die Uferbefestigung entfernt werden kann. In den kommenden Jahren werden insgesamt rund 150.000 m³ Boden aus dem Maßnahmenbereich abgefahren. So erhält die Ems den notwendigen Platz, um sich wieder naturnah zu entwickeln.