Waldbrandgefahr steigt
Trockenheit und große Hitze
In Nordrhein-Westfalen wächst die Waldbrandgefahr. Auch im Regierungsbezirk Münster ist die Gefahr eines Waldbrandes aufgrund der aktuellen Wetterlage hoch. Beim Spaziergang durch den Wald sollten daher ein paar Regeln beachtet werden.
Was tun, wenn es im Wald brennt?
Wer Feuer im Wald entdeckt, verlässt unverzüglich den Wald, da sich das Feuer bei Trockenheit sehr schnell ausbreiten kann, und ruft dann schnellstmöglich die Feuerwehr unter der europaweiten Notrufnummer 112. Fast jeder hat heutzutage ein Handy in der Tasche.
Wo brennt es? Die Feuerwehrleitstelle braucht den möglichst genauen Ort des Brandes oder den Namen der nächstgelegenen Ortschaft. Mithilfe definierter Notfall- bzw. Rettungspunkte können Waldbesucher:innen den Brandschutz- und Rettungskräften ihren genauen Standort im Wald angeben. Es handelt sich um Nummerierungen an Bänken und markanten Punkten oder um spezielle Hinweistafeln. Außerdem besteht für die Feuerwehrleitstelle oftmals die Möglichkeit, das Handy zu orten, sodass der genaue Standort lokalisiert werden kann.
Wie groß ist der Brand? Das ist eine wichtige Information für die Feuerwehr. Je mehr Details bekannt sind, desto effektiver kann der Einsatz gemanagt werden. Wenn möglich sollte ein Treffpunkt außerhalb des Waldes vereinbart werden, um die Einsatzkräfte zum Brandherd zu lotsen.
Brand vorbeugen
Waldbesucher:innen können helfen, einen Waldbrand zu verhindern. Tipps für das richtige Verhalten im Wald:
- Einhalten des gesetzlichen Rauchverbots (1. März bis 31. Oktober)
- Kein Feuer oder Grillen im und am Wald (100 Meter Mindestabstand)
- Freihalten der Waldzufahrten und Waldwege für die Feuerwehr (3 Meter Breite der Feuerwehrfahrzeuge + Rangierabstand)
- PKW's nicht im hohen Gras abstellen, da die Abwärme des Fahrzeugs ausreicht, um dieses in Brand zu setzen
- Keine Zigaretten aus dem Fahrzeug werfen
- Erhöhte Aufmerksamkeit beim Waldbesuch
- Kleine Entstehungsbrände direkt löschen, wenn das gefahrlos möglich ist
- Brandherde und Rauchfahnen der Feuerwehr (112) melden und den Wald auf kürzestem Weg verlassen
Ursachen
Verschiedene Faktoren beeinflussen die Waldbrandgefahr. Neben extremer Trockenheit sind auch die Bodenbeschaffenheit und die Art des Waldes von Bedeutung. Wälder auf sandigem Grund sind eher von einem Brand bedroht als Wälder auf lehmigen Boden. Ein reiner und durch den Borkenkäfer geschädigter Fichtenwald als Monokultur ist gefährdeter als ein Mischwald.
In Statistiken zeigt sich: Hauptauslöser für Waldbrände ist der Mensch. Fahrlässigkeit und Vorsatz (das heißt Brandstiftung) waren im Jahr 2025 für rund 71 Prozent der Waldbrände ursächlich. Bei den 413 im Jahr 2025 durch Fahrlässigkeit verursachten Bränden waren bei rund 47 Prozent das unvorsichtige Verhalten von Waldbesucher:innen, Camper:innen oder Kindern die Auslöser. In 37 Prozent der Fälle von Fahrlässigkeit waren wirtschaftliche Aktivitäten (Landwirtschaft, Holzernte etc.) ursächlich. Natürliche Ursachen, wie zum Beispiel Blitzschlag, waren hingegen für nur 2,5 Prozent der Waldbrände der Auslöser.
In 2025 wurden alleine in NRW etwa 39 Hektar Wald vernichtet, was einer Fläche von etwa 558 Fußballfeldern entspricht. Laut dem offiziellen Waldzustandsbericht NRW 2025 des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz stieg die betroffene Schadensfläche im Jahr 2025 aufgrund einer sehr trockenen Frühjahrs- und Frühsommerwitterung im Vergleich zum feuchten Vorjahr 2024 wieder an.
Waldbrandwarnstufen
Der Waldbrandgefahrenindex (WBI) des Deutschen Wetterdienstes beschreibt das meteorologische Potenzial für die Gefährdung durch Waldbrand. Er zeigt die Waldbrandgefahr in fünf Warnstufen an: Stufe 1 für eine sehr geringe Gefahr bis Stufe 5 für eine sehr hohe Gefahr.
Von März bis Oktober wird auf der digitalen Karte für den aktuellen Tag und die vier Folgetage eine Vorhersage zum Waldbrandgefahrenindex angezeigt. Mithilfe dieser Karten können die zuständigen Behörden eine Einschätzung der Waldbrandgefahr vornehmen. Das Dezernat für Bevölkerungsschutz bei der Bezirksregierung Münster tauscht sich bei erhöhter Gefahr regelmäßig mit dem Landesbetrieb Wald und Holz über die Lage aus und kann diese so besser einschätzen und eventuelle Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung in Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden einleiten. Entscheidend ist aber immer die konkrete Lage vor Ort.