Zur Stärkung der Auszubildenden in der Pflege: Bezirksregierung Münster bestellt neue Ombudspersonen
Münster. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Qualität der Pflegeberufeausbildung: Die ehrenamtlichen Ombudspersonen des Landes NRW. Als zuständige Stelle hat die Bezirksregierung Münster in den vergangenen Wochen neue Gesichter in der Ombudsstelle begrüßt. Nach dem Abschied der langjährigen Ombudsfrau Prof. Dr. Barbara Knigge-Demal sind mit Ludger Risse, Thomas Kreutz und Kerstin Schönlau drei weitere Ombudspersonen ins Amt berufen worden.
Was ist eine Ombudsstelle?
Die Ombudsstelle wurde im Jahr 2020 auf Grundlage des Pflegeberufegesetzes eingerichtet und ist seitdem bei der Bezirksregierung Münster angesiedelt. Sie fungiert als unabhängige und außergerichtliche Schlichtungsstelle bei Konflikten zwischen Auszubildenden und Trägern der praktischen Ausbildung oder Pflegeschulen. Ziel ist es, Streitigkeiten frühzeitig zu klären und eine erfolgreiche Fortsetzung der Ausbildung zu ermöglichen.
Auszubildende können sich bei Problemen in der praktischen Ausbildung an die Geschäftsstelle der Ombudsstelle wenden, die den Fall aufnimmt und an eine Ombudsperson weiterleitet. Diese erarbeitet gemeinsam mit den Beteiligten Lösungsvorschläge oder führt – sofern gewünscht – ein Schlichtungsgespräch durch. Alle Verfahren sind freiwillig, kostenfrei und erfolgen vertraulich, die Empfehlungen sind rechtlich nicht bindend. Gleichzeitig trägt die Ombudsstelle durch die Auswertung der Fälle dazu bei, strukturelle Herausforderungen in der Pflegeausbildung zu erkennen und Verbesserungen anzustoßen.
Die ehrenamtlichen Ombudspersonen führen die Beratungen und Schlichtungen mit fachlicher Kompetenz und langjähriger Erfahrung. Ihre Amtszeit beträgt jeweils vier Jahre.
Abschied von Prof. Dr. Knigge-Demal
Gemeinsam mit Brigitte von Germeten-Ortmann war Prof. Dr. Barbara Knigge-Demal seit 2020 als Ombudsfrau tätig. Damit hat sie die Ombudsstelle für die generalistische Pflegeberufeausbildung in Nordrhein-Westfalen auf Basis ihrer außergewöhnlich breiten Expertise maßgeblich mit aufgebaut und geprägt. Nach ihrer Tätigkeit als Kinderkrankenschwester und Erzieherin studierte Barbara Knigge-Demal Sozialarbeit und Psychologie und promovierte im Bereich der Kultur- und Erziehungswissenschaften. Anschließend war sie viele Jahre Professorin für Pflegewissenschaft mit dem Schwerpunkt Pflegedidaktik und engagierte sich intensiv in der Pflegeforschung und in der Entwicklung und dem Aufbau der generalistischen Pflegeausbildung.
Die aktuellen Ombudspersonen
Brigitte von Germeten-Ortmann kennt den Pflegebereich und die Inhalte der Pflegeausbildung umfassend und aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die ausgebildete Krankenpflegerin und Pflegepädagogin leitete viele Jahre die Abteilung Gesundheit und Altenpflege beim Diözesan-Caritasverband Paderborn und war an zentralen Prozessen zur Umsetzung des Pflegeberufegesetzes in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Sie ist zudem Mitglied der Fachkommission nach dem Pflegeberufegesetz und wirkte an der Entwicklung der Rahmenlehrpläne für die neue Pflegeausbildung mit.
Als gelernter Krankenpfleger und Diplom Pflegewirt (FH) verfügt Ludger Risse über langjährige Erfahrung in der Pflegeausbildung und im Pflegemanagement. Als einer der ersten Praxisanleiter in Deutschland und später als engagierter Pflegemanager setzte er sich über viele Jahre für die Ausbildung und die Belange von Auszubildenden ein. Zudem ist er seit Jahrzehnten ehrenamtlich als Vorsitzender des Pflegerats NRW tätig und wirkte maßgeblich am Aufbau der Pflegekammer NRW mit.
Thomas Kreutz bringt als Dipl.-Pflegepädagoge (FH) jahrzehntelange Erfahrung in der Aus-, Fort- und Weiterbildung für pflegerische Berufe in sein neues Amt ein. Seine Expertise als gelernter Krankenpfleger, Diakon und Coach erwarb er maßgeblich im Gesundheitswesen bei den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, zuletzt als Leiter der Pflegeschule Nazareth in Bielefeld.
Die beruflichen Stationen prägen auch das Pflegeverständnis und die Haltung von Kerstin Schönlau: Von der Pflegeausbildung über die Qualifizierung im Bereich Bildung, Beratung in systemischen Kontexten sowie dem pflegewissenschaftlichen Studium. Kerstin Schönlau bringt Erfahrungen aus der Bildungsarbeit sowie 20 Jahren Verantwortung als Geschäftsbereichsleitung in den Handlungsfeldern der ambulanten, teilstationären und stationären Pflege eines diakonischen Trägers mit.
Mit der Bestellung der neuen Ombudspersonen verfügt Nordrhein-Westfalen auch für die nächsten vier Jahre über eine außergerichtliche Schlichtungsstelle, die sich bereits in der Vergangenheit erfolgreich etabliert hat.