Rund 21 Millionen Euro für die Region
Münsterland/Emscher-Lippe-Region. Rund 21 Millionen Euro fließen aus dem EFRE/JTF-Programm in die Region. Regierungspräsident Andreas Bothe hat gestern (9.4.) insgesamt 29 Förderbescheide für sechs Verbund- und zwei Einzelprojekte überreicht.
„Transformation, Forschung, Klimaanpassung und Energieeffizienz in unseren Kommunen. Schon anhand dieser Begriffe wird schnell deutlich, was mit der Bewilligung dieser Förderungen unterstützt wird - nämlich die Zukunft der Städte und Gemeinden in unserem Regierungsbezirk,“ betont Regierungspräsident Andreas Bothe. „Jede einzelne dieser Förderungen stellt somit einen wichtigen Baustein für die Zukunftsfähigkeit unserer Region dar."
„HyBaT“
Auf das Projekt „HyBaT (Hydrogen Battery TransformationHub)“ entfallen rund 2,5 Millionen Euro. „HyBaT“ hat das Ziel, den Wissens- und Technologietransfer im Bereich der Batterie- und Wasserstofftechnologien in der Emscher-Lippe-Region und dem Münsterland zu stärken und kleineren und mittleren Unternehmen beim Einstieg in diese Zukunftsmärkte zu unterstützen. Synergien zwischen diesen beiden Schlüsseltechnologien der Energiewende sollen genutzt und die Wettbewerbsfähigkeit der Region gestärkt werden. Das Projekt setzt hierzu auf Weiterbildung und Erfahrungsaustausch durch die Science2Business-Plattform als virtuelles Kompetenzzentrum und Wissenstransfer-Veranstaltungen sowie individuelle Transformationsbegleitung der KMU anhand der HyBaT-Toolbox.
Die Verbundpartner „HyBaT“ und die Fördersummen im Einzelnen:
- Technologieförderung Münster GmbH (Projektkoordination): rund 777.000 Euro
- WiN Emscher-Lippe GmbH: rund 414.00 Euro
- IHK Nord Westfalen: rund 164.000 Euro
- Universität Münster: rund 486.000 Euro
- Westfälische Hochschule: rund 414.000 Euro
- FH Münster University of Applied Sciences: rund 207.000 Euro
- Münsterland e. V.: rund 137.000 Euro
„ReNET-EV“
Das Projekt „ReNET-EV“ wird insgesamt mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert. „ReNET-EV“ steht für „Regionale Netzdienliche Energieverbünde in Gewerbegebieten (ReNET-EV)“ und entwickelt Konzepte für kooperative Energiesysteme in Gewerbegebieten im Münsterland und für eine klimafreundliche Transformation. In dem Projekt werden zehn Pilot-Standorte im Hinblick auf ihre Energiebedürfnisse, Potenziale und Infrastrukturen untersucht und zu digitalen Zwillingen modelliert, um so optimale Versorgungskonzepte zu ermitteln. Parallel dazu werden geeignete kooperative Anreiz- und Betreiberstrukturen konzeptionell entwickelt, die den notwendigen Investitionsaufwand verteilen und Anreize für den großflächigen Einsatz erneuerbarer Energien schaffen. Unternehmen in Gewerbegebieten soll damit ermöglicht werden, ihren Energiebedarf abzustimmen und Erzeugungsanlagen, Speicher und Leitungen gemeinsam zu nutzen.
Die Verbundpartner und die Fördersummen im Einzelnen:
- Wirtschaftsförderung Münster GmbH (Projektkoordination): rund 368.000 Euro
- FH Münster University of Applied Sciences: rund 399.000 Euro
- Kerith GmbH: rund 368.000 Euro
- Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken mbH (WFG): rund 92.000 Euro
- Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH (wfc). Rund 92.000 Euro
- Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt mbH (WESt): rund 92.000 Euro
- Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf mbH (gfw): rund 92.000 Euro
„Fab.Future Ruhr“
Ziel der „Fab.Future Ruhr“ ist die Etablierung einer neuen Innovationskultur, die die Stärken von Wissenschaft, Makerspaces und der Kultur- und Kreativwirtschaft mit den Bedürfnissen von kleinen und mittleren Unternehmen verbindet. Die Kombination aus wissenschaftlichen Institutionen, einer vitalen Wirtschaft und einer diversen Kultur- und Kreativwirtschaft bietet ein enormes Innovationspotenzial. Makerspaces setzen modernste Technologien ein und fördern interdisziplinäre Zusammenarbeit. Durch die Verbindung von Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Kreativwirtschaft sollen zukunftsorientierte Lösungen für Fragestellungen aus den einzelnen Bereichen entwickelt werden. Eine zentrale Anlaufstelle führt Akteur:innen im Ruhrgebiet zusammen und unterstützt Nutzende bei der Suche nach der passenden Werkstatt. Innovationsformate, zum Beispiel in Form von Hackathons oder Workshops. Darüber hinaus kombinieren sie künstlerische mit zukunftsorientierten Methoden wie Speculativ Design, um neue Ideen in praktische Prototypen zu verwandeln. Letztendlich zielt „Fab.Future Ruhr“ darauf ab, die regionale Wirtschaft langfristig und nachhaltig zu stärken, indem es höchstinterdisziplinäre Zusammenarbeit gezielt fördert.
Die gesamte Zuwendungssumme beträgt hier rund 2.700.000 EUR.
Die Verbundpartner und die Fördersummen im Einzelnen:
- Hochschule Ruhr West (Projektkoordination): rund 1.388.000 Euro
- Ruhr-Universität Bochum: rund 1.056.000 Euro
- Kulturforum Witten AöR: rund 282.000 Euro
„EQUIT – Campus2Company“
„EQUIT – Campus2Company“ ist ein Verbundprojekt unter der Projektkoordination der WiN Emscher-Lippe GmbH, das den Wissenstransfer zwischen Forschungseinrichtungen und der kleinen und mittleren Unternehmen in der „EmscherAchse+“ stärken soll. EQUIT steht für „Echtzeitmonitoring, Quantensensorik, Umsetzung Innovativer Technologien“. Der Schwerpunkt liegt auf Digitalisierung und klimagerechten Energielösungen, um den in der Region bestehenden Aufholbedarf zu adressieren. Im Projekt werden die drängendsten Herausforderungen der kleinen und mittleren Unternehmen in den Bereichen Digitale Fabrikation, Echtzeitmonitoring und energetische Transformation analysiert. Gemeinsam mit Studierenden und Partnern aus Forschung und Wirtschaft werden innovative Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz erarbeitet, die übertragbar und kurzfristig umsetzbar sind.
Die gesamte Zuwendungssumme beträgt 2.259.000 EUR.
Die Verbundpartner und die Fördersummen im Einzelnen:
- WiN Emscher-Lippe GmbH (Projektkoordination): rund 1.182.000 Euro
- Wirtschaftsförderungsgesellschaft Herne mbh: rund 154.000 Euro
- Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT: rund 267.000 Euro
- Hochschule Ruhr West: rund 329.000 Euro
- Westfälische Hochschule: rund 327.000 Euro
„REFlexBatt 2.0“
Die Zuwendung ist für die Umsetzung des Vorhabens „REFlexBatt 2.0“ – Erweiterung der Batterie-Pilotfertigung zum Ausbau der Rückverfolgbarkeit, Evaluation und Flexibilität für die zukünftige Diversifizierung der Batterietechnologie.
Ziel ist es, im Verbund mit der Safion GmbH erstmalig eine flexibel für verschiedenste Materialien nutzbare und modular aufgebaute Pilotlinie zur automatisierten Fertigung von Batteriezellen im Kleinmaßstab einschließlich umfangreicher Datensammlung für das Qualitätsmanagement (exakte Rückverfolgbarkeit) zu realisieren. Hierdurch soll die Übertragbarkeit von kleinen (Labor) auf größere Skalen (Pilotlinie) auch vor dem Hintergrund der Diversifizierung der Batterietechnologien möglich werden. Das Projekt Forschung und Entwicklung ist in vier Arbeitspakete Elektrodenfertigung (AP1), Zellfertigung (AP2), Rückverfolgbarkeit (AP3) und Projektkoordination und -administration (AP4) unterteilt.
Die Verbundpartner und die Fördersummen im Einzelnen:
- Universität Münster (Projektkoordination): 5.200.000 Euro
- Safion GmbH: rund 300.000 Euro
„3D-Center UKM“
Im Rahmen des Projektes „3D-Center UKM“ soll eine interdisziplinär ausgerichtete Forschungsinfrastruktur für den medizinischen 3D-Druck zur Entwicklung und Erforschung neuer Behandlungs- und Versorgungsstrategien aufgebaut und etabliert werden. Erreicht wird dieses Ziel mit Ressourcen und Fähigkeiten zur Herstellung von anatomischen Modellen, chirurgischen Instrumenten, Implantaten, Hilfsmitteln, sowie mit der Entwicklung neuer Werkstoffe und Beschichtungen. Die europäische Medizinprodukteverordnung (Medical Device Regulation, MDR) wird dabei berücksichtigt.
Das UKM leitet das Projekt im Auftrag der Universität Münster als Konsortialführer und nimmt eine zentrale Rolle ein. Die InnoCoding GmbH wirkt vor allem an dem Aspekt der Digitalisierung der zu entwickelnden Prozesse durch eine computergestützte Plattform mit. Zusätzlich bringt die FH Münster ihre anwendungsorientierten technischen Kenntnisse in das Projekt ein. In Kooperation mit assoziierten Partnern soll zwischen Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft ein stetiger Transfer von technologieorientierten, medizinischen Fragestellungen und Herausforderungen einerseits und Lösungen und Ideen andererseits sichergestellt werden. Für die Realisierung des Projektes erhalten die Projektpartnerinnen eine Gesamtzuwendung in Höhe von knapp 3,5 Mio. Euro.
Die Verbundpartner und die Fördersummen im Einzelnen:
- UKM im Auftrag der Universität Münster (Projektkoordination): rund 2.788.000 Euro
- InnoCoding GmbH: rund 276.000 Euro
- FH Münster: rund 422.000 Euro
„Cooles Telgte“: rund 428.000 Euro
Im Rahmen der Klimafolgenanpassung entwickelt die Stadt Telgte ein Konzept, das sich auf die Minderung der Auswirkungen des Klimawandels, insbesondere für vulnerable Gruppen, im speziellen Kinder, konzentriert. Schulen und Kitas als zentrale Orte für junge Menschen spielen beim dem Maßnahmenkatalog eine Schlüsselrolle. Die geplanten Maßnahmen zielen darauf ab, den Hitzeschutz zu verbessern und gleichzeitig die Lebensqualität der betroffenen Menschen zu steigern, sowie die Resilienz der Stadt gegenüber klimatischen Extremereignissen zu erhöhen.
Das Konzept umfasst eine Vielzahl von Maßnahmen, wie die Begrünung von Schulhöfen, die Entsiegelung von Flächen, sowie die Installation von Trinkwasserstellen in der Innenstadt. Die Initiativen verbessern nicht nur das Mikroklima, sondern fördern auch einen besseren Wasserhaushalt und bieten der Bevölkerung erholsame, schattige Plätze, sowie eine bessere Zugänglichkeit zu Trinkwasser.
St. Ludgerus Sporthalle in Hörstel: rund 2.305.000 Euro
Ziel des Projektes „Energetische Sanierung der St. Ludgerus Sporthalle in Hörstel“ ist es, die Mehrfachsporthalle aus dem Jahr 1968 unter nachhaltigen Gesichtspunkten energetisch zu sanieren. Damit soll der Energieverbrauch deutlich gesenkt, Heizung und Warmwasserbereitung auf regenerative Energieträger umgestellt und ein nachhaltiger Beitrag zur Energieeffizienz öffentlicher Gebäude geleistet werden.
Im Zuge der Sanierung werden unter anderem die Heizungsanlage, die raumlufttechnische Anlage und die Beleuchtungsanlagen erneuert. Zudem werden der Hallenboden, die Decke und die Türen erneuert und es erfolgt eine energetische Sanierung der Gebäudehülle (Fassade und Fenster) unter Verwendung natürlicher und nachwachsender Dämmstoffe, was sowohl die Energieeffizienz als auch den Nutzerkomfort steigert. Außerdem soll die Sporthalle mit moderner Mess- und Regeltechnik zur effizienten Überwachung der Energieströme auf die Gebäudeleittechnik der Stadt aufgeschaltet werden.
Für die Realisierung des Projektes erhält die Stadt Hörstel eine Gesamtzuwendung in Höhe von circa 2,3 Mio. EUR netto, was einem Fördersatz von 80 % entspricht.