Bezirksregierung
Münster

Newsletter Energiewende 01/2026

Newsletter Energiewende 01/2026

Auch in 2026 ist die Energiewende weiterhin in aller Munde. Ganz aktuell steht in den Medien und bei Investoren die Frage der Erhebung von Netzanschlussgebühren für Batteriespeicher im Fokus. Ein Beispiel dazu aus unserem Regierungsbezirk: Weit über eine halbe Milliarde Euro will eine Investorengruppe um die Aachener Stadtwerkegesellschaft Trianel in einen Batteriespeicher-Park in Waltrop investieren. Nach Auskunft der Betreiber wäre es der größte Batteriespeicherpark Deutschlands. 

Die erste Ausbaustufe (900 Megawatt Leistung) hätte so viel Speicherkapazität, dass damit mehr als 500 Normal-Haushalte ein Jahr lang versorgt werden könnten. In wieweit sich Netzanschlussgebühren hier auswirken würden ist ungeklärt. 

Zudem haben Übertragungsnetzbetreiber ein neues Anschlussverfahren für Batteriespeicher und Großverbraucher an das Übertragungsnetz zum 01.04.2026 angekündigt. Künftig sollen Großverbraucher priorisiert werden, um knappe Netzkapazitäten effizienter zu vergeben.

  1. Rückblick auf 2025

Bevor wir auf die ersten Monate in 2026 schauen, wollen wir kurz auf die Highlights aus 2025 blicken:

  • Februar: Die ursprünglich für Dezember geplante Veranstaltung der Arbeitsgruppe Energiewende „Lichtblick: Photovoltaik als Schlüssel zur urbanen Energiewende“ findet großen Anklang.
  • März: Die Bezirksregierung hat den Neubau einer Wasserstoffleitung zwischen Gronau und Heek (HEp) planfestgestellt.
  • April: Die Änderung des Regionalplans Münsterland zur Anpassung an den Landesentwicklungsplan (LEP NRW) und den Bundesraumordnungsplan für den Hochwasserschutz (BRPH) wurde am 17. April bekannt gemacht und damit gleichzeitig auch wirksam.
  • Juli: Förderung für das Projekt „DAC-2-Methanol“. Dem Startup Greenlyte Technologies GmbH bewilligt die Bezirksregierung eine Förderung von knapp 17,9 Millionen €.
  • Oktober: Entwurf des Wasserstoff-Beschleunigungsgesetzes im Bundeskabinett verabschiedet
  • November: Der Neubau bzw. die Errichtung und der Betrieb der Gasleitung zwischen Heiden und Dorsten (HeiDO) sowie der Wasserstoffleitungen zwischen Dorsten und Marl (DoMa) und Dorsten und Hamborn (DoHa) werden planfestgestellt.
  • November: Die Bezirksregierung bewilligt zwei wegweisende Projekte der FH Münster: „F|Heat.connect“ und „KlärKraftWende (K²W) – Nachhaltige Kläranlagen als Baustein der Energiewende im Münsterland“. Beide Vorhaben leisten zentrale Beiträge zur regionalen Energiewende und werden mit insgesamt rund 1,76 Millionen Euro gefördert. Die Mittel stammen aus dem Förderaufruf „Regio.NRW – Transformation“ der EU und des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

  1. Bisheriges aus 2026: 

Im aktuellen Jahr hat der Bund bereits mit einigen Themen für Schlagzeilen gesorgt. Beispielsweise steigt er mit 25,1 % beim Stromnetzbetreiber Tennet Deutschland ein, um Planungssicherheit für den notwendigen Netzausbau in Deutschland zu schaffen. Nach dem tagelangen Stromausfall in Berlin wurde beschlossen die kritische Infrastruktur in Deutschland besser zu schützen. Dazu hat die Bundesregierung zehn Bereiche der Kritischen Infrastruktur definiert, worunter sich auch der Bereich Energie wiederfindet. Welche konkreten Maßnahmen dies nach sich ziehen wird, ist noch offen. Hier wäre unser Haus sehr wahrscheinlich in die Umsetzung eingebunden.

 

  1. Der aktuelle Blick in den Regierungsbezirk:

Solaranlagen: 

Der Kreis Steinfurt liegt auf Platz 1 bei Neuinbetriebnahmen von Solaranlagen. NRW-weit auf Platz 3.
 

E-Flugzeuge: 

Die Fluggesellschaft Evia Aero beabsichtigt weiterhin am FMO zukünftig regelmäßige E-Inlandsflugverbindungen insbesondere für Geschäftsreisende anzubieten. Zurzeit sei es jedoch noch schwierig entsprechende Flugzeuge zu bekommen. Das Unternehmen plant aber bereits sich am Solarpark des FMO zu beteiligen. 

Passend dazu wird am Dülmener Ortsrand im Rahmen des Projektes „Momo-C“ von deutschen und niederländischen Akteuren weiter an einer Powerbank für E-Flugzeuge, also einer mobilen Ladelösung, gearbeitet. Mit dieser könnten E-Flugzeuge dann auf dem Rollfeld wieder aufgeladen werden. Der FMO beteiligt sich daher auch an diesem Projekt. 

Großbatteriespeicher:

Eine zukunftsweisende Energiespeicherlösung: Der erste Bürger-Batteriespeicher NRWs steht in Beckum. Sobald er in Betrieb genommen wird, können 55.000 KWh (das reicht für ca. 800 Elektroautos) Energie gespeichert werden. Die Bürger können sich finanziell an dem Projekt beteiligen.

Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche in Ibbenbüren will der Investor GFGBA (Gesellschaft für Großbatterie-Anlagen mbH) frühestens 2028 den größten Batteriespeicher in Nordrhein-Westfalen in Betrieb nehmen. Ein zentraler Vorteil des Standorts ist der direkte Anschluss an das 380-Kilovolt-Höchstspannungsnetz durch die weiterhin vorhandene Hochspannungsleitung aus der Zeit des Zechenbetriebs. Rechnerisch kann der Speicher Strom für rund 500.000 Vier-Personen-Haushalte für einen Tag bereitstellen.

Wasserstoff:

Ende Januar 2026 haben Teilnehmer eines Pilotlehrganges für Wasserstofftechnik der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen ihre dreimonatige Weiterbildung erfolgreich beendet. Ziel ist es die Unternehmen in unserer Region zu unterstützen, da die Transformation in eine Wasserstoff-Wirtschaft insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen eine Herausforderung ist. Der Lehrgang ist Teil des Projekts „H2!Academy – Pilotierung und Aufbau einer H2-Aus-, Fort- und Weiterbildungsakademie“. 

Das niederländische Unternehmen VoltH2, das grüne und erneuerbare Wasserstoffanlagen für die Dekarbonisierung von Industrie und Mobilität entwickelt, hat im Klimahafen Gelsenkirchen die Genehmigung erhalten, eine Wasserstoffanlage zu bauen. Ausschlaggebend für die Standortwahl: die Vielzahl an Industrie in der Region, damit der hohe Bedarf an Wasserstoff und die bereits laufende Produktion von Wasserstoff vor Ort. Zudem bietet der Standort laut dem Unternehmen eine sehr gute Zusammenarbeit mit Städten, Behörden und Partnern wie der Hydrogen Metropole Ruhr oder der Initiative Klimahafen Gelsenkirchen. 

  1. Zum Abschluss noch ein Ausblick in den März 2026: 

Marktabfrage über die Infrastrukturbedarfe für Strom und Wasserstoff:

Laut den Unternehmerverbänden Niedersachsen e.V.  werden die Strom-Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB), die Gas-Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) und die Wasserstofftransportnetzbetreiber (WTNB) vom 3. Februar bis zum 13. März 2026 gemeinsam eine Marktabfrage über die Infrastrukturbedarfe für Strom und Wasserstoff bei bestehenden und potenziellen Kunden durchführen. Die Abfrage dient der Vorbereitung auf die Erstellung der Szenariorahmen der Netzentwicklungspläne Strom sowie Gas und Wasserstoff 2027. Marktteilnehmer können ihr Bedarfe unter https://infrastrukturbedarf-abfrage-nep.de/ <https://infrastrukturbedarf-abfrage-nep.de/>  melden. 

TECH.LAND XPERIENCE:

Am 12. März findet in der MCC-Halle Münsterland die TECH.LAND XPERIENCE, als ein Cross-Border Innovation Festival statt. Dort werden viele Vertreterinnen und Vertreter aus Deutschland und den Niederlanden zusammenkommen, um sich über das Projekt TECH.LAND zu informieren, aber auch um über aktuelle grenzüberschreitende Themen und die gemeinsame Arbeit zu diskutieren. Auch der Regierungspräsident, Andreas Bothe, sowie viele der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem Regierungsbezirk werden vertreten sein und sich mit Vertreterinnen und Vertretern der niederländischen Kommunen, der Provinzen und den anwesenden Kommissaren der Königin auszutauschen. Wir werden im nächsten Newsletter über den Termin berichten.