Personen vor einer Skulptur

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Shalom – jüdisches Leben heute!


Grußworte zum Wettbewerb

Armin Laschet

Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen

Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Armin Laschet

© Staatskanzlei NRW

In diesem Jahr feiern wir ein wichtiges Jubiläum: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland. Dieses besondere Jubiläumsjahr ist eine schöne Gelegenheit daran zu erinnern und bekannt zu machen, wie lange schon Menschen mit jüdischem Glauben in unserem Land leben und wie lange sie schon Teil der Geschichte unseres Landes sind. Vielen von uns ist sehr bewusst, dass ihre Geschichte viel zu oft von unvorstellbarem Leid, blindem Hass und grenzenloser Verachtung geprägt war – der 27. Januar erinnert uns jedes Jahr an die unfassbaren Verbrechen der Shoa und an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Aber die vielseitige, beeindruckende und so wertvolle jüdische Kultur und das heutige Leben der Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland sind auch nach 1700 Jahren vielen noch immer kaum bekannt.

Mehr darüber zu erfahren und zu lernen, ist heute, über 75 Jahre nach dem Holocaust, in einer Zeit, in der Antisemitismus, Vorurteile, Hass und Hetze wieder auf dem Vormarsch sind, ganz besonders wichtig. Der Schülerwettbewerb der Bezirksregierung Münster und der Jüdischen Gemeinden ist deshalb eine tolle Möglichkeit, um jüdische Kultur und jüdisches Leben zu erleben und zu verstehen. Und das gelingt am besten, wenn man Menschen jüdischen Glaubens kennenlernt, sich offen begegnet, im Austausch mit ihnen ist und gemeinsame Erfahrungen teilt. Deshalb habe ich sehr gerne die Schirmherrschaft über diesen Schülerwettbewerb übernommen. Und wir in Nordrhein-Westfalen können auch stolz darauf sein, dass bei uns mit rund 27.000 Menschen jüdischen Glaubens die größte jüdische Gemeinschaft in der gesamten Bundesrepublik Deutschland zuhause ist.

Nun hoffe ich sehr, dass viele Schülerinnen und Schüler am Wettbewerb teilnehmen und diese wunderbare Chance nutzen. All jenen, die dabei mithelfen und sich engagieren, danke ich sehr herzlich. Und allen Schülerinnen und Schülern wünsche ich viel Freude, unvergessliche Erfahrungen und spannende Einblicke.

Dorothee Feller

Regierungspräsidentin des Regierungsbezirks Münster

Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller

© Bezirksregierung Münster

Gemeinsamkeiten entdecken

Die Verwendung des Begriffs „Jüdisches Leben“ weckt bei uns Deutschen in der Regel die Erinnerungen an die Gräueltaten im Nationalsozialismus. Seit mehr als 75 Jahren setzen wir uns in Deutschland in vielfältiger Weise mit der Aufarbeitung des Nationalsozialismus auseinander. Der Zweite Weltkrieg und seine Ursachen sind ein nicht mehr wegzudenkender Teil des Geschichtsunterrichts an deutschen Schulen.

Deshalb wissen wir heute so einiges über die Geschehnisse aus dieser Zeit. Wir wissen um die Machenschaften und Gräueltaten des nationalsozialistischen Regimes; um das unendliche Leid, das Millionen von Menschen ertragen mussten.

Doch obwohl Jüdinnen und Juden als Opfer des Nationalsozialismus seit jeher fester Bestandteil dieser Aufarbeitung sind, wissen wir nur sehr wenig darüber, wer Jüdinnen und Juden sind und was die jüdische Kultur und Lebensweise ausmacht, wie sie heute leben. Was sind die typisch jüdischen Besonderheiten? Ihre Stärken? Ihre Eigenarten? Welche Musik hören sie? Welche Bücher lesen sie? Welche Lebensmittel prägen eine typisch jüdische Mahlzeit? Auf viele dieser Fragen können wir gar nicht oder bestenfalls nur vage antworten. Vielen Menschen ist die jüdische Kultur bis heute fremd – und die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass diese Unkenntnis wieder einmal gefährliche Formen annimmt.

Mit dem Schülerwettbewerb „Shalom – jüdisches Leben heute!“ haben wir uns zum Ziel gesetzt, Schülerinnen und Schüler neugierig zu machen für die jüdische Kultur heute; ihre Lebensweise und die Menschen, die beides prägen. Wir wollen junge Menschen motivieren, dem vermeintlich „Anderen“ nicht mit Skepsis oder gar Ablehnung zu begegnen, sondern neugierig und offen auf Entdeckungsreise zu gehen – um eine Kultur zu entdecken, in der so manches anders ist, mit der wir vor allem aber auch viele Gemeinsamkeiten verbinden.

Während der Organisation dieses Wettbewerbs in Zusammenarbeit mit den jüdischen Gemeinden des Regierungsbezirks ist jedenfalls eines sehr deutlich geworden: Wer interessiert und zugewandt auf unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger zugeht, der wird mit offenen Armen empfangen!

Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern viel Freude und vor allem viele spannende Eindrücke auf ihrer Entdeckungsreise!

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