Personen vor einer Skulptur

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Shalom – jüdisches Leben heute!


Dritter Platz
Pascal-Gymnasium, Münster

Übergabe der Urkunde für den drittenPreis

© Bezirksregierung Münster

Im Alter von 12 Jahren werden Mädchen (bei Jungs dauert es ein Jahr länger) im Sinne des jüdischen Religionsgesetzes zu Erwachsenen. Als „Bat Mizwa“ (deutsch: „Tochter des Gebots“) und „Bar Mizwa“ („Sohn des Gebots“) übernehmen sie dann alle religiösen Rechte und Pflichten eines Mitglieds der jüdischen Gemeinschaft. Was das genau bedeutet, wie die religiöse Volljährigkeit in einer jüdischen Gemeinde gefeiert wird, was es zu essen gibt, was man anzieht und was die religiösen Rechte und Pflichten von Mädchen und Jungs unterscheidet, was vielleicht ähnlich wie bei der katholischen Kommunion oder eben ganz anders ist – all das haben Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangsstufe des Pascal-Gymnasiums in Münster sich von der gleichaltrigen Alexandra und ihrer Mutter erzählen lassen und ihre Forschungsreise in einem 15-minütigen Film dokumentiert. 

Den Kontakt zu Alexandra und ihrer Mutter stellten die Schülerinnen und Schüler über die jüdische Gemeinde Münster her. Im Mittelpunkt steht das Interview mit Mutter und Tochter, aber die Schülerinnen und Schüler treten auch selbst auf und berichten, was sie aus dem Gespräch alles gelernt haben. Dazu fertigten sie nicht nur eigene Grafiken an, die die Berichte von Alexandra und ihrer Mutter ergänzen. Da Mutter und Tochter zwar bereitwillig von der „Bat Mizwa“ erzählten, aber selbst nicht gefilmt werden wollten, fanden die Schülerinnen und Schüler auch dazu eine sehr kreative Animations-Lösung. Zusätzlich zu Grafiken und Animationen fügten sie noch erklärende Texttafeln in ihren Film ein.

Im Gespräch mit Alexandra und ihrer Mutter geht es ganz nebenbei auch um Religionsunterricht, Antisemitismus und die Unterschiede jüdischen Lebens in Deutschland, Israel und der früheren Sowjetunion.

Der dritte Preis im Schüler*innenwettbewerb „Shalom – jüdisches Leben heute!“ geht an:

  • Felizitas Bogner
  • Helene-Marie Gaukesbrink
  • Emma Hinze
  • Ella Ruhwinkle
  • Finley Schleutker
  • Alva Werlemann
  • Sören Werlemann

vom Pascal-Gymnasium in Münster für das von ihrer Lehrerin Dr. Elisabeth Esch-Wermeling betreute Projekt:

„Bar/Bat Mizwa als Jugendliche/r in Deutschland“

Die Bewertung der Jury:

„Vom ersten bis zum letzten Bild sieht man dem Film an, mit wie viel Neugier und Engagement die Schülerinnen und Schüler an ihm gearbeitet haben, wie selbstständig und kreativ sie zu Werke gegangen sind. Weit über die Unterrichtszeit hinaus haben sie etliche Stunden ihrer Freizeit in das Projekt gesteckt und dabei viel gelernt. Ihre Lösung, Alexandra und ihre Mutter zu zeichnen, um sie animiert zu Wort kommen zu lassen, ist ein wunderbarer Einfall. Zugleich zeigt dies ein ernstes Problem, von dem alle jüdischen Gemeinden in Westfalen und vermutlich überall in Deutschland berichten: Viele Jüdinnen und Juden reagieren auf den sie umgebenden und zunehmend gewalttätigen und lebensbedrohenden Antisemitismus in unserem Land damit, dass sie ihr Jüdischsein öffentlich lieber nicht zeigen und auch auf das Tragen religiöser Symbolen außerhalb des geschützten Raums jüdischer Einrichtungen verzichten. Der Film „Bar Mizwa/ Bat Mizwa als Jugendliche/r in Deutschland“ zeigt somit auch und vor allem der nicht-jüdischen Mehrheitsgesellschaft, wie sehr Hass und Hetze unser Zusammenleben bedrohen.“

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