Personen vor einer Skulptur

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Shalom – jüdisches Leben heute!


Erster Platz
Gymnasium Martinum, Emsdetten

Übergabe der Urkunde für den ersten Preis

© Bezirksregierung Münster

Das Ziel für die vier Spielerinnen und Spieler ist ganz einfach: Wer zuerst fünf Lichter gesammelt hat, hat gewonnen! Dazu brauchen die Spielerinnen und Spieler aber nicht nur Würfelglück, sondern auch eine Menge Wissen – das sie spätestens nach dem Spiel auch tatsächlich haben werden. Denn immer, wenn man auf dem Spielfeld, das in Form eines Davidsterns gestaltet ist, auf ein hell-, mittel- oder dunkelblaues Feld kommt, muss man eine Karte ziehen, und dann wird es knifflig. „Dufte zocken!“, so seine Erfinder*innen, ist das „ultimative Brettspiel zu jüdischen Festen und Feiertagen“.

Damit es sich bei vier Spielerinnen und Spielern nicht knubbelt, hat die Gruppe auf dem Spielfeld die Laufrichtungen auf den beiden Dreiecken des Davidsterns vorgegeben, Rauswerfen gibt es nicht. Die spielentscheidenden Lichter gibt es immer, wenn man jeweils drei der hell-, mittel- oder dunkelblauen Aufgaben richtig löst. Dazu muss man zum Beispiel wissen, wie die jüdische Beschneidung heißt – „Britta Miza“ ist nah dran, aber falsch –, an was am Feiertag Purim erinnert wird, oder wie lange das Lichterfest „Chanukka“ dauert. Daneben gibt es noch grüne und gelbe Felder für Pausen und Aktionskarten, die natürlich ebenfalls Einfluss auf das Spielergebnis haben. Wer die richtige Aktionskarte erwischt, bekommt zum Beispiel ein Licht extra, wenn sie oder er das Lied „Schalom Chaverim“ singen kann.

Der Spielname „Dufte zocken“ ist nicht willkürlich gewählt. Er greift zwei Worte auf, die ursprünglich aus dem Rotwelschen und Jiddischen stammen. Sie sind um das Jahr 1900 in die deutsche Umgangssprache eingewandert und wurden – wie viele sondersprachliche Soziolekte gesellschaftlicher Randgruppen, ganz ähnlich der „Masematte“ in Münster – von den Nazis verfemt und getilgt, die Sprecherinnen und Sprecher dieser Sprachen verfolgt und ermordet. Der Name ist somit mehr als geeignet, Schülerinnen und Schüler an das Wissen über jüdische Feste und Feiertage heranzuführen, das im Alltagsleben Deutschlands einst so verbreitet war wie die Worte „dufte“ und „zocken“.

Der erste Preis im Schüler*innenwettbewerb „Shalom – jüdisches Leben heute!“ geht an:

  • Sophia Miethe
  • Sina-Marie Werning
  • Leon Ahlert
  • Florian Benker
  • Tristan Ruhmöller
  • Max König

vom Gymnasium Martinum in Emsdetten für das von ihrer Lehrerin Jasmin Lucas betreute Projekt:

„Dufte zocken! Das ultimative Brettspiel zu jüdischen Festen und Feiertagen“

Die Bewertung der Jury:

„Gut, dass die Gruppe entsprechend der Wettbewerbs-Regeln nur die Dokumentation und nicht das Spiel selbst eingereicht hat – die Jury-Sitzung hätte ewig gedauert. Schon allein die Lektüre der Spielkarten mit ihren teils sehr witzigen Antwortmöglichkeiten macht richtig Lust, durfte zu zocken. Die Herangehensweise, spielerisch etwas über Feste und Feiertage zu lernen, ist sehr kreativ und ansprechend. Die Extra- und Aktionskarten sind ebenfalls sehr einfallsreich und zudem mit einer herrlichen Prise Humor gestaltet. Herausgekommen ist ein Spiel, das wirklich spielbar und gut durchdacht ist. Auch die Spielausstattung mit einfachen Mitteln ist sehr gelungen. Dass der Name des Spiels zudem an die jiddisch-deutsche Sprachgeschichte referiert, ist – um in der Spielsprache zu bleiben – noch ein Extra-Bonus. Die Jury findet: Ein tolles, geistreiches und sehr unterhaltsames Projekt, bei dem von der Idee über den Entwurf und die inhaltliche Gestaltung bis hin zur Umsetzung alles stimmt. Herzlichen Glückwünsch zum ersten Preis!“

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