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Natur- und Landschaftsschutzgebiete


Steinbruch Gravenhorst

Die Verordnung umfasst das ca. 25 ha große Naturschutzgebiet „Steinbruch Gravenhorst“, das nördlich von Hörstel-Riesenbeck, Kreis Steinfurt im Naturraum Ostmünsterland liegt.

Bei dem Naturschutzgebiet handelt es sich um einen ehemaligen Sandsteinbruch in dem sich seit seiner Stilllegung 1968 ein Biotopmosaik aus Eichen-Birkenmischwäldern, lückigen Kiefernmischwäldern, Tümpeln, feuchten Pionierfluren sowie trockenen und feuchten Zwergstrauchheiden entwickelt hat. Neben örtlich. steilen Felsböschungen ist der überwiegende Teil der Hangpartien mit Kiefernwald, stellenweise auch mit Eichen-Birkenwald bewaldet. Das Naturschutzgebiet schließt zudem an den Steinbruch angrenzende Bereiche ein, die aus zum Teil feuchten Grünlandflächen sowie Sekundärwäldern über Abraum als auch aus bodenständigen Laubwaldbeständen bestehen. Auf einer Fläche im Nordwesten des Steinbruchs, auf der sich bis zum Jahr 2004 noch Betriebsgebäude befanden, ist nach deren Rückbau ein durch Quellwasser gespeister Flachwassersee entstanden.

Der seit etwa 50 Jahren der natürlichen Entwicklung überlassene Steinbruch hat sich, aufgrund des entstandenen Reichtums an unterschiedlichen Biotopen und insbesondere aufgrund der noch offenen, nährstoffarmen Bereiche sowie der Wasser- und Sumpfflächen, zu einem wichtigen Refugium für gefährdete Tier- und Pflanzenarten entwickelt.

Wertgebend für das Naturschutzgebiet sind die kleinflächigen feuchten und trockenen Heideflächen mit Besen- und Glockenheide, die mageren Grünländer, die Rohbodenflächen mit ihren extremen Temperaturunterschieden bei Sonneneinstrahlung, die nährstoffarmen Flachwasserbereiche und die teils offenen Felswände.

Eine hohe Bedeutung hat der Steinbruch auch für Fledermäuse und für die Avifauna, insbesondere den Uhu, der in den letzten Jahren hier regelmäßig brütet.

Ein weiterer wertbestimmender Ausweisungsgrund ist die erdkundliche Entstehungsgeschichte sowie der Referenzcharakter des geologischen Schichtenprofils. Die anstehenden Gesteine bestehen aus dem Gravenhorster Sandstein, einem 125 Millionen Jahre alten Sandstein der Unterkreide, der am Rande des Kreidemeeres in mächtigen Sedimenten abgelagert, verfestigt und im Laufe von weiteren tektonischen Prozessen gefaltet und tlw. senkrecht aufgerichtet wurde.

Wichtige Ziele der Schutzgebietsausweisung sind die Erhaltung bzw. Entwicklung eines reichstrukturierten Landschaftsbereiches mit offenen Vegetationsbeständen aus Heiden und Magergrünländern, nährstoffarmen Stillgewässern und offenen Felsbereichen sowie die Entwicklung naturnaher Waldbestände.

Mit dieser Verordnung werden die Vorgaben des Regionalplanes, Teilabschnitt Münsterland, mit der Darstellung eines „Bereiches für den Schutz der Natur“ konkretisiert und erfüllt.

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