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Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek gratuliert Vorgänger Erwin Schleberger zum 80. Geburtstag

Regierungspräsident a. D. Erwin Schleberger

Regierungspräsident a. D. Erwin Schleberger

Münster. Der frühere münsterische Regierungspräsident Erwin Schleberger feiert heute (2. November) seinen 80. Geburtstag.

Vom 25. August 1978 bis zum 30. September 1995 war er Regierungspräsident in Münster.

Zu seinem Geburtstag gratulierte Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek ihm sehr herzlich und betonte, dass Schleberger mit seinem unermüdlichen Einsatz den Regierungsbezirk Münster maßgeblich mit geprägt habe. Sein Engagement wirke bis heute nach.

Geboren wurde Schleberger 1930 in Wickrathhahn im Kreis Grevenbroich. Nach dem er 1951 sein Abitur am Gymnasium in Rheydt machte, studierte er Rechtswissenschaften in Köln und legte 1955 die erste und 1959 die zweite juristische Staatsprüfung erfolgreich ab. Im gleichen Jahr wurde Schleberger als Regierungsassessor in die allgemeine innere Verwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen übernommen.

Zunächst war er ein halbes Jahr bei der Kreisverwaltung Geldern beschäftigt, bevor er als Dezernent zur Bezirksregierung Düsseldorf wechselte. Dort war er bis 1962 als zweiter Dezernent des Ordnungsdezernates und juristischer Ko-Dezernent für die Dezernate Medizinalaufsicht, Gewerbeaufsicht und Veterinärangelegenheiten tätig. 1960 wurde ihm die Ausbildungsleitung für den gehobenen und mittleren Dienst übertragen. Seit 1961 nahm er außerdem die Aufgabe des stellvertretenden Pressesprechers wahr. 1962 übernahm er das Dezernat für Schulbau, Schulorganisation, Haushalts- und Wirtschaftsangelegenheiten der Lehrer zusätzlich zu seinen Aufgaben als Ausbildungsleiter. 1964 wurde ihm ferner die Ausbildungsleitung für den höheren Dienst übertragen. In diesem Zusammenhang koordinierte und organisierte er die Arbeitsgemeinschaften für Referendare sowie die Ausbildung in den Kommunalverwaltungen und in der Bezirksregierung Düsseldorf.

Ab dem Sommersemester 1964 erhielt Schleberger einen Lehrauftrag an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer.

1965 übernahm Schleberger die Leitung der neu errichteten Landesverwaltungsschule Nordrhein-Westfalen in Hilden.

Am 1. Oktober 1967 wurde Erwin Schleberger zum Abteilungsleiter bei der Bezirksregierung in Arnsberg bestellt. Sein Aufgabenfeld umfasste die Dezernate für Forstwesen, Wasserwirtschaft, Veterinärangelegenheiten, Liegenschaften, Stiftungsaufsicht und Justitiariat.

Vom Sommersemester 1968 bis zum Sommersemester 1978 hatte er einen Lehrauftrag an der Ruhruniversität Bochum für einen Examensklausurenkurs im öffentlichen Recht.

Zweieinhalb Jahre später, im April 1970, wurde er zum stellvertretenden Leiter des Statistischen Landesamtes Nordrhein-Westfalen ernannt.

Auf eigenen Wunsch verließ Schleberger 1972 den öffentlichen Dienst und wurde Beigeordneter beim Deutschen Städtetag in Köln.

Am 25. August 1978 wurde Erwin Schleberger Regierungspräsident in Münster. Ihm war die konsequente Entwicklung eines Konzeptes für den vom Strukturwandel besonders betroffenen Emscher-Lippe-Raum wichtig. Es gelang ihm, die verantwortlichen Kräfte der Region zusammen zu führen und zu gemeinsamem Handeln zu motivieren und so das Regionalbewusstsein zu stärken. Schleberger wirkte auch im Münsterland, beispielsweise durch die seit 1988 stattfindenden Münsterlandtage, auf eine regionale Strukturpolitik hin, um neue Perspektiven für die Umstrukturierung des ländlichen Raumes zu eröffnen.

Im Kulturbereich hat sich Schleberger besonders um die Landesmusikakademie Heek und das Künstlerdorf Schöppingen verdient gemacht.

Schleberger hat die intensiven Kontakte zu den benachbarten niederländischen Provinzen Gelderland und Overijssel weiter ausgebaut und die vertrauensvolles Zusammenarbeiten der Behörden bei gemeinsam zu bewältigenden Problemen vorangebracht. Die Arbeit der EUREGIO hat der unterstützt und gefördert.

Als das Kuratorium für Niederlande-Studien in Münster seine Arbeit aufnahm war Schleberger als Regierungspräsident von Münster der erste Vorsitzende dieses Gremiums. Seine Nachfolger Dr. Jörg Twenhöven und Dr. Peter Paziorek haben nach Schlebergers Pensionierung die enge Zusammenarbeit zwischen den Regionen weiter vorangebracht.

Als der Kreis Recklinghausen 1982 die Israel-Stiftung gründete, wurde Erwin Schleberger Vorsitzender des Kuratoriums. Ziel der Stiftung ist es, die langjährigen Beziehungen zur Region Nord-Israel auszubauen, die Freundschaft zwischen den Völkern zu vertiefen und dem gemeinsamen Streben nach Fortschritt, Frieden und Brüderlichkeit zu dienen. Schlebergers Nachfolger im Amt des Regierungspräsidenten von Münster nahmen danach diese Aufgabe wahr.

Erwin Schleberger wurde 1984 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. 1995 erhielt er das Große Verdienstkreuz. Im selben Jahr wurde ihm durch die niederländische Königin das Kommandeur-Kreuz des Ordens von Oranje-Nassau verliehen. Ferner ist Schleberger Träger des Feuerwehr-Ehrenzeichens in Silber, der Ehrenplakette des Ersten Korps der Bundeswehr, der Ehrenplakette der Handwerkskammer Münster und der Floriansplakette des Westdeutschen Handwerkskammertags.

Nach seiner Pensionierung wurde Schleberger im Namen der britischen Königin der Titel Honorary Commander of the most excellent Order of the British Empire verliehen. Diese Auszeichnung berechtigt den Träger den Zusatz „CBE“ nach dem Namen zu führen.

Für Verdienste um die römisch-katholische Kirche wurde Schleberger zum Ritter des Ordens vom heiligen Silvester ernannt. Dieser Orden wird unmittelbar vom Papst verliehen.

Seit dem Wintersemester 1995//96 widmet sich Schleberger mit großem persönlichen Gewinn dem Studium im Alter. Nach seiner Pensionierung fand er Zeit sich außerhalb der Jurisprudenz mit den Fächern Theologie und Philosophie zu beschäftigen. Beim Zentrum für Niederlande-Studien belegt er außerdem regelmäßig Vorlesungen in niederländischer Geschichte.

02.11.2010

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