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Hochwasserschutz an der Lippe in Haltern am See muss schnellstens wieder hergestellt werden

Bauarbeiten beginnen im Oktober

Münster/Haltern am See/ Marl. Dass die Hochwassergefahr nicht unterschätzt werden darf, haben die dramatischen Überschwemmungen im Münsterland erst Ende August wieder gezeigt. Für die Siedlung Mersch im Ortsteil Haltern am See-Lippramsdorf ist derzeit kein ausreichender Hochwasserschutz mehr gegeben.

Die Bezirksregierung Münster hat dem Lippeverband deshalb die sofortige Wiederherstellung des Hochwasserschutzes für die Siedlung Mersch aufgetragen. Dafür sind Bauarbeiten am bestehenden Deich auf einer Länge von etwa 500 Metern erforderlich. Betroffen ist der Norddeich westlich des Oelder Wegs im Bereich der ehemaligen Bahntrasse. Der Lippeverband wird im Oktober mit den erforderlichen Arbeiten beginnen.

Bis zum Jahresende wird der Lippeverband unmittelbar hinter dem bestehenden Deichabschnitt einen etwa 500 Meter langen neuen Deich nach aktuellem Stand der Technik errichten. Die Arbeiten sind notwendig geworden, nachdem die Bezirksregierung Münster im Rahmen der Deichüberwachung die aktuellen Deich- und Geländehöhen vermessen hat. Der Deich reicht mit seiner jetzigen Höhe für den notwendigen Hochwasserschutz der Siedlung Mersch nicht mehr aus.

„Den Hochwasserschutz auf die leichte Schulter zu nehmen und von den erforderlichen Deichhöhen abzuweichen ist unverantwortlich“, sagte Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek. „Wir müssen den Hochwasserschutz zugunsten der Menschen garantieren!“

Um für ausreichenden Schutz an der Lippe vorzusorgen, ist es erforderlich, dass die Krone des Deiches mindestens ein Meter über dem statistischen 250-jährigen Hochwasser liegt, da das Hinterland Poldergebiet ist und durch Pumpen entwässert wird. Derzeit ist diese bereits seit Jahrzehnten festgelegte Deichhöhe aufgrund der Absenkungen durch den Bergbau schon um sieben Zentimeter unterschritten und wird sich bis 2014 weiter noch verringern.

Sollte der Deich überlaufen, wäre die Siedlung Mersch schnell drei bis vier Meter unter Wasser. Das heißt, nicht nur die Keller wären überflutet. Ein Einfamilienhaus würde bis zum Dach im Wasser stehen – eine hohe Gefährdung der Bevölkerung.

Deshalb duldet die Wiederherstellung des Hochwasserschutzes für die Siedlung Mersch keinen Aufschub. Aus Gründen der Gefahrenabwehr kann auch nicht mehr abgewartet werden, bis das derzeit laufende Planfeststellungsverfahren für den insgesamt 4500 Meter langen Deichneubau abgeschlossen ist, in dem auch die Einwände aller Betroffenen, einschließlich des Chemieparks Marl, erörtert werden.

Eine Sanierung des bestehenden Deiches scheidet aus, da die Böschungen zur Lippe hin deutlich flacher und länger gebaut werden müssen. Das hätte zur Folge, dass wertvoller Baumbestand zerstört würde. Außerdem ergäben sich erhebliche bautechnische und zeitliche Probleme, da der Hochwasserschutz für die Siedlung auch während der Bauarbeiten erhalten bleiben muss.

21.09.2010

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