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Braune Tröpfchen in Gelsenkirchen kein Mineralöl

Münster/Gelsenkirchen. Die bräunlichen öligen Tröpfchen auf Fahrzeugen, Gartenmöbeln und Pflanzen, die am 12. August viele Bürger in Gelsenkirchen-Beckhausen beunruhigten, sind kein Mineralöl und stammen daher mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht aus der benachbarten Mineralölindustrie.

In den frühen Morgenstunden hatten besorgte Bürger in Gelsenkirchen-Beckhausen den öligen Niederschlag unbekannter Herkunft entdeckt. Die Bezirksregierung Münster und die Stadt Gelsenkirchen leiteten sofort Ermittlungen ein und baten das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) im Rahmen der Amtshilfe um eine Analyse.

Das LANUV hat an verschiedenen Stellen insgesamt drei Proben von Pflanzen mit den schmierigen Tröpfchen und eine Wischprobe von der Oberfläche eines umgestülpten Kinderplanschbeckens mit sichtbaren Ölschlieren genommen und analysiert. Die Ergebnisse der Untersuchungen liegen nun vor: Bei den identifizierten Substanzen handelt es sich nicht um Mineralöle, sondern um Stoffe, die Bestandteile natürlicher Fette* sind und vielfach in der Umwelt vorkommen.

Es wurden keine Inhaltsstoffe gefunden, die typischerweise in Mineralölprodukten zu finden sind. Damit gibt es keinen Hinweis auf einen industriellen Verursacher, zum Beispiel eine Raffinerie.

Die Untersuchungsergebnisse aus Gelsenkirchen-Beckhausen geben damit auch keine Anhaltspunkte dafür, dass die ölhaltigen Niederschläge zu bedenklichen Schadstoffanreicherungen in den Gemüsepflanzen geführt haben. Da jedoch bislang Herkunft und Art des ölhaltigen Niederschlages nicht geklärt ist, wird aus hygienischen Gründen vorsorglich weiterhin empfohlen, auf den Verzehr von Pflanzen oder Pflanzenteilen mit Ölspuren zu verzichten. Dies gilt insbesondere für Blattgemüse wie Salat, Spinat, Mangold. Obst mit sichtbaren Spuren sollte geschält werden; bei Kohlgemüse sollten nur die inneren Blätter verzehrt werden. Der Verzehr von Wurzelgemüse, wie Kartoffeln, Möhren, Schwarzwurzeln ist nach Einschätzung des LANUV unbedenklich. Nach wie vor ist offen, woher der ölhaltige Niederschlag stammt. Die Tröpfchen haben sich auf einer Linie von rund sieben Kilometern verteilt. Die Vermutung, dass es sich bei den tröpfchenförmigen Niederschlägen um Bienen- oder Insektenexkremente handeln könnte (Reinigungsflug von Bienen) hat sich nicht bestätigt. In den rasterelektronenmikroskopischen Untersuchungen sind keine Feststoffanteile zu finden, wie zum Beispiel Verdauungsreste von Blütenpollen. Auch Nachforschungen des Dezernates „Luftverkehr“ der Bezirksregierung Münster ergaben bisher keine neuen Erkenntnisse.

*Öl- und Fettsäuren, Alkohole, Squalen (ungesättigte Kohlenwasserstoffe als Bestandteil pflanzlicher und tierischer Organismen), Diisopropylnaphtalin

31.08.2010

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