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Öffentliche Belobigung für drei Grevener
Regierungspräsident überreicht Ehrenurkunden für Rettungstat

Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek bedankt sich bei Josef Wauligmann, Ute Strothmann und Olaf Rickermann mit einer Ehrenurkunde des Landes Nordrhein-Westfalen und einem Bildband über das Münsterland für die geleistete Hilfe bei einer Rettungstat.

Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek (2. v. r.) bedankt sich bei Josef Wauligmann (links), Ute Strothmann (2. v. l.) und Olaf Rickermann (rechts) mit einer Ehrenurkunde des Landes Nordrhein-Westfalen und einem Bildband über das Münsterland für die geleistete Hilfe bei einer Rettungstat.

Münster/Greven. Für die Hilfe bei der Rettung zweier Jungen hat Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek heute (7. Januar 2010) Ute Strothmann, Olaf Rickermann und Josef Wauligmann aus Greven mit der Ehrenurkunde für die staatliche Anerkennung von Rettungstaten im Land Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

"Nicht wegsehen, sondern hinsehen und couragiert handeln", lobte Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek bei der Verleihung der Urkunden das engagierte Einschreiten der drei Grevener beim Einbruch zweier Kinder ins Eis.

Was war passiert: 21. Dezember 2007, nachmittags gegen 16 Uhr, kurz vor Weihnachten. Die Temperaturen waren seit einigen Tagen in den Minus-Bereich gesunken. Auf dem eingezäunten Regenrückhaltebecken in Greven-Reckenfeld hatte sich eine dünne Eisdecke gebildet. Zwei zehnjährige Jungen fanden ein Loch im Zaun, krochen hindurch und testeten die Tragfähigkeit des Eises. Die Jungen brachen ins Eis ein. Der eine konnte sich ans Ufer retten. Der andere wurde unter das Eis getrieben und verlor die Besinnung.

Sofort läuft der Junge, der sich ans Ufer retten konnte, zum Elternhaus seines Freundes und holte Hilfe. Postbote Josef Wauligmann bekommt das mit und fährt mit seinem Wagen sofort zum rund 580 Quadratmeter großen See. Der Vater und der Freund des im Eis eingebrochenen Jungen folgen Josef Wauligmann im Auto der Familie zum See. Rund einen Kilometer müssen sie am Zaun entlang gehen, um das Loch im Zaun zu finden. Vom Ufer aus ist der Junge nicht auszumachen. Beim Versuch über das Eis zu laufen, bricht auch Josef Wauligmann ein und findet auf dem glitschigen Boden des Sees keinen Halt. Wieder am Ufer richtet er sein Blick entlang der 11,5 cm breiten Betonmauer und sieht dort den Schuh des Jungen auf dem Eis liegen. Er informiert den Vater, der auf die Betonmauer steigt und von dort aus seinen Sohn sucht. 15 Meter vom See entfernt macht er ihn mit den Augen aus, kann ihn aber nicht erreichen.

Olaf Rickermann führt gerade seinen Hund aus, als er einen der Jungen um Hilfe rufen hört. Er fährt mit seinem Auto zum See und sucht vergeblich einen Zugang durch den Zaun. Die Postbotin Ute Strothmann erfährt auf ihrer Tour mit dem Postauto von dem Unfall und ruft sogleich den Rettungsdienst. Anschließend folgt sie Olaf Rickermann mit dem Postauto zum See.

Am See angekommen sind Josef Wauligmann und der Vater des Jungen mit dessen Rettung beschäftigt. Olaf Rickermann packt den völlig durchnässten zweiten Jungen ins Auto und bringt ihn nach Hause. Durch sein umsichtiges Handeln hat er den Jungen vor einer Lungenentzündung bewahrt.

Nachdem die Freiwillige Feuerwehr und der Rettungsdienst am See eingetroffen waren, begaben sich zwei Retter von verschiedenen Seiten ins eisige Wasser, brachen durch die dünne Eisschicht und fanden den bewusstlosen Jungen. Sie hielten den Kopf des leblosen Kindes über Wasser bis weitere Hilfskräfte das Kind mit einem Schlauchboot bergen und ins Krankenhaus bringen konnten.

Die beiden Jungen haben den Vorfall dem Vernehmen nach gut überstanden.

Ute Strothmann hat durch den Anruf bei der Feuerwehr die schnelle Rettung ermöglicht. Ohne Josef Wauligmann wäre der Junge im Eis nicht so schnell gefunden worden. Olaf Rickermann hat den zweiten Jungen ins Warme gebracht und so eine lebensgefährliche Lungenentzündung verhindern können. Dafür haben sie die öffentliche Belobigung des Landes Nordrhein-Westfalen verdient.

Die Feuerwehrleute, die den damals 10-jährigen Jungen unter Einsatz ihres Lebens aus dem eisigen Wasser gerettet haben, werden in einem gesonderten Termin vom Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen geehrt.

07.01.2010

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