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Warendorfer „Heinrich Friederichs-Stiftung“ staatlich anerkannt

Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek, Bernhild Erichsen, Rosemarie Friederichs, Maria Friederichs, Prof. Dr. Hans-Uwe Erichsen, Hans-Georg Friederichs und Hendirk Friederichs

Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek, Bernhild Erichsen, Rosemarie Friederichs, Maria Friederichs, Prof. Dr. Hans-Uwe Erichsen, Hans-Georg Friederichs und Hendirk Friederichs (v. r.).

Münster/Warendorf. Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek überreichte heute (30. März) die staatliche Anerkennungsurkunde für die Warendorfer „Heinrich Friederichs-Stiftung“ an dessen Ehefrau und Stifterin Maria Friederichs, Sohn Hans-Georg mit Ehefrau Rosemarie und Enkel Hendirk sowie Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Hans-Uwe Erichsen.

Die „Heinrich Friederichs-Stiftung“ hat sich zum Ziel gesetzt, Kunst, Kultur und Denkmalpflege zu fördern. Der Stiftungszweck soll insbesondere dadurch erreicht werden, dass die Werke des Künstlers Heinrich Friederichs erhalten, gepflegt und aufgearbeitet werden. Zudem soll das Lebenswerk des Künstlers der Öffentlichkeit erschlossen werden.

Heinrich Friederichs gehörte zu den wenigen Künstlern, die in der dreibändigen Stadtgeschichte von Warendorf aus dem Jahr 2000 in dem Beitrag über Kunst und Künstler ausführlich vorgestellt wurden. Sichtbare Spuren seines bildhauerischen Schaffens sind noch heute vornehmlich in der Altstadt von Warendorf zu finden. Bereits mit 14 Jahren begann die künstlerische Karriere des am 16. Juni 1912 in Warendorf geborenen Bäckersohnes mit einer Bildhauerlehre bei einem ansässigen Steinmetz. Als ausgelernter Geselle verfeinerte Friederichs seine Kenntnisse Mitte der 1930er Jahre an der Hamburger Landeskunstschule, an der Kunstakademie in Berlin-Charlottenburg sowie in Düsseldorf in den Bereichen Kunstgeschichte, Anatomie und Aktzeichnung. In dieser Zeit beteiligte er sich an zahlreichen wichtigen Ausstellungen in Berlin, Dortmund, Bielefeld, Münster, Warendorf und München. Bereits 1937 wurde ihm vom Westfälischen Kunstverein der Bildhauerpreis „Jung Westfalen“ verliehen. Im Jahr 1938 kehrte er dann nach Warendorf zurück.

Seine bildhauerischen Arbeiten sind überwiegend in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg entstanden. Sie sind geprägt von einer tiefen Religiosität und von dem künstlerischen Einfluss von Ernst Barlach, mit dem er während seines Studiums an der Kunstakademie Berlin-Charlottenburg engen Kontakt pflegte. Obgleich die Arbeiten von Barlach während der NS-Zeit auf dem Index standen und zur „verfehmten Kunst“ gehörten, fanden sie in den Arbeiten von Heinrich Friederichs großen Nachhall. Während seines Studiums der Bildhauerei bei Professor Guntermann in Münster war die Bildhauerin Hilde Schürk-Frisch seine überaus begabte Mitstudentin.

Nach seiner Heirat im Jahr 1938 bestimmten der Ausbruch des zweiten Weltkrieges und die Einberufung Friederichs im Jahr 1941 das Leben der jungen Familie. Mit dem Beginn des Russlandfeldzuges kam Heinrich Friederichs an die Ostfront, wo Zeichnen und Malen mit einfachsten Mitteln auf kleinen Skizzenblättern, Feldpostkarten und -briefen für ihn der einzige Weg war, um den grausamen Alltag des Krieges, Leid und Zerstörung festzuhalten und zu verarbeiten. So wurde der Nachwelt eine große Anzahl vielfältigster Skizzen erhalten, die das Leiden der Zivilbevölkerung, verwüstete Landschaften und zerstörte Dörfer festhalten, aber auch Porträtskizzen von gefangenen Soldaten und die der eigenen Kameraden an der Front.

Heinrich Friederichs starb am 10. August 1944 an den Folgen einer schweren Verwundung, die er beim Rückzug von Leningrad erlitten hatte. In einem Massengrab in der Weite Russlands fand er mit 32 Jahren seine letzte Ruhestätte.

Das Anfangsvermögen der Stiftung beträgt 75.000 Euro und muss in seinem Wert in voller Höhe erhalten bleiben. Das Vermögen der Stiftung kann durch Zustiftungen erhöht werden. Des Weiteren gehören die Kunstwerke aus dem Nachlass des Künstlers zum Stiftungsvermögen.

In der Stadt Warendorf ist die „Heinrich Friederichs-Stiftung“ die fünfte Stiftung, kreisweit die 43. Stiftung und im Regierungsbezirk Münster die 451. Stiftung.

30.03.2009

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