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RP hat Münsters Luftqualität im Blick:
Luftqualitätsplan für Münster ist fertig; erste Maßnahmen greifen
Der Luftqualitätsplan, wie er nach Definition der neuen EU Richtlinie über Luftqualität und saubere Luft in Europa jetzt heißt, war aufgrund von EU-Vorgaben und Gesetzen notwendig geworden. Diese stufen die in Münster stark erhöhten Belastungen mit Stickstoffdioxid und Feinstaub, wie beispielsweise an der Weseler Straße oder Bült, als gesundheitlich bedenklich ein.
Nach Veröffentlichung des Planentwurfs zum 30. Januar 2009 waren verschiedene Stellungnahmen eingegangen. Diese wurden geprüft, abgewogen und in den nunmehr fertigen Plan eingearbeitet.
Der Plan wurde in guter Zusammenarbeit mit den Ämtern der Stadt Münster, den Stadtwerken Münster, der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen, der Handwerkskammer, sowie der Kreishandwerkerschaft, Vertretern von Umweltorganisationen, der oberen Straßenverkehrsbehörde vom Immissionsschutzdezernat der Bezirksregierung Münster erarbeitet. Er umfasst mehr als 30 Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Luft in den besonders stark befahrenen Straßen der Stadt.
Nach Ansicht von Immissionsschutzdezernent Dr. Johannes Wiedemeier hat sich die Arbeit am Luftqualitätsplan gelohnt und wird von vielen Bürgern unterstützt. Zu den Zielen des Planes wirkt sich die Abwrackprämie der Bundesregierung positiv auf die Belastungssituation aus, da schadstoffträchtige Altfahrzeuge gegen schadstoffarme Fahrzeuge ausgetauscht wurden und werden.
Die Stadtwerke Münster haben innerhalb der vergangenen zwölf Monate 19 alte Stadtbusse, das sind 15 Prozent des Bestandes, gegen solche mit modernster Abgasreinigungstechnologie ausgetauscht. Die neuen Busse sind zudem barrierefrei und haben geringere Lärmemissionen.
Weitere 17 Kraftfahrzeuge wurden gegen erdgasbetriebene Fahrzeuge ausgetauscht. Bereits ab August 2009 soll kein Bus des öffentlichen Nahverkehrs mehr ohne grüne Umweltplakette die Weseler Straße befahren. Bis zum 30. September 2010 soll kein Bus der Stadtwerke mehr ohne grüne Umweltplakette in Münsters Innenstadt fahren.
Durch gezielte Werbemaßnahmen konnte von Mitte 2008 bis Februar 2009 die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs in Münster verbessert und die Anzahl der Job-Ticket-Besitzer um sechs Prozent gesteigert werden.
Die Stadt Münster hat mit dem Testbetrieb und dem Umbau der Ampelsteuerungen für die viel befahrene Achse Weseler Straße/Steinfurter Straße begonnen. Für einen deutlich verbesserten Verkehrsfluss werden 33 neue Ampelanlagen sorgen. Sie sollen das schadstoffträchtige Halten und Anfahren minimieren.
Ob es für die Innenstadt in Münster eine Umweltzone geben wird, entscheidet sich Mitte 2009 nach Auswertung der neuesten Messergebnisse.
Inzwischen liegen erste, vorsichtig zu bewertende Messergebnisse von zwei Messstellen an der Weseler Straße vor. Während die Messstelle gegenüber der Antoniuskirche früher Stickstoffdioxid-Messwerte im Bereich größer als 70 Mikrogramm pro Kubikmeter aufwies, lagen die Messwerte im Januar und Februar 2009 bei 62 bis 63 Mikrogramm pro Kubikmeter. An der zweiten Messstelle, die 2008 kontinuierlich Messwerte für Stickstoffoxide im Bereich 62 bis 66 Mikrogramm pro Kubikmeter aufwies, wurden im Januar und Februar Werte von 54 bis 55 Mikrogramm pro Kubikmeter festgestellt. Das lässt hoffen.
Nicht erst seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom 25. Juli 2008, welches jedem Bürger ein einklagbares Recht auf die Minimierung der Luftschadstoffe durch die Forderung nach Aufstellung eines Luftreinhalte-/Luftqualitätsplanes garantiert, engagiert sich die Bezirksregierung Münster für die Luftreinhaltung.
So war bereits im Jahr 2008 ein Luftreinhalteplan für das Ruhrgebiet aufgestellt worden, für dessen nördlichen Teil die Bezirksregierung Münster die Federführung übernommen hatte. „Erste Ergebnisse zur Umsetzung dieses Planes zeigen bereits eine positive Entwicklung.“, sagt Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek. „Beispielsweise seien die Überschreitungstage für Feinstaubwerte in Gelsenkirchen-Bismarck von 26 in 2007 auf 15 in 2008 gesunken. In Bottrop-Welheim ist die Tendenz zu besserer Luftqualität noch deutlicher zu sehen. Die Überschreitungstage für Feinstaub lagen im Jahr 2007 bei 32 und sind 2008 auf 9 gesunken.“ berichtet Paziorek.
Der nunmehr fertige Luftqualitätsplan Münster tritt zum 1. April 2009 in Kraft und wird im Amtsblatt der Bezirksregierung Münster und im Internet veröffentlicht.
30.03.2009

