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Regierungspräsident überreicht Heinrich Ahlert das Bundesverdienstkreuz
Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek und die Eheleute Helga und Heinrich Ahlert
Neben seiner Ehefrau Helga und den zahlreichen Familienmitgliedern und Freunden gratulierten die Verwaltungsspitze und führende SPD-Vertreter aus Marl. Der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Peter Wenzel hob neben den zahlreichen Verdiensten hervor, dass Ahlert in seiner münsterländischen Art als stellvertretender Bürgermeister ein inniges Verhältnis zu den zahlreichen Marler Vereinen pflegte.
In seiner Festrede würdigte der Regierungspräsident das langjährige Engagement und die auszeichnungswürdigen Verdienste des 76-jährigen Marlers, insbesondere im kulturellen Bereich, aber auch auf dem kommunalpolitischen Sektor. "Ohne ehrenamtliche Kommunalpolitiker wie Sie ist Politik auf der kommunalen Ebene gar nicht möglich", lobte Paziorek den bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1995 als Schulleiter an der Willy-Brandt-Gesamtschule in Marl tätigen Ahlert.
Der 1933 in Nordwalde geborene, verheirate Vater von zwei Kindern engagiert sich seit 1999 als Mitglied mehrer Städtepartnerschaftsvereine und bringt sich als Mitgründer und Vorsitzender des deutsch-türkischen Städtepartnerschaftsvereins Marl-Kusadasi e.V. ein. In dieser Funktion sorgte er gemeinsam mit dem Verein für den Bau eines Behindertenhauses in Kusadasi. Zur Finanzierung organisierte er Spendensammlungen in Deutschland und in der Türkei. Einmal jährlich bietet er interessierten Marler Bürgern Bildungsreisen in die Türkei sowie Schüleraustausche zwischen deutschen und türkischen Schulen in Kusadasi und Izmir an.
Im Jahr 2000 organisierte er unter der Schirmherrschaft des damaligen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Clement, ein Konzertprojekt "Carmina Burana" im antiken Theater in Ephesus, bei dem Chorsänger und Musiker aus beiden Nationen mitwirkten. Dieses Konzert fand mit rund 10.000 Zuschauern eine große Medienresonanz in der Türkei und auch ein zweites Konzert mit gut 7.000 Zuschauern war ein gelungener Beitrag zur Förderung der Völkerverständigung. Der Erlös beider Konzerte floss an das Behindertenheim in Kusadasi.
Im Jahr 2001 war Ahlert Mitinitiator des Kunst-Projektes "Glasbodenboot". Schüler von Marler Schulen hatten aus Gläsern und Flaschen ein Boot hergestellt, das vom Städtepartnerschaftsverein auf eine Reise durch die sechs Partnerstädte der Stadt Marl geschickt und 2010 wieder am Ausgangspunkt zurückerwartet wird.
Von 2000 bis 2004 war Heinrich Ahlert Vorsitzender des Vereins Intercent e.V. (Internationales Bildungs- und Begegnungszentrum), seit 2004 ist er stellvertretender Vorsitzender. Der 1983 gegründete Verein will das Zusammenleben von Migranten und Deutschen in Marl fördern. Ahlert initiierte Bewerbungstrainings, PC-Schulungen sowie eine ehrenamtliche Hausaufgabenhilfe für Jugendliche aus Migrantenfamilien. Gemeinsam mit der Katholischen Aloysiusgrundschule entwickelte er ein Projekt zur Förderung der deutschen Sprachkompetenz von Grundschülern mit Migrationshintergrund.
Seit Ende der 1970er Jahre ist Heinrich Ahlert Mitglied der SPD. Von 1996 bis 2008 war er als sachkundiger Bürger Mitglied der Ratsausschüsse, die sich mit Kultur-, Schul- und Bildungsfragen befassen.
Von 1999 bis 2004 engagierte er sich als gewähltes Ratsmitglied und stellvertretender Bürgermeister der Stadt Marl.
Von 1996 bis 1999 war er SPD-Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Bildung und organisierte mehrere Diskussionsveranstaltungen zum Thema "Zukunft der Bildung- Schule der Zukunft". Zudem setzte er sich intensiv für die Integration von behinderten Kindern in der Grundschule ein.
1999 übernahm Ahlert die Aufgabe des stellvertretenden Vorsitzenden des Heimatvereins Marl. Unter seiner Mitarbeit übernahm der 750 Mitglieder starke Verein die Betreuung von fünf historischen Gebäuden. Darüber hinaus war Ahlert für mehrere Vereinsprojekte im Kulturbereich zuständig. Auch bei türkischen Mitbürgern konnte er das Interesse wecken, sich an Aktivitäten des Heimatvereins zu betätigen. So betreut er persönlich die Ortsgruppe des Heimatvereins im Stadtteil Marl-Hamm, in dem auch viele türkische Mitbürger wohnen und sucht über die Schulen den Dialog mit Kindern und Jugendlichen.
Seit Beginn der 1970er Jahre engagiert sich Heinrich Ahlert als Vorstandsmitglied und zeitweise auch als Vorsitzender des Tennisvereins TC Marl 33 und setzt sich dafür ein, insbesondere Jugendliche für den Tennissport zu begeistern. Während seines Vorsitzes gewann der Verein 500 neue Mitglieder hinzu. Eine drohende Insolvenz des Vereins im Jahr 2006 konnte er abwenden.
25.09.2009

