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RP überreicht Bundesverdienstkreuz an Walter Bourichter
Walter Bourichter (links) nahm heute im Beisein von Ehefrau Margret (Mitte) das Bundesverdienstkreuz aus den Händen von Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek (rechts) entgegen.
Der 66-jährige in Ascheberg lebende Bourichter hat sich durch sein langjähriges Engagement im kulturellen Bereich sowie in der beruflichen Bildung auszeichnungswürdige Verdienste erworben.
Seine berufliche Laufbahn begann Walter Bourichter 1971 als Diplom-Verwaltungswirt bei der Handwerkskammer Münster. Zuletzt war er dort als Hauptgeschäftsführer tätig. Im Jahr 2008 trat er in den Ruhestand.
Walter Bourichter war es ein besonderes Anliegen Kunst und Kultur stärker in die handwerkliche Aus- und Weiterbildung einzubinden. Dazu gründete er 1990 die Akademie Gestaltung. Handwerker lernen dort zu entwerfen, zu planen und zu präsentieren sowie Kunden zu beraten und Aufträge zu managen. Seine Erfahrungen brachte er in das „Lehrbuch- und Leitfaden für die Gestaltung im Handwerk“ ein. Es wird vom Zentralverband des Deutschen Handwerks gemeinsam mit Fachhochschullehrern herausgegeben. Als Mitglied des Fördervereins der Fachhochschule Münster förderte er durch gemeinsame Projekte die Zusammenarbeit von Fachhochschule und Handwerk.
In den 80er und 90er Jahren betreute Bourichter den von ihm initiierten Austausch mit der Academia di Belli Arti in Florenz. Sommerakademien in Münster und Raesfeld gaben jungen Künstlern, Studierenden und Handwerkern Gelegenheit, ihre Fähigkeiten in der Freskomalerei weiter zu entwickeln. Als Vorstandsmitglied der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft von Pescia fördert er noch heute den Austausch deutscher und italienischer Künstler. Durch die besonderen Beziehungen nach Italien unterstützte Bourichter die Entstehung der Städtepartnerschaft zwischen seiner Heimatstadt Ascheberg und der italienischen Stadt Buggiano.
Durch die Arbeit im Kuratorium der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit lernte er junge Künstler kennen und förderte sie. Im Kulturkreis Schloss Raesfeld beteiligte er sich maßgeblich an den jährlich stattfindenden Schlosskonzerten. Im Kulturausschuss des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks war er an der Erarbeitung des Papiers „Handwerkskultur – Ziele, Themen, Positionen“ beteiligt.
Er war an der Gründung des Instituts für handwerkliche Bauwerkserhaltung und Baudenkmalpflege in Bad Düben, das seit 2006 Bernhard-Remmers-Akademie heißt, beteiligt. Er gehört der Vergabejury an, die alle zwei Jahre den Bernhard-Remmers-Preis für hervorragende Leistungen in der Baudenkmalpflege an Architekten und Handwerksunternehmen verleiht.
Im Kuratorium der Stiftung Westfaleninitiative engagierte er sich bei der Förderung des westfälischen Brauchtums und der Kultur. Er trat der Aldegrever-Gesellschaft bei und förderte junge Künstler. Ebenfalls gehört Bourichter der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit an, die Nachwuchskünstler auf den Gebieten der Literatur, Musik und darstellenden Kunst fördert.
Bourichter engagiert sich seit dem Jahr 2000 in der Paul-Schnitker-Stiftung. Diese verleiht alle zwei Jahre den Paul-Schnitker-Preis an Persönlichkeiten, die sich um die Förderung von Wissenschaft und Bildung auf dem Gebiet von Handwerk und Gewerbe verdient gemacht haben.
Walter Bourichter gab in den 90er Jahren den Anstoß zur Einrichtung des Instituts für Umweltschutz im Handwerkskammer Bildungszentrum Münster. Durch die intensive Begleitung von Walter Bourichter gehört es heute zu den führenden Umweltinstituten des Handwerks in Deutschland. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Umwelt entstand das Paul-Schnitker-Haus Demonstrationszentrum Bau und Energie.
Als 1998 das Zentrum für Handwerk und Wissenschaft mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet wurde, führte Walter Bourichter von Beginn an die Geschäfte des Zentrums. Auf sein Betreiben hin können nun Handwerker im Bildungszentrum den Bachelor-Grad erwerben.
Von 2001 bis 2008 gehörte Bourichter dem Aufsichtsrat der vom Land gegründeten „Start Zeitarbeit NRW GmbH“ an. Die Gesellschaft vermittelt Arbeitslose und Lehrlinge an Firmen und schafft so eine Perspektive für die Zukunft. Seit 2006 gehört Bourichter dem Vorstand des Carl-Duisberg-Arbeitskreises NRW an, der den internationalen Austausch von Berufsanfängern fördert.
Als Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Münster hat er sich am Aufbau der Handwerkskammer-Partnerschaften mit Krakau/Polen, Eger/Ungarn, Orléans/Frankreich und Rostock/Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sowie ein Projekt mit Partnern in Kostroma/Russland begleitet.
Von 1977 bis 1984 gehörte Bourichter dem Kreistag des Kreises Coesfeld an. Als sachkundiger Bürger im Wirtschaftsausschuss des Rates der Gemeinde Ascheberg engagierte er sich von 1994 bis 1999.
Bourichter gründete 1984 den Verein Zur Förderung von Selbsthilfegruppen in Münster. Er hat sich erfolgreich an der Einwerbung von Spendengeldern beteiligt. Davon wurden 88 Selbsthilfegruppen unterstützt. Er setzte sich persönlich für die Betreuung von Aussiedlern und Obdachlosen ein.
Seit 13 Jahren ist Walter Bourichter im Aufsichtsrat der Volksbank Münster tätig. Den Vorsitz hat er seit 2002.
24.02.2009

