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Grundlage für europäischen Gewässerschutz: Vorbereitungen der Bezirksregierung Münster für eine gute Wasserqualität der Lippe

Münster/Herten. Die Lippe ist ein 220 Kilometer langer Flusslauf mit einem Einzugsgebiet von 4.888 Quadratkilometern. Sie dient der Schifffahrt, der Wasserregulierung des westdeutschen Kanalnetzes, wird von einigen Kraftwerken als Kühlung genutzt, ist den Menschen Erholungsgebiet und Flora und Fauna Lebensraum. Wasserqualität und ökologische Aufwertung des Flusses und seiner Nebenbäche sind von entscheidender Bedeutung, um einen guten Zustand des nordrhein-westfälischen Gewässers zu erhalten und zu optimieren.

50 Experten folgten heute (16. Juni) der Einladung der Bezirksregierung Münster nach Herten zum vierten Runden Tisch, um einen Bewirtschaftungsplan nach den Vorgaben der EG-Wasserrahmenrichtlinie zu erstellen. Im Fokus des Arbeitskreises standen das Stever-Heubach-Gebiet, eines der größten Einzugsgebiete der Lippe sowie die Lippe im Bereich zwischen Lünen und ihrer Einmündung in den Rhein bei Wesel. Die Teilnehmer kamen aus Behörden, Kommunen, Interessen- und Naturschutzverbänden, aus Landwirtschaft, Industrie und Handwerk. Die Bezirksregierung Münster koordinierte und moderierte das Gremium. An vorangegangenen Runden Tischen diskutierten die Teilnehmer bereits Defizite in und am Gewässer, begutachteten das Entwicklungspotential und stellten ein Maßnahmenprogramm für einen guten Zustand der Flüsse, Seen, Bäche und des Grundwassers im Einzugsbereich der Lippe auf.

Die Ergebnisse der Vorrunden flossen heute in die Arbeit des vierten Runden Tisches ein. Jetzt ging es insbesondere um die Frage, wie das aufgestellte Konzept zukünftig umgesetzt werden kann. Vertreter der Bezirksregierung Münster, der Kreise und Kommunen, der Wasser- und Bodenverbände sowie der Landwirtschaftskammer stellten hierzu ihre Überlegungen vor.

Grundlage für den Arbeitskreis ist die im Jahr 2000 vom Europäischen Parlament verabschiedete Wasserrahmenrichtlinie, die auf einen umfassenden Gewässerschutz in Europa zielt. Bis Ende des Jahres 2009 stellt das Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen erstmalig für ganz Nordrhein-Westfalen einen Bewirtschaftungsplan auf. Er wird darstellen, an welchen Stellen, in welchem Umfang und in welchem Zeitraum Maßnahmen zum Schutz und zur Verbesserung der Gewässer durchgeführt werden. Der Entwurf dieses Bewirtschaftungsplans liegt seit Dezember 2008 noch bis zum 21. Juni 2009 zur Beteiligung der Öffentlichkeit aus. Jeder Bürger hat die Möglichkeit, im Planungs- und Umsetzungsprozess für lebendige Gewässer Stellung zu nehmen. Das Land hat dazu mit „Beteiligung-online“ ein Instrument des E-Goverments eingerichtet. Die Online-Plattform finden sie unter www.flussgebiete.nrw.de . Selbstverständlich können die Bürger auch schriftlich Anregungen vortragen. Die Unterlagen liegen bei den Kreisen und kreisfreien Städten und bei der Bezirksregierung Münster aus. Die Bezirksregierung Münster ist unter folgender Mail-Adresse zu erreichen: dez54@bezreg-muenster.nrw.de .

Informationen zur EG-Wasserrahmenrichtlinie und zu den Bewirtschaftungsplänen der Lippe finden Sie unter: www.lippe.nrw.de

Der Bewirtschaftungsplan wird Ende des Jahres von der Landesregierung verabschiedet und der Europäischen Kommission vorgelegt.

16.06.2009

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