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Gewässerschutz in China: Delegation informierte sich bei der Bezirksregierung
Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller-Elverfeld(u.Reihe 2.v.r.)freut sich über das Interesse der fernöstlichen Delegation am europäischen Gewässerschutz
Der Besuch der Asiaten fand im Rahmen eines EU-China-Austauschprogramms im Bereich des Flussgebietsmanagements statt. Da China mit seiner stark wachsenden Industrieproduktion zunehmend mit den Problemen der Gewässerverschmutzung zu kämpfen hat, liegt ein Schwerpunkt des Austauschprogramms im Kennenlernen der Genehmigungspraxis europäischer Umweltschutzbehörden. Im Focus der Delegation stand insbesondere der Ausgleich zwischen ökonomischen Interessen und ökologischen Anforderungen. Günter Heinrichsmeier und Dr. Hannes Schimmer aus der Umweltabteilung der Bezirksregierung Münster stellten die Grundlagen der Umweltgesetzgebung in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und Europa vor und informierten über die Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.
Große Beachtung fand bei den Fachleuten die industrielle Abwasserreinigung und die Trinkwasseraufbereitung aus Fließgewässern in Nordrhein-Westfalen. In diesem Zusammenhang bereisten die Gäste aus Fernost den Chemiepark Marl (Infracor) und das Wasserwerk Halterner Stausee. In Marl erläuterte Wilhelm Terfort, Dezernent im Bereich des Immissionsschutzes bei der Bezirksregierung Münster, den Chemiestandort mit seinen Produkten und behördlichen Auflagen. Im Anschluss an den Aufenthalt in Marl besichtigte die Gruppe das Wasserwerk der Gelsenwasser AG in Haltern. Dort wird Oberflächenwasser aus dem Stausee aufbereitet, um es anschließend in das Trinkwassernetz für mehr als eine Millionen Menschen des westlichen Münsterlandes und des nördlichen Ruhrgebiets einzuspeisen. Zu diesem Thema berichtete Ulf Treseler, Dezernent für Wasserwirtschaft, über Kooperation zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft, über die notwendige Reduktion von Pflanzenschutzmittel- und Nährstoffeinträgen (Gülle) in die Gewässer im Einzugsgebiet der Stever.
Nach einem zehntägigen Aufenthalt in Deutschland und den Niederlanden reisten die chinesischen Experten mit europäischen Richtlinien für bessere Gewässer im Gepäck in ihr Heimatland zurück.
10.11.2009

