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Dr. Peter Paziorek überreicht Bundesverdienstkreuz an Regionalratsmitglied Hedwig Tarner aus Warendorf
Hedwig Tarner (3.v.r) erhielt von Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek (3.v.l.)das Bundesverdienstkreuz im Beisein ihrer Familie und Bürgermeister Jochen Walter (2.v.r.)
"Ohne ehrenamtliches Engagement, Mut und Herz tatkräftiger Mitmenschen wäre sowohl die Kommunalpolitik als auch der Einsatz für Menschenrechte und Umweltschutz weniger lebendig, Organisationen schlechter aufgestellt und soziale Dienste nicht so leistungsfähig." Mit diesen Worten hob der Regierungspräsident in seiner Festrede die langjährige Arbeit und besonderen Verdienste von Hedwig Tarner hervor. Er freute sich, der Warendorferin, die seit Januar 2005 Mitglied im Regionalrat ist, mit dem Verdienstkreuz auszeichnen zu dürfen. Das Gremium ist für die Regionalplanung im Regierungsbezirk Münster verantwortlich und trifft Entscheidungen zur Erarbeitung und Aufstellung des Regionalplans.
Neben dem Bürgermeister der Stadt Warendorf, Jochen Walter, gratulierten während der Feierstunde am Domplatz auch Gäste der Familie und politische Weggefährten der Ausgezeichneten. Walter freute sich über die Auszeichnung einer Tochter der Stadt Warendorf. "Der Einsatz von Hedwig Tarner auf der politischen Bühne und in ihrem sozialen Umfeld ist besonders durch Zielstrebigkeit und Glaubwürdigkeit geprägt. Ich hoffe, dass sie sich weiterhin mit festem Willen einsetzt, etwas zu bewegen."
Die 48-Jährige ist verheiratet und Mutter eines Sohnes. Während ihrer Ausbildung bei Claas in Harsewinkel wurde sie 1976 Gewerkschaftsmitglied und Gesamtjugendvertreterin in der Claas Gruppe. Die aktive Gewerkschaftsarbeit setzte sie fort, während sie auf dem zweiten Bildungsweg ihr Abitur ablegte und anschließend studierte.
Gemeinsam mit anderen Eltern gründete sie 1988 die Kita Kunterbunt, die als erste Warendorfer Kindertagesstätte in freier Trägerschaft dringend benötigte Betreuungsplätze für Kinder anbieten konnte.
Die Warendorferin gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Grünen Allgemeinen Liste (GAL) in Warendorf und wurde 1984 in den Vorstand gewählt. Seit 1989 ist sie Mitglied der Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. In der Zeit zwischen 2002 bis 2007 war sie Sprecherin des Kreisverbandes Warendorf von Bündnis 90/Die Grünen. Mit ihrem Einsatz trug sie maßgeblich dazu bei, im Jahr 2004 den Ortsverband der Partei in Sassenberg zu gründen. Seitdem ist die Partei mit zwei Sitzen im Rat der Stadt Sassenberg vertreten.
In der Zeit von 1992 bis 1994 arbeitete die diplomierte Geografin als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Verkehrsplanung des Landesverbandes der Verkehrsclubs Deutschland und gehörte dem erweiterten Vorstand des Landesverbandes an.
Von 1995 bis ins Jahr 2000 war sie Mitglied des Landtags des Landes Nordrhein-Westfalen. Dort arbeitete sie im Sport- und Verkehrsausschuss und im Ausschuss Städtebau und Wohnungswesen sowie im Beirat des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung NRW. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit lag in den Bereichen des familienfreundlichen Wohnens, des sozialen Wohnungsbaus und des Mieterschutzes. Insbesondere hat ihr Engagement für das Theater am Wall in Warendorf dazu geführt, dass Umbauarbeiten durch das Land Nordrhein-Westfalen gefördert wurden.
In den Zeiträumen von 1988 bis 1991 und von1999 bis 2004 wirkte sie als Ratsmitglied der Stadt Warendorf kommunalpolitisch mit. Von 1994 bis 1999 vertrat sie ihre Partei als sachkundige Bürgerin im Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss der Stadt. Seit 2004 ist sie als sachkundige Bürgerin im Bauausschuss und im Umwelt, Planungs- und Verkehrsausschuss eingesetzt. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Verkehrspolitik, insbesondere im Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie der Entwicklung des Einzelhandels in Warendorf. Im Bereich der Städtepartnerschaften engagierte sich Tarner für die Städtepartnerschaft zwischen Olesnica in Polen und Warendorf.
Heute ist sie für die Grassroots Stiftung in Düsseldorf tätig. Die Stiftung unterstützt zivilgesellschaftliche Bewegungen in ihrem Bestreben, die Umwelt zu schützen und Menschenrechte einzuhalten. So werden beispielsweise kleinere Organisationen in Asien und Afrika gefördert, die negativen Auswirkungen und Risiken des Anbaus von Ölpflanzen für die Biodieselproduktion bekämpfen.
Seit 1994 ist Hedwig Tarner im Vorstand von Urgewald e.V. in Sassenberg. Der Verein vertritt die Interessen von Menschen, die unter den Folgen globaler Umweltzerstörung leiden. Seine Mitglieder engagieren sich für brasilianische Kleinbauern, deren Land von Zellstoffplantagen besetzt ist, für kanadische Indigene, die gegen die Kahlschläge in ihren Wäldern kämpfen oder für Dorfgemeinschaften in Indien, die sich gegen ihre Vertreibung für große Staudämme zur Wehr setzen. Hedwig Tarner organisiert Informationsveranstaltungen und Kampagnen zur Verwendung von Recycling-Papier. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt den Verein mit Mitteln der Entwicklungszusammenarbeit.
10.09.2009

