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Regierungspräsident verleiht Siegfried Schmitz das Bundesverdienstkreuz
Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek (rechts) heftet Siegfried Schmitz (links) das Bundesverdienstkreuz an.
Während seiner 35-jährigen Berufslaufbahn bei dem Stahlunternehmen Thyssen-Krupp übernahm Schmitz zahlreiche ehrenamtliche Funktionen innerhalb des Betriebs- und Aufsichtsrats und der Industrie-Gewerkschaft (IG) Metall. Er begleitete die Firma durch schwierige Zeiten, in denen sich die Strukturen des Unternehmens laufend veränderten. Paziorek würdigte in seiner Festrede das außergewöhnliche Engagement des 61-jährigen Ordenträgers: Mit einem besonderem Sinn für Gerechtigkeit und Menschlichkeit sei es Schmitz gelungen stets sowohl die Interessen der Arbeitnehmer als auch das Wohl des gesamten Unternehmens zu vertreten. Dies sei in Anbetracht schwieriger wirtschaftlicher Zeiten eine große Herausforderung und somit eine besonders auszeichnungswürdige Leistung.
Schmitz ist verheiratet und Vater einer Tochter. Gemeinsam mit seiner Frau lebt er in Gelsenkirchen. Der gebürtige Essener wurde 1974 bei der damaligen Thyssen-Grillo-Funke-GmbH, dem Vorgängerunternehmen der heutigen Thyssen-Krupp-Electrical-Steel-GmbH, als Betriebskrankenpfleger eingestellt.
Der IG-Metall trat Schmitz 1975 als Mitglied bei. Dort übernahm er die Aufgaben des Vertrauensmanns, wurde in den Ortsvorstand berufen und als Delegierter zu Versammlungen entsandt. Seit 2004 war er zweiter Bevollmächtigter der IG-Metall in Gelsenkirchen und hat bis 2008 zusammen mit dem hauptamtlichen Bevollmächtigten die gewerkschaftspolitische Verantwortung für 10.000 Arbeitnehmer in der Stadt gehabt.
Im Betriebsrat des Unternehmens vertrat Schmitz von 1978 bis 2008 und ab 1987 als Vorsitzender die Interessen seiner Kollegen. 1985 erfolgte seine Wahl in den Aufsichtsrat der Firma Thyssen-Grillo-Funke-GmbH.
Als Vorsitzender des Betriebsrates, Aufsichtsratmitglied und Funktionär der IG-Metall begleitete Schmitz 1989 die Fusion der ehemaligen Stahlwerke-Bochum-AG mit der Thyssen-Grillo-Funke-GmbH zur damaligen Gesellschaft-für-elektromagnetische-Werkstoffe-mbH (EBG). Mit großem Engagement stellte er sich der schwierigen Aufgabe, den Standort Gelsenkirchen für die rund 600 Beschäftigten mit allein 40 Ausbildungsplätzen zu erhalten. In den Verhandlungen zeichnete er sich durch sachverständigen Rat, zielführende Kooperationsbereitschaft und auf Ausgleich bedachtes Handeln aus. Reibungen zwischen den beiden Gesellschaften, vor allem zwischen den Belegschaften der Werke, konnten durch sein Wirken weitgehend vermieden werden. Selbst nach einer schweren Erkrankung 2003 nahm er seine ehrenamtliche Tätigkeit mit großem Einsatz, der weit über einen normalen Arbeitstag hinausging, wieder auf.
Mit Gründung der EBG an den Standorten Bochum und Gelsenkirchen wurde Schmitz als Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft und zeitgleich zum stellvertretenden Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats gewählt. Nach der Gründung der Thyssen-Krupp-Electrical-Steel-GmbH 2002 gehörte er bis 2008 auch dem Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft an. Gleichzeitig vertrat er die Interessen der Arbeitnehmer im geschäftsführenden Ausschuss sowie im Wirtschaftsausschuss der Thyssen-Krupp-Steel-AG. Sein Einsatz trug mit dazu bei, dass die Thyssen-Krupp-Electrical-Steel-GmbH heute ein florierendes Unternehmen mit hoher Ausbildungsquote ist.
In den verschiedenen Ehrenämtern und Funktionen nahm Schmitz die Interessen der Arbeitnehmer und des Unternehmens in vorbildlicher Art und Weise wahr. Dabei waren Realismus, sein aktives von Menschlichkeit geprägtes Handeln sowie ein ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit die Leitmotive seines Handelns. Bis heute gilt sein besonderes Interesse der beruflichen und gesellschaftlichen Entwicklung der Auszubildenden der Thyssen-Krupp-Electrical-Steel-GmbH.
Darüber hinaus setzte sich Schmitz von 1988 bis 1993 als Vorstandsmitglied der Betriebskrankenkasse aktiv für die Belange der Versicherten ein.
Beim Sozialgericht Gelsenkirchen war Schmitz ab 1985 für zwei Jahre als ehrenamtlicher Richter tätig. Seit 2003 nimmt er diese Aufgabe beim Arbeitsgericht Gelsenkirchen wahr.
Schmitz setzt sich außerdem für wohltätige Zwecke ein: Seit 1985 ist er Fördermitglied der Hans-Böckler-Stiftung, an die der größte Teil seiner Aufwandentschädigung aus seiner Tätigkeit in den jeweiligen Aufsichtsratsgremien ging.
Nach seinem 60. Geburtstag begann für den Ordensträger im letzten Jahr mit der Freistellungsphase seiner Altersteilzeit ein neuer Lebensabschnitt.
Schmitz bedankte für die hohe Auszeichnung und erklärte: Demokratie dürfe nicht an den Werkstoren enden. Die Mitbestimmung aber auch die Mitverantwortung der Arbeitnehmer in den Betrieben gehöre zur Demokratie und sei gerade deshalb in heutigen schwierigen Zeiten von herausragender Bedeutung. Deshalb nehme er die hohe Auszeichnung auch stellvertretend für die Beschäftigten, für den Betriebsrat der Gesellschaft und für die örtliche IG-Metall nicht ohne Stolz entgegen. Ohne den vorgenannten Kreis und viele andere Kolleginnen und Kollegen wäre sein zurückliegender Einsatz für die Arbeitnehmer überhaupt nicht möglich gewesen, wobei er seine Ehefrau Christa ausdrücklich mit in diesen Kreis einbezog.
Mit dem Ordensträger Siegried Schmitz (links) freuten sich (v.l.) Tochter Andrea Schmitz, Ehefrau Christa Schmitz, Schwiegersohn Markus Spatzier und Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek.
05.11.2009

