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Regierungspräsident überreicht Bundesverdienstkreuz an Prälat Winfried König
Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek (links) und Prälat Winfried König (rechts) nach der Übergabe des Bundesverdienstkreuzes.
Der 1932 in Haltern am See geborene Winfried König wuchs in Gläsendorf (Schlesien) auf. 1960 wurde er zum Priester geweiht. 1974 begann er seine Arbeit in der Vertriebenenseelsorge des Bistums Münster. Im selben Jahr nahm König Kontakt zu den jetzigen Bewohnern seines Heimatdorfes Gläsendorf auf. Dort feierte er während eines Besuches einen deutsch-polnischen Gottesdienst, woraufhin ihm für die Folgejahre die Einreise verwehrt wurde. Dennoch gelang es ihm, eine Partnerschaft zwischen der polnischen Diözese Oppeln und den in Münster lebenden Schlesiern sowie zwischen den Priesterseminaren Münster und Oppeln aufzubauen. Er kümmerte sich zunächst um die Versorgung der Partnerdiözese mit Lebensmitteln, Küchengeräten und anderen technischen Hilfsmitteln. König verschaffte außerdem der Theologischen Fakultät der Universität Oppeln theologische Bücher und Zeitschriften und förderte deren wissenschaftliche Arbeit.
In der Zwischenzeit war Winfried König seit 1977 als Diözesenseelsorger für Vertriebene und Aussiedler in der Diözese Münster tätig und wurde 1983 zum Apostolischen Visitator der Priester und Gläubigen des Erzbistums Breslau ernannt. In dieser Funktion wurde er auch Vorsitzender des Schlesischen Priesterwerkes e.V.. Im Rahmen dieser Tätigkeit setzte er sich insbesondere für die Förderung des theologischen Nachwuchses und die Pflege des Kontaktes der schlesischen Priester und Theologen zu ihrer Heimatdiözese und den dortigen Landsleuten ein.
Seit 1983 arbeitet König darüber hinaus in der ehrenamtlichen Seelsorge der Kirchengemeinde St. Nikolaus in Münster-Wolbeck. Auch dort kümmert er sich um die Anliegen der Vertriebenen und Aussiedler und hält das Thema "Verständigung und Versöhnung mit den polnischen Nachbarn" in der Kirchengemeinde lebendig.
Ende der 1980er Jahre organisierte König in Zusammenarbeit mit dem katholischen Lagerpfarrer im Übergangslager Unna-Massen Förder- und Sprachkurse für die ausgesiedelten Jugendlichen.
1994 trug Prälat König wesentlich zu der Gründung der "Gemeinschaft für deutsch-polnische Verständigung" bei. Diese Initiative von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Deutschland und Polen widmet sich auf Basis christlicher Werte dem kulturellen Austausch, unter anderem auf jährlich stattfindenden Tagungen. Als Mitbegründer der 2001 ins Leben gerufene "Kardinal-Bertram-Stiftung" war sein Ziel, Studenten an die Kirchengeschichte Schlesiens heranzuführen, diese aufzuarbeiten und für die Nachwelt zu erhalten.
Als Schlüsselfigur für die Versöhnung zwischen Deutschen und Polen baute Winfried König zwischen den Jahren 1985 und 2000 in vielfältiger Weise Brücken. Er setzte sich in der Deutschen Bischofskonferenz mit Nachdruck für die Belange der Vertriebenen ein, organisierte und beteiligte sich an Wallfahrten und initiierte Treffen der heimatvertriebenen Priester im Bistum Münster sowie von Theologiestudenten, deren Wurzeln in ostdeutschen Gebieten liegen.
Nicht zuletzt durch Prälat Winfried König haben viele Schlesier in der Diözese Münster eine "zweite Heimat" gefunden.
Obwohl König selber gesundheitlich stark beeinträchtigt ist, begleitet er den Gottesdienst im Wohn- und Pflegeheim Achatius-Haus in Münster-Wolbeck und gibt den pflegebedürftigen älteren Menschen damit ein beeindruckendes Zeichen der Solidarität und Ermutigung.
27.11.2008

