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Abbruch-Arbeiten am Parkstadion nur unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen
Der Sachverständige hat nun das geforderte Rückbau-Konzept bekannt gegeben, in dem die Gefahrstoffe erfasst und bewertet werden und die Schutzmaßnahmen festgelegt sind. Demnach befinden sich im und am Abbruchgebäude rund 400 Quadratmeter asbesthaltige Bodenplatten, über zwei Kilometer PCB-haltige Dichtungsfugen, 1000 Quadratmeter Estrich mit asbesthaltigem Kleber und 150 laufende Meter asbesthaltige Fensterbänke, etwa 100 Quadratmeter Asbestzementplatten, 800 Quadratmeter Isoliermatten mit künstlichen Mineralfasern sowie 150 asbesthaltige Nachtspeicheröfen und Heizplatten.
Keine Gefährdung der Nachbarschaft
"Eine Gefährdung der Nachbarschaft hat allerdings zu keinem Zeitpunkt bestanden", betonen die Arbeitsschützer und auch bei den jetzt anstehenden Rückbaumaßnahmen schließen sie jede Gefahr für die Nachbarschaft aus. So werden die außen am Gebäude angebrachten Asbestzementplatten beispielsweise befeuchtet und zerstörungsfrei demontiert, luftdicht verpacht und fachgerecht entsorgt.
Die in den Räumen aktiven Arbeiter werden beim Ausbau der Gefahrstoffe besonders geschützt, zum Beispiel durch spezielle Atemschutzmasken und chemikalienbeständige Schutzhandschuhe sowie Einwegschutzanzüge.
An den Raumzugängen werden "Schwarz/Weiß-Bereiche" eingerichtet mit Zwei-Kammern-Personenschleusen und separater Materialschleuse. Ferner werden die Räume mit staubdichter Folie abgedichtet und mit Luftunterdruck versorgt, damit keine Gefahrstoffe entweichen können. Zur Staubvermeidung müssen die Gefahrstoffe teilweise mit Restfaserbindemittel vorbehandelt werden.
In 30 Jahre alten Gebäuden sind diese Stoffe sehr häufig zu finden. Wie Architekten und Baufachleute wissen, wurden diese "Wunderzusatzstoffe" damals in Unkenntnis ihrer gesundheitlichen Gefahren in großen Mengen verbaut. Asbestbeimischungen bewirken bei Baustoffen hervorragende Brandschutzeigenschaften; polychlorierte Biphenyle (PCB) wurden als Weichmacher den Fugendichtungsmitteln zugegeben, damit diese dauerhaft elastisch bleiben und nicht reißen; die künstlichen Mineralfasern (KMF) besitzen sehr gute Isoliereigenschaften. "Heute wissen wir um die Gesundheitsgefahren dieser ehemaligen Wunderstoffe und gehen daher sehr vorsichtig mit ihnen um", sagt Arbeitsschützer Bernhard Lepping. Bei Abbrucharbeiten stellen sie immer ein Problem dar, weil dann im Staub die Asbestfasern und andere Stoffe freigesetzt werden.
Bevor die Abrissbirne ihre grobe Arbeit am alten Parkstadion aufnehmen kann, werden die Schadstoffe nun ab Mitte März separat aus dem Gebäude entfernt.
27.02.2008

