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Anerkennungsurkunde für die Schwester-Petra-Stiftung

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Regierungspräsident Dr. P. Paziorek übergibt die Stiftungsurkunde an den Stiftungsvorstand

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Münster/Oelde. Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek überreichte heute (24. September) die Anerkennungsurkunde für die Schwester-Petra-Stiftung an die Mitglieder des Stiftungsvorstandes Dr. Reinhold Festge, Birgit Abeler-Meyerhoff, Pfarrer Thomas Schulz und Jörg Austermann.

Mit der jetzt gegründeten Stiftung sollen Entwicklungshilfe, Religion, Völkerverständigung, das öffentliche Gesundheitswesen sowie Bildung und Ausbildung in Indien gefördert und hilfsbedürftige Personen unterstützt werden. Der Stiftungszweck soll vor allem mit Hilfe des Ordens Dinasevanasabha (zu deutsch "Dienerinnen der Armen") verwirklicht werden, der von Schwester Petra gegründet wurde.

Schwester Petra wurde 1924 als Paula Mönnigmann in Oelde geboren. In Werl trat sie als 28-Jährige den Ursulinen bei und ging 1966 als Ordensfrau und Lehrerin mit einer Freistellung für drei Jahre nach Indien. Während der Missionsarbeit in einem Caritas-Institut lernte sie die Not und Armut entlegener indischer Orte kennen und fand hier ihre wahre Berufung. Sie gründete am 1. Juni 1969 in der Stadt Pattuvam (Indien) gemeinsam mit acht jungen Mädchen die religiöse Ordensgemeinschaft der Dienerinnen der Armen – nicht um Almosen zu verteilen, sondern um den Armen durch Beispiel und Anleitung zu helfen, ihrem Elend zu entkommen. Pfingsten 1976 kam Schwester Petra in Indien bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Ihr "geistliches Testament" ist handschriftlich, in englischer Sprache und ohne Adresse, Datum oder Unterschrift auf einem einfachen Zettel erhalten geblieben.

Die Ordensgemeinschaft wird heute von indischen Schwestern geleitet. Zurzeit zählen zu den Dienerinnen der Armen rund 650 Schwestern in 86 indischen Stationen. Der Vatikan hat den Orden als "Orden päpstlichen Rechts" anerkannt. Ziel der Gemeinschaft ist es vor allem, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, damit die Armen möglichst selbstständig ihrer Situation entkommen. Die Schwestern arbeiten daher nur in den armen ländlichen Gebieten Indiens für die Menschen, für die sich niemand zuständig fühlt.

Die Anerkennung der Schwester-Petra-Stiftung geschah auf Wunsch der Stifterin, des gemeinnützigen Vereines "Hilfswerk Schwester Petra e. V. – Freunde der Dienerinnen der Armen". Satzungsgemäß arbeitet der Verein, der aus Familienmitgliedern, Freunden, Nachbarn und früheren Schülerinnen von Schwester Petra entstand, zur Unterstützung des Ordens. Alle Mitglieder des Vereins arbeiten ehrenamtlich ohne Vergütung. Neben dem Vereinsvorstand, dem Ehrenvorsitzenden und Mitgliedern des Vereines waren bei der Stiftungsanerkennung auch die Eheleute Dr. Paul und Ursula Fringes anwesend. Das Paar aus Bad Sassendorf wird die Schwester-Petra-Stiftung mit einer Zustiftung in Form einer unselbständigen Stiftung unterstützen.

Die Stiftung ist mit einem Anfangsvermögen von rund 100.000 Euro ausgestattet. Dieser Wert ist ungeschmälert zu erhalten. Das Vermögen der Stiftung kann durch Zustiftungen des Stifters und durch Zuwendungen Dritter erhöht werden.

Die Schwester-Petra-Stiftung ist die 429. Stiftung im Regierungsbezirk Münster. Im Kreis Warendorf gibt es jetzt 38 Stiftungen.

24.09.2008

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