Sie sind hier:
Stiftungszweck: Lebensfreude schenken
Ernst Kirchner hat testamentarisch die Gründung der Ernst-Kirchner-Stiftung verfügt.
Münster. Am 24. August 2008 jährt sich der Todestag von Ernst Kirchner zum zehnten Mal. Als Mitarbeiter der Bezirksregierung Münster war Ernst Kirchner bei Vorgesetzten und Kollegen durch seine ruhige, liebenswerte und mitmenschliche Art, aber insbesondere auch durch sein bescheidenes Auftreten überaus beliebt. Sein plötzlicher Tod hat seinerzeit große Betroffenheit am Domplatz ausgelöst.
In Vergessenheit ist der gebürtige Münsteraner auch zehn Jahre nach seinem Tode keinesfalls. In der Ernst-Kirchner-Stiftung lebt sein Name weiter. In ihr werden seine Lebensziele verwirklicht. Kurz vor seinem Tode hatte Kirchner verfügt, dass der Hauptteil seines Vermögens in eine Stiftung übergehen soll. Den Patienten und Bewohnern der Westfälischen Klinik Münster möglichst viel Lebensfreude zu schenken, das ist das Ziel der Stiftung. Der Stiftungsvorsitzende Helmut Piel beschreibt, wie dieses Ziel in den vergangenen Jahren erfüllt worden ist: "Mit den erwirtschafteten Erträgen des Stiftungsvermögens konnten wir den Patienten und Bewohnern der LWL-Klinik mit vielfältigen Aktionen ein wenig Lebensfreude wiedergeben. Förderungen von Ferienfreizeiten, Wallfahrten, Exerzitien gehörten ebenso dazu wie Unterstützungsleistungen für die persönliche Ausstattung und den täglichen Lebensbedarf. Aber auch kleine Gesten wie Geschenke für die Bewohner anlässlich der alljährlichen Sommerfeste oder zu Weihnachten tragen dazu bei, den Patienten glückliche Momente zu verschaffen. Wenn die Patienten des Pflegezentrums und die Wohnheimbewohner zu ihren Geburtstagen ein persönliches Geschenk von uns erhalten, sieht man ihnen ihre große Freude besonders an", so Helmut Piel.
Für das Jahr 2008 hat sich die Stiftung darüber hinaus ein großes Projekt vorgenommen. Nach Erhalt einer zusätzlichen großzügigen Spende möchte die Stiftung die Errichtung eines zusätzlichen Aufenthaltsbereiches in Form einer Begegnungsstätte für Patienten und Bewohner im neuerbauten LWL-Pflegezentrum unterstützen. Für die rund 80 pflegebedürftigen Patienten, die in der Regel einen erhöhten psychosozialen Hilfebedarf haben, soll die Cafeteria zu einem Ort der Begegnung werden, in dem sie sich allein oder mit ihren Besuchern zurückziehen können. Zusätzlich soll die Begegnungsstätte für besondere Anlässe und Feierlichkeiten genutzt werden.
Die Bezirksregierung Münster sieht die Aktivitäten der Ernst-Kirchner-Stiftung doppelt sehr positiv. Sie begrüßt nicht nur die Fortführung der Lebensziele ihres geschätzten und langjährigen Mitarbeiters, sondern begleitet die sozialen Leistungen als Aufsichtsbehörde der im Regierungsbezirk anerkannten Stiftungen. Aus letzterer Sicht bescheinigt sie der Ernst-Kirchner-Stiftung eine vorbildliche Führung der Stiftung.
Die Ernst-Kirchner-Stiftung ist eine der mehr als 140 "Sozialstiftungen" im Regierungsbezirk Münster. Bei insgesamt 426 Stiftungen im Bezirk stellen die Sozialstiftungen einen beachtlichen Anteil dar. Und dass ist gut so: In einer Gesellschaft, in der nicht der Staat allein für alle sozialen Aufgaben sorgen kann, sondern in der Bürger mehr und mehr Verantwortung für ihre Mitmenschen übernehmen, in einer solchen Bürgergesellschaft nehmen Stiftungen eine zentrale Rolle ein. Dabei gehören Stiftungen zu den ältesten Organisationsformen bürgerlichen Engagements und prägen seit Jahrhunderten in vielen Ländern das geistige, kulturelle und soziale Leben.
Wer stiftet, will Bleibendes schaffen und denkt über die eigene Lebensspanne hinaus. Wer stiftet, möchte bestimmen, für welchen Zweck sein Vermögen verwendet wird. Und wer stiftet, fühlt Verantwortung und möchte so in Erinnerung bleiben. Ernst Kirchner hat dies geschafft. Sein Name ist nicht in Vergessenheit geraten, auch über seinen Tod hinaus übt er ein besonders hervorzuhebendes soziales Engagement aus. Mit seinem Vermächtnis holt er vielen Hilfsbedürftigen auch in den kommenden Jahren regelmäßig ein kleines Stück Lebensfreude zurück.
Auskunft zur Errichtung einer Stiftung erteilt die Bezirksregierung Münster gern persönlich.
21.08.2008

