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Deutschland ist Europameister im Stiften
Stiftungsboom auch im Münsterland
Münster. Deutschland ist Europameister im Stiften. Was Fußballspieler Michael Ballack mit seiner Nationalmannschaft in diesem Jahr knapp verfehlt hat, dass haben Deutschlands Stifter im vergangenem Jahr längst erreicht, denn das deutsche Stiftungswesen wächst im europäischen Vergleich am schnellsten. Mit über 1000 Neugründungen pro Jahr liegt Deutschland europaweit auf Platz eins.
Dieses Ergebnis präsentierte Hans Fleisch vom Bundesverband Deutscher Stiftungen jetzt auf dem Deutschen Stiftungstag in München. Silvia Hoffmann, Mitarbeiterin im Stiftungsdezernat der Bezirksregierung Münster, vertrat die münstersche Stiftungsbehörde in München und kann das bundesweite Ergebnis auch für den Regierungsbezirk Münster bestätigen. 31 neue Stiftungen im vergangenen Jahr beweisen für das Münsterland einen wahren Stiftungsboom. Dabei ist jede dritte Stiftung eine so genannte Sozialstiftung, also eine Stiftung, die mit den erwirtschafteten Erträgen soziale Zwecke auf den vielfältigen Gebieten des Wohlfahrts- und Gesundheitswesens sowie der Alten- und Jugendhilfe fördert.
Bei insgesamt 426 Stiftungen im Bezirk stellen die Sozialstiftungen damit einen beachtlichen Anteil dar. Und dass ist gut so: In einer Gesellschaft, in der nicht der Staat allein für alle sozialen Aufgaben sorgen kann, sondern in der Bürger mehr und mehr Verantwortung für ihre Mitmenschen übernehmen, in einer solchen Bürgergesellschaft nehmen Stiftungen eine zentrale Rolle ein.
Beispielhaft führt Silvia Hoffmann in diesem Zusammenhang die "Ernst-Kirchner-Stiftung" an. Der gebürtige Münsteraner Ernst Kirchner, der am 24. August vor genau zehn Jahren gestorben ist, hatte vor seinem Tode verfügt, dass der Hauptteil seines Vermögens in eine Stiftung übergehen soll.
Sein Anliegen war es, den Patienten und Bewohnern der Westfälischen Klinik Münster das Leben ein wenig angenehmer zu gestalten und möglichst viel Lebensfreude zu schenken. Mit den erwirtschafteten Erträgen des von Ernst Kirchner bereitgestellten Stiftungsvermögens kann den Patienten und Bewohnern der LWL-Klinik seitdem mit vielfältigen Aktionen ein wenig Lebensfreude zurückgegeben werden. Förderungen von Ferienfreizeiten, Wallfahrten, Exerzitien gehören ebenso dazu wie Unterstützungsleistungen für die persönliche Ausstattung und den täglichen Lebensbedarf. Aber auch kleine Gesten wie beispielsweise Geschenke für die Bewohner anlässlich der alljährlichen Sommerfeste oder zu Weihnachten tragen dazu bei, den Patienten glückliche Momente zu verschaffen. "Wenn die Patienten des Pflegezentrums und die Wohnheimbewohner zu ihren Geburtstagen ein persönliches Geschenk von uns erhalten, sieht man ihnen ihre große Freude besonders an", so der Stiftungsvorsitzende Helmut Piel.
In diesem Jahr wird die Ernst-Kirchner Stiftung mit der Unterstützung einer zusätzlichen Begegnungsstätte im neuerbauten LWL-Pflegezentrum einen wichtigen Beitrag leisten, die Lebensqualität der Patienten und Bewohner zu verbessern.
Für Fragen und weitere Informationen zur Gründung einer Stiftung stehen Silvia Hoffmann und Martin Kemmerling von der Bezirksregierung Münster gern zur Verfügung.
Kontakt:
Silvia Hoffmann
E-Mail: silvia.hoffmann@brms.nrw.de
Telefon: 0251/411-1305
Martin Kemmerling
E-Mail: martin.kemmerling@brms.nrw.de
Telefon: 0251/411-1149
21.08.2008

