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Die Gewinner der philosophischen Winterakademie
Die Gewinner der philosophischen Winterakademie Jan Seidel und Sebastian Köthe fahren zur Internationalen Philosophie-Olympiade nach Rumänien.
Münster. Jan Seidel vom Landfermann-Gymnasium Duisburg hat mit seinem Essay "Lost in moments" den Wettbewerb der Philosophischen Winterakademie gewonnen. Sein in englischer Sprache verfasstes Essay beschäftigte sich mit dem Thema "Wenn man unter Ewigkeit nicht unendliche Zeitdauer, sondern Unzeitlichkeit versteht, dann lebt der ewig, der in der Gegenwart lebt." Das Landfermann-Gymnasium Duisburg stellt bereits zum dritten Mal den Sieger der Philosophischen Winterakademie.
Den zweiten Platz belegte Sebastian Köthe vom Leibniz-Gymnasium Essen. Gemeinsam werden sie an der internationalen Philosophie-Olympiade im Mai in Iasi (Rumänien) teilnehmen.
Die Philosophische Winterakademie stand in diesem Jahr unter der Leitfrage "Woher das Böse?". Für die Philosophie ist das Böse ein kaum fassbares Phänomen: Es ist unbegreiflich und allgegenwärtig zugleich, ob als blinde Triebkraft, als plötzlicher individueller Gewaltausbruch oder als strategisch geplanter Terrorakt. Vier Tage verbrachten die 25 Schüler in Münster, um das Wesen des Bösen zu ergründen: Ist das Böse nur ein Mangel an Gutem? Warum fasziniert das Böse? Wie kommt das Böse in die Welt hinein? Wie können wir das Böse aus der Welt verbannen?
Für 14 Schüler und 12 Schülerinnen aus Philosophie-Leistungskursen lockte die achte Philosophische Winterakademie mit der Aussicht, ein Ticket für die Internationale Philosophie-Olympiade zu ergattern.
In einer ersten Qualifikationsphase waren bei den Juroren zuvor rund 530 Essays aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein eingegangen; die besten wurden mit einer Einladung zur Winterakademie belohnt.
Ein Essay ist im Unterschied zu einem wissenschaftlichen Aufsatz oder einer Facharbeit kürzer und formal freier. Er kann durchaus subjektiv sein und Denkanstöße geben. Vier Stunden hatten die Schüler Zeit, sich den Kopf über das vorgegebene Zitat zu zerbrechen. Als zusätzliche Herausforderung durften die Essays nur in französischer oder englischer Sprache geschrieben werden.
Dabei nahm die Wettbewerbs-Arbeit nur einen Vormittag ein. In der übrigen Zeit hörten die Teilnehmer Vorträge zu philosophischen Themen, unternahmen einen philosophisch-literarischen Stadtrundgang in Münster, besuchten Arbeitsgemeinschaften und feierten eine gemeinsame Party.
Die Philosophische Winter-Akademie wurde vom Franz-Hitze-Haus, der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, der Stiftung Westfalen-Initiative für Eigenverantwortung und Gemeinwohl, der Josef-Pieper-Stiftung und der Bezirksregierung Münster ausgerichtet.
- Teilnehmerliste (PDF 49 KB)
- Essaythemen 2008 (PDF 43 KB)
- Siegeressay (PDF 71 KB)
- Essay des zweiten Siegers (PDF 83 KB)
15.02.2008

