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Regionaler Konsens im Wettbewerb zum Ausbau der Fachhochschulen in NRW erzielt

Münster. Im Wettbewerbsverfahren um neue Fachhochschul-Standorte in NRW sind die Akteure im Regierungsbezirk Münster heute (11. August) einen entscheidenden Schritt weiter gekommen. Unter der Leitung von Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek verständigte sich die Bezirkskonferenz in einer mehrstündigen Sitzung am Domplatz auf einen umfassenden regionalen Konsens. Paziorek hatte in den vergangenen Wochen immer wieder betont, dass die Chancen für eine erfolgreiche Teilnahme steigen, wenn der Wettbewerbs-Jury eine im Regierungsbezirk abgestimmte Bewerbung vorgelegt wird. Kleinteilige Überlegungen seien chancenlos. Am 26. Mai 2008 hatte Forschungsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart die Regionen aufgefordert sich am Wettbewerb "Ausbau der Fachhochschulen in Nordrhein-Westfalen" zu beteiligen.

Die Bezirkskonferenz, an der die Münsterlandkonferenz und der Aufsichtsrat der WiN Emscher-Lippe (Wirtschaftsförderungs-Netzwerk Emscher-Lippe) teilnahmen, verständigte sich in ihrer Sitzung am 11. August 2008 auf folgenden Beschluss:

1.Die Bezirkskonferenz unterstützt nachdrücklich den aktuellen Beschluss des Aufsichtsrates der WiN Emscher-Lippe und übernimmt die Beschlüsse vom heutigen Tage (s. Anlage).

2. Die Angebote an den Studienorten Ahlen/Beckum/Oelde werden in enger Kooperation der Fachhochschule Münster und der Fachhochschule Südwestfalen entwickelt. Die Bezirkskonferenz stellt sich geschlossen hinter das Vorhaben, über die bereits bestehenden Studienangebote in Oelde hinaus, weitere duale Studienangebote in den MINT-Fächern zu entwickeln und in den Ausbau-Wettbewerb einzubringen.

3. Die Standorte Bocholt/Ahaus und Coesfeld sollen auf Dauer angelegte, leistungsfähige Studienzentren werden, mit einem attraktiven, auf die Bedürfnisse der Wirtschaft im Westmünsterland ausgerichteten Studienangebot.
Dabei wird vorausgesetzt, dass die Entwicklung des Studienortes Coesfeld in enger Abstimmung mit der Fachhochschule Gelsenkirchen erfolgt.

4.Die Bezirkskonferenz bittet den Präsidenten der Fachhochschule Gelsenkirchen, Herrn Prof. Dr. Bernd Kriegesmann und den Rektor der Fachhochschule Münster, Herrn Prof. Dr. Klaus Niederdrenk, unter Einbeziehung der Prorektorin, Frau Prof. Dr. Ute von Lojewski, in den nächsten Tagen ein detailliertes Konzept dazu zu erarbeiten und untereinander abzustimmen. Die Bezirksregierung wird beauftragt, in Abstimmung mit den beiden Fachhochschulen den Konsens über die beiden Wettbewerbsbeiträge zu bestätigen.

5.Die Bezirkskonferenz beauftragt die Bezirksregierung, zu allen anderen Punkten gegenüber der Landesregierung und gegenüber der Jury im Wettbewerbsverfahren den regionalen Konsens zu erklären und die Wettbewerbsbeiträge durch Unterstützungserklärungen gegenüber der Landesregierung zu begleiten.

6. Soweit es bei der sich abzeichnenden Entscheidung der Landesregierung NRW bleiben sollte, einen Gesundheits-Campus (öffentliche Fachhochschule u.a.) im Ruhrgebiet einzurichten und zu fördern, unterstützt die Bezirkskonferenz Münsterland und Emscher-Lippe nachdrücklich die Bemühungen der Stadt Castrop-Rauxel um diesen Standort.

7. Die Bezirkskonferenz unterstützt gleichzeitig die Bestrebungen des Mathias-Spitals, der Stadt Rheine und des Kreises Steinfurt eine private Fachhochschule für Gesundheit zu errichten. Dabei sollten diese Bemühungen kooperativ in die Aktivitäten der öffentlichen Fachhochschulen eingebettet sein.

Anlage zum Regionalen Konsens:

Wettbewerb zum Ausbau der Fachhochschulen in NRW
Beschluss des Aufsichtsrates der WiN Emscher-Lippe GmbH vom 11.08.2008

1. Der Aufsichtsrat der WiN Emscher-Lippe GmbH (Wirtschaftsförderungsnetzwerk Emscher-Lippe) unterstützt die Pläne der Fachhochschule Gelsenkirchen, sich mit der Schaffung neuer Fachbereiche / Studiengänge an den Standorten Gelsenkirchen, Recklinghausen und Bocholt am Wettbewerb "Ausbau der Fachhochschulen in Nordrhein-Westfalen" zu beteiligen. Oberstes Ziel ist die Stärkung der Fachhochschule Gelsenkirchen an ihren vorhandenen Standorten als zentrales Rückgrat der regionalen Strukturförderung. Mit dem geplanten Ausbau greift die Fachhochschule die Bedürfnisse der regionalen Wirtschaft auf. Das vorgelegte Ausbaukonzept (siehe Kapitel B.) wird vom Aufsichtsrat der WiN Emscher-Lippe GmbH getragen.

2.Der Aufsichtsrat begrüßt das Angebot der Fachhochschule Gelsenkirchen an die Städte der Emscher-Lippe Region, sich an Aktivitäten der Region aktiv zu beteiligen. Hierzu haben erste Gespräche mit den Städten Bottrop, Datteln, Haltern am See, Herten und Oer-Erkenschwick stattgefunden. Alle Städte sind eingeladen, sich an diesem Diskussionsprozess zu beteiligen.Diese Aktivitäten können unabhängig vom o.g. Wettbewerb realisiert werden (siehe Kapitel C.)

3.Die Stadt Bottrop behält sich vor, sich gemeinsam mit der Stadt Mülheim um die Neugründung einer Fachhochschule mit Sitz in Mülheim und einer Außenstelle in Bottrop zu bewerben. Die Stadt Bottrop geht davon aus, dass diese Bewerbung mit den bestehenden und geplanten Studieninhalten der Fachhochschule Gelsenkirchen abgestimmt wird, damit Synergieeffekte genutzt und Überschneidungen vermieden werden.

Informationen zum Hintergrund:

A. Ausschreibung des Wettbewerbes

Mit Schreiben vom 26. Mai 2008 hat Herr Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart die Regionen aufgefordert sich am Wettbewerb "Ausbau der Fachhochschulen in Nordrhein-Westfalen" zu beteiligen.

Vorgesehen sind

In Übereinstimmung mit den Leitlinien der "Initiative Zukunft Ruhr" sollen bis zu 5.000 dieser neuen Studienplätze in den vom Rückzug des Steinkohlebergbaus betroffenen Regionen entstehen.

Es werden folgende Kriterien angelegt (Kurzfassung):

Die Vorschläge müssen bis zum 15. August 2008 im MIWFT eingereicht werden.

Der Regierungspräsident Münster hat die Region über den Projektaufruf informiert. In einer gemeinsamen Sitzung der Münsterlandkonferenz mit dem Aufsichtsrat der WiN Emscher-Lippe GmbH (Bezirkskonferenz) am 17.06.2008 wurden die bisherigen Aktivitäten im Rahmen des Wettbewerbs vorgestellt. In einer weiteren Bezirkskonferenz am 11.08.2008 sollen die in den Teilregionen (Münsterland und Emscher-Lippe) abgestimmten Konzepte vorgelegt werden.

B. Wettbewerbsbeitrag der FH Gelsenkirchen

Die FH Gelsenkirchen mit 6.600 Studierenden ist seit 1992 eine selbstständige Hochschule mit Standorten in Gelsenkirchen (Sitz), Recklinghausen und Bocholt. Sie ist als zentrale Bildungs-, Forschungs- und Transferinstitution Rückgrat der regionalen Strukturförderung.

An den drei Standorten der FH Gelsenkirchen sollen insgesamt 600 neue Studienplätze entstehen. Die Fachhochschule Gelsenkirchen wird sich mit folgendem Konzept am Wettbewerb beteiligen (Kurzfassung):


C. Angebote der FH Gelsenkirchen an die Region

Im Rahmen des Wettbewerbes haben sich einige Städte des Kreises Recklinghausen intensiv mit dem Thema beschäftigt, einen neuen Campus (der FH Gelsenkirchen) in ihrer Stadt zu realisieren. In mehreren Gesprächen mit der Leitung der FH Gelsenkirchen ist deutlich geworden, dass eine Ausweitung über die derzeitigen Standorte in Gelsenkirchen, Recklinghausen und Bocholt nicht sinnvoll ist. Zusätzliche Standorte würden die FH Gelsenkirchen schwächen.

Gleichwohl bietet die FH Gelsenkirchen an, sich unabhängig von o.g. Wettbewerb noch stärker in der Region zu engagieren. Dabei bieten sich z.B. die Themen

an.

Insbesondere das Thema Bildung spielt in den Überlegungen der Städte eine große Rolle. Hierzu gibt es Überlegungen in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Bildungszentren zu errichten. Es ist allen Beteiligten bewusst, dass solche Einrichtungen nur durch ein starkes finanzielles Engagement der Unternehmen und beteiligten Kommunen entstehen können.

Beispielhaft erste Überlegungen von Kommunen aus der Region über eine Zusammenarbeit mit der FH Gelsenkirchen:

Auch andere Städte haben mittlerweile positive Stellungnahmen zum Ausbau der FH Gelsenkirchen vorgelegt. Alle Kommunen sind aufgerufen, sich mit ihren Ideen in die Diskussion einzubringen.

D. Konzept BOT

Ein konkretes Konzept mit den geplanten Studiengängen ist noch nicht bekannt.

11.08.2008

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