Sie sind hier:
RP begrüßt Bundesvorstand des Volksbundes in der Bezirksregierung
Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek begrüßt den Bundesvorstand des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zur Klausurtagung in Münster
Münster. Zur alljährlichen Klausurtagung begrüßte heute (6. März) Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek den Bundesvorstand des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in der Bezirksregierung Münster.
Während der dreitägigen Zusammenkunft in Münster wird die aktuelle Arbeit des Volksbundes in Osteuropa ein zentrales Thema sein. Dazu gehören aktuelle Arbeiten des Umbettungsdienstes und die individuelle Gestaltung von Grabanlagen in Osteuropa. Der Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit ist ein weiteres wichtiges Thema. Viele Teilnehmer des ersten und zweiten Weltkrieges leben nicht mehr. Der Vorstand geht der Frage nach, wie die Erinnerung an diese Zeit und das Schicksal der Soldaten in den Köpfen der Menschen wach gehalten werden kann.
Ein Höhepunkt in der Arbeit des Volksbundes dieses Jahres wird die Einweihung der deutschen Kriegsgräberstätte in Apscheronsk in der Russichen Föderation am 6. September sein. 63 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges haben deutsche und russische Soldaten gemeinsam die Kriegsgräberstätte hergerichtet. Diese Zusammenarbeit zeigt den versöhnenden und völkerverständigenden Charakter der Volksbundarbeit.
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurde 1919 gegründet. Er erfasst, erhält und pflegt die Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft im Ausland und hilft bei der Erhaltung der Kriegsgräber in Deutschland. Auf 827 Friedhöfen in 45 Staaten werden rund zwei Millionen Kriegsgräber gepflegt.
Seit 1953 bringt der Volksbund jährlich mehrere tausend junge Menschen an den Kriegsgräbern zusammen. Sie helfen bei der Pflege der Gräber in internationalen Workcamps in Deutschland und im Ausland. Es werden vier Jugendbegegnungsstätten in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und an der deutsch-polnischen Grenze auf Usedom unterhalten. Der Volksbund unterstützt die Friedenserziehung in den Schulen.
Er hilft Angehörigen bei der Suche nach Gräbern und der Klärung der Kriegsschicksale. Über die "Online-Suche" über www.volksbund.de kann nach dem Verbleib oder der Grabstätte eines Angehörigen geforscht werden. Über 4,4 Millionen Verlustmeldungen sind derzeit abrufbar. Die Datenbank wird laufend ergänzt.
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge arbeitet im Auftrag der deutschen Bundesregierung und wird zum größten Teil aus freiwilligen Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert.
Regionale Informationen zum Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge:
Im Regierungsbezirk Münster sind insgesamt 27.224 Kriegstote aus dem ersten und zweiten Weltkrieg begraben.
Es gibt 270 Friedhöfe mit 24.159 Einzelgräbern auf denen 24.465 Toten bestattet sind. In 17 Sammelgräbern sind 2759 Tote begraben. Rund 15.000 deutsche, etwa 9.400 russische und etwa 1000 polnische Soldaten sind bezirksweit bestattet. Die Bezirksregierung Münster unterstützt die Kommunen, die sich um die Erhaltung und Pflege der Gräber kümmern, mit jeweils 21 Euro pro Einzelgrab.
Im Jahr 2007 haben etwa 1000 Schülerinnen und Schüler von 58 Schulen im Regierungsbezirk rund 40.000 Euro für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gesammelt.
Drei Schulen haben Patenschaften für Kriegsgräberstätten und deren Pflege übernommen:
- Friedhof Risenbecker Berg in Ibbenbüren - Hauptschule am Aasee Ibbenbüren
- Friedhof Hausdülmen - Gutenberg-Hauptschule Dülmen
- Sammelgrab Saerbeck mit 21 Toten - Maximiliam-Kolbe-Gesamtschule Saerbeck
Im Regierungsbezirk Münster gibt es rund 3.500 Mitglieder beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. In Nordrhein-Westfalen sind es 25.600 Mitglieder.
Im Jahr 2007 gab es bundesweit rund 35.600 Zugriffe auf die Online-Suche des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.
06.03.2008

