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Großübung am Flughafen Münster/Osnabrück
Nur Augenblicke später alarmiert der Towerlotse die Feuerwehr. In wenigen Sekunden wird die umfangreiche Alarmierungskette in Gang gesetzt. Bei der Kreisleitstelle, den Krisenstäben des Kreises Steinfurt, des FMO und der Bezirksregierung Münster, bei Feuerlösch- und Rettungskräften, bei der Polizei und bei Hilfsorganisationen laufen die Telefone heiß. Feuerwehren und Rettungskräfte aus dem ganzen Regierungsbezirk und dem Kreis Osnabrück rücken an.
Überall Schreie und Blut; dicker Qualm behindert die Sicht von Feuerwehrmännern, Sanitätern und Helfern. Fast alle 88 Passagiere sind verletzt, 30 davon sehr schwer. Es gab auch zwei "Übungstote". Einige Passagiere und Besatzungsmitglieder haben den Absturz zwar unverletzt überstanden, aber sehr viele Menschen brauchen sofort und gleichzeitig Hilfe.
Für die Einsatzkräfte stellt sich bald heraus: Zum Glück handelt es sich nur um eine Übung. Erleichterung. Niemand war in ernsthafter Gefahr oder ist zu Schaden gekommen. Die "Verletzten" sind geschminkt, die Schreie einstudiert, der dichte Qualm ungefährlich. Das "abgestürzte" Flugzeug wird durch Busse dargestellt. Um möglichst realistische Bedingungen zu simulieren, wurde die Großübung nicht angekündigt; viele Einsatzkräfte wurden aus dem Bett geworfen. Doch auch nachdem allen Beteiligten klar ist, dass es sich um keinen Ernstfall handelt, wird die Übung fortgesetzt, die Verletzten geborgen. Schließlich geht es darum, die Zusammenarbeit der Feuerlösch- und Rettungskräfte sowie aller betroffenen Leitstellen, Krisenstäbe und Organisationen für den Notfall zu trainieren. Die Sicherheit hat im Luftverkehr oberste Priorität. Alle zwei Jahre werden von den Internationalen Luftfahrtbehörden für Verkehrsflughäfen wie dem FMO Großübungen vorgeschrieben.
Zeitpunkt und Ort der Übung wurden vom Kreis Steinfurt bestimmt, Die Regie hatten der Kreis Steinfurt und der FMO.
Etwa 700 Kräfte der Feuerwehren, der Rettungs- und Hilfsorganisationen mit rund 200 Einsatzfahrzeugen aus dem gesamten Regierungsbezirk und angrenzenden Gebieten haben an der Übung in Greven teilgenommen. Dazu kamen, einschließlich der Darsteller der "Passagiere" und der "Crew", schätzungsweise rund 200 Beteiligte. Krisenstäbe und Einsatzleitungen des Kreises Steinfurt, des FMO und der Feuerwehren leiteten die Aktivitäten organisatorisch. Die Bezirksregierung Münster übernahm die überörtliche Koordination der Einsatzkräfte über die Kreis- und Landesgrenzen hinaus, und unterstützte den Kreis Steinfurt und den Flughafen bei der Vorbereitung der Großübung. Ziel ist, im Fall einer Katastrophe für die Opfer und Patienten die bestmögliche Hilfe und Versorgung zu erreichen. Deshalb arbeitet die Bezirksregierung intensiv daran, die gute Zusammenarbeit und Organisation, die sich bereits bei Großveranstaltungen wie dem Weltjugendtag, der Fußballweltmeisterschaft oder dem Schneechaos bewährt haben, fortzuführen und weiterzuentwickeln. Nach den ersten zwei Stunden der Übung zeigten sich alle Beteiligten zufrieden. Die Zusammenarbeit habe reibungslos funktioniert. Nach dem Abschluss wird die Übung in den nächsten Tagen und Wochen noch intensiv aufgearbeitet und nach weiteren Verbesserungen gesucht.
Die teilnehmenden Unfalldarsteller stammen von der Organisation RUD (Realistische Unfalldarstellung). Die Organisation gewinnt die Mimen vom DRK, von Feuerwehren und weiteren Hilfsorganisationen. Sie kommen alle aus dem niedersächsischen Raum wie dem Landkreis Osnabrück, Vechta, Bremervörde.
Im Rahmen der unangekündigten Notfallübung musste die K9 in Höhe des Flughafengeländes bis mittags vollständig für den Verkehr gesperrt werden. Eine Umleitung erfolgte über den Kreisel der K9a.
Zu Verspätungen im regulären Flugverkehr kam es nicht.
28.04.2007

