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Wasserqualität wird ständig beobachtet
Messstation eingeweiht: Regierungsvizepräsident Alfred Wirtz, Umweltminister NRW Eckhard Uhlenberg und Umweltminister Hans-Heinrich Sander aus Niedersachsen
Münster/Rheine. Die an der Ems in Rheine-Bentlage eingerichtete Gewässergütestation ist heute (Montag, 23. Juli) vom Umweltminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Eckhard Uhlenberg, im Beisein seines niedersächsischen Amtskollegen, Minister Hans-Heinrich Sander, offiziell in Betrieb genommen worden.
Die Emsüberwachungsstation wird vom Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert und von der Bezirksregierung Münster gemeinsam mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW als Beitrag zur umfassenden Überwachung der Gewässergüte aller wichtigen Flüsse in Nordrhein Westfalen betrieben. Regierungsvizepräsident Alfred Wirtz begrüßte den Start der ersten Überwachungsstation an der Ems in Nordrhein-Westfalen: "Eine gute Datengrundlage ist Voraussetzung für erfolgreiches und effizientes Arbeiten. Das gilt besonders für Aufgaben im Bereich des Umweltschutzes."
Über ein Pump- und Leitungssystem wird das Emswasser kontinuierlich in einen mit moderner Sensorik ausgestatteten Laborcontainer gefördert. In dieser Station wird ständig Temperatur, Sauerstoffgehalt, pH-Wert, Salz- und Stickstoffbelastung des Wassers gemessen und der Anteil an organischen Stoffen. Die Messwerte werden gespeichert und können im Internet unter folgender Adresse abgerufen werden: www.lanuv.nrw.de
Die Messstation erfasst ein Einzugsgebiet von 4.016 Quadratkilometern und wird den Zustand des Gewässers permanent kontrollieren, auf Alarmsituationen hinweisen und längerfristige Trends aufzeigen. Das alles geschieht im Zuge der durch die Wasserrahmenrichtlinie der europäischen Gemeinschaft vorgegebenen Qualitätsziele und fundiert die gegenseitige Information der Bundesländer. Das Land Nordrhein-Westfalen dokumentiert mit den Aufzeichnungen auch, in welcher Qualität das Wasser der Ems nach Niedersachsen fließt.
Neben den chemischen Messwerten ist die lückenlose Kontrolle der Gewässertemperatur unentbehrlich. Sie gewinnt angesichts der Erwärmung der Erdatmosphäre eine neue Bedeutung. Seit 1996 wurde die Temperatur der Ems in Rheine in regelmäßigen Abständen 400 Mal gemessen. Das Ergebnis beschreibt, dass die mittlere Temperatur des Gewässers in den vergangenen elf Jahren um mehr als ein Grad angestiegen ist.
Die Wassertemperatur unterliegt den natürlichen Schwankungen im Laufe eines Tages und des Jahres. Eine unnatürliche, anthropogene Erwärmung der Gewässer erfolgt einerseits durch den Ausbau der Gewässer (Verlust an schattenspendenden Bäumen, Stauhaltung) und andererseits durch industrielle oder kommunale Abwassereinleitungen. Die Gewässergütestation hilft zu erkennen, wann und wo auf erhöhte Werte reagiert werden muss. Steigende Wassertemperaturen senken den Sauerstoffgehalt, verändern Lebensgemeinschaften im Wasser und können im Extremfall auch zum Fischsterben führen.
23.07.2007

