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Traumaambulanzen: Schnelle Hilfe für Gewaltopfer

Münster. Kompetent und schnell müssen medizinische Leistungen einsetzen, wenn ein Mensch verletzt worden ist. "Dieser für Körperschäden selbstverständliche Satz wird bei psychischen Folgen von Gewalttaten oft übersehen", sagt Gerhard Hösel, Leiter der Abteilung Soziales und Arbeit, Landesversorgungsamt der Bezirksregierung Münster. Die Versorgungsämter in Nordrhein-Westfalen haben ein bundesweit einzigartiges Angebot geschaffen: Traumaambulanzen für Gewaltopfer. 33 dieser Einrichtungen stehen inzwischen unter Vertrag, etwa 400 Personen erhielten dort im vergangenen Jahr Erste Hilfe für die Seele. Die Versorgungsverwaltung nimmt den Grundsatz "Reha vor Rente" ernst und hat gehandelt. Wenn die Seele leidet, muss Hilfe von der Verwaltung aktiv gestaltet und dem betroffenen Opfer angeboten werden. Die geschaffenen Strukturen ermöglichen den direkten Weg zu einer Traumaambulanz auch schon zu einem Zeitpunkt, bevor ein Antrag nach dem Opferentschädigungsgesetz gestellt worden ist. Die Versorgungsämter kooperieren deshalb mit den Opferschutzbeauftragten der Polizei und den ehrenamtlichen Vertretern des Weissen Ringes. Opferschutz und Opferhilfe sind zwei Seiten derselben Medaille: Privat und Staat arbeiten hier auf einer guten Grundlage zusammen. "Im Zentrum allen Bemühens steht der Mensch, das Verfahren hat ihm zu dienen", betonte Hösel.

In Nordrhein-Westfalen stellten im Jahr 2006 rund 6.000 Menschen einen Antrag auf Versorgung nach dem Opferentschädigungsgesetz, 4.354 Personen erhielten zum Stichtag 31. Dezember 2006 laufende Rentenleistungen. Die jährlichen Ausgaben haben 55 Millionen Euro betragen.

21.03.2007

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