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Soforthilfe für psychisch traumatisierte Kinder und Jugendliche
Elisabeth-Klinik in Dortmund eröffnet Trauma-Ambulanz
Dortmund / Münster. Schnelle psychische Hilfe für Kinder und Jugendliche, die unmittelbare Opfer von Gewalt und schrecklichen Ereignissen geworden sind, bietet ab sofort die neue Trauma-Ambulanz der Dortmunder Elisabeth-Klinik, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie. Heute (17. Januar 2007) wird die Trauma-Ambulanz eröffnet. Sie ist ein Spezialangebot im Rahmen der Institutsambulanz und wurde auf Initiative der Bezirksregierung Münster geschaffen.
Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass zeitnahe und spezielle therapeutische Unterstützung nach solchen Ereignissen oft schwerwiegende psychische Spätfolgen verhindert. Anzeichen einer solchen späteren "posttraumatischen Belastungsstörung" sind unter anderem Schlafstörungen, Alpträume, unwillkürliches Wieder-Erleben der Situation oder auch ein Zustand dauerhafter Übererregung.
Typische traumatische Ereignisse sind zum Beispiel Vergewaltigung, Bedrohung des Lebens oder der körperlichen Unversehrtheit, aber auch Zeuge sein von Gewalt, Verletzungen oder sogar Tötung. Neben einer ausführlichen Diagnostik wird sofort mit den so genannten Stabilisierungsmaßnahmen begonnen und eine Trauma-Therapie angeschlossen oder auch an kompetente Trauma-Therapeuten weitervermittelt.
In der Trauma-Ambulanz der Elisabeth-Klinik sind fünf speziell ausgebildete Ärzte und Psychologen als Trauma-Therapeuten und vier psychotraumatologische Fachberaterinnen tätig. Ein erster Termin sollte möglichst sofort nach einer psychischen Extrembelastung unter der Telefonnummer 0231-9130190 vereinbart werden. In psychischen Notfallsituationen steht die Elisabeth-Klinik als Versorgungsklinik für das Stadtgebiet Dortmund auch außerhalb der normalen Sprechzeiten (montags bis freitags von 8 bis16 Uhr) mit ihrem Notdienst für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren zur Verfügung.
Mit der Eröffnung der Trauma-Ambulanz wird eine erhebliche Versorgungslücke in Dortmund geschlossen. Das haben schon im Vorfeld die Kooperationspartner der Klinik bei Polizei, Jugendhilfe und weiteren psychosozialen Einrichtungen bestätigt. Opfer von Gewalttaten haben nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG) Anspruch auf Hilfeleistung. Dazu gehört auch die psychotherapeutische Behandlung. Über die zuständigen Versorgungsämter unter der Fachaufsicht der Bezirksregierung Münster betreibt das Land NRW den Ausbau von Trauma-Ambulanzen mit dem Ziel einer flächendeckenden Versorgung.
2005 wurden in Nordrhein-Westfalen 97 Kinder und Jugendliche in den Trauma-Ambulanzen betreut. Davon kamen 23 aus dem Bereich des Versorgungsamtes Dortmund.
17.01.2007

