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Autobahnpolizei Münster nimmt Abschied von der Bezirksregierung
Münster. "Wir möchten, dass Sie auf den Autobahnen im Regierungsbezirk Münster sicher ans Ziel kommen!" Dieser Anspruch steht seit mehr als 40 Jahren für das Selbstverständnis der Mitarbeiter der Autobahnpolizei bei der Bezirksregierung Münster. Er steht zugleich für viele erfolgreiche Aktionen. Zur Jahreswende wird die Autobahnpolizei Münster die Bezirksregierung verlassen und in die Organisation des Polizeipräsidiums Münster eingebunden. Der nordrhein-westfälische Landtag hatte im Mai ein entsprechendes Gesetz verabschiedet.
Unter dem Dach der Bezirksregierung gab es in den vergangenen vier Jahrzehnten viele gelungene Aktionen wie "Fernfahrer-Stammtisch", Enteisung von LKW-Planen im Winter, "Ladungssicherheit", "Lichtfahrer sind sichtbarer" und andere Präventivmaßnahmen. Sie alle trugen zu einem auch überregional ausgezeichneten Ruf der Autobahnpolizei Münster bei. Die Senkung der Verkehrsunfälle mit Toten und Verletzten um jährlich über zehn Prozent sind Erfolge, die die Autobahnpolizei Münster bundesweit bekannt machten.
Ihre Geschichte ist zugleich ein eindrucksvolles Spiegelbild der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technischen Entwicklung der vergangenen vier Dekaden. Die Mitarbeiter des mit modernster Technik ausgestatteten Verkehrsdienstes, des Einsatztrupps zur Kriminalitätsbekämpfung, der Einsatzleitstelle oder der Verkehrssicherheitsberatung sorgen rund um die Uhr für die Sicherheit und einen möglichst reibungslosen Verkehr auf den Bundesautobahnen.
Mit der Zunahme des gewerblichen Güterverkehrs und dem Ausbau des überregionalen Straßennetzes wuchsen nach den Kriegsjahren auch die Aufgaben der damaligen Verkehrspolizei. Mehrere Umorganisationen waren notwendig, um dem ständig zunehmenden Straßenverkehr gerecht zu werden. 1964 wurden die Verkehrsüberwachungsstationen - so hießen die damaligen Polizeiautobahnstationen - per Erlass des Innenministers gegründet und unterstanden direkt dem Regierungspräsidenten.
Seit 1998 hat die Autobahnpolizei Münster ihre jetzige Organisationsstruktur. Sie gehörte bis zum 31. Dezember 2006 zum Dezernat 26 bei der Bezirksregierung Münster. Nach dem Polizeiorganisationsgesetz hat die Autobahnpolizei den Auftrag zur Überwachung des Straßenverkehrs und der Kriminalitätsbekämpfung auf den Bundesautobahnen. Die Öffnung der Grenze nach Osten hatte auch eine Veränderung im großräumigen Verkehrs- und Kriminalitätslagebild zur Folge.
Der Verkehrsdienst bekämpft die Hauptunfallursachen mit hoch spezialisiertem Fachpersonal. In drei Gruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten organisiert, kümmert er sich um den gewerblichen Güterverkehr, ahndet unter anderem Geschwindigkeits- und Abstandsverstöße und arbeitet präventiv an Unfallhäufungspunkten.
Der Einsatztrupp zur Kriminalitätsbekämpfung agiert in Zivil auf den Autobahnen und den angrenzenden Tank- und Rastanlagen, um verdächtige Personen und Fahrzeuge zu observieren und zu kontrollieren. Die wichtigste Rolle spielen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Menschenhandel und internationale Kraftfahrzeugverschiebung.
Im grenznahen Gebiet arbeiten die deutsche und niederländische Polizei eng zusammen. Gemeinsame Großkontrollen im Grenzgebiet haben zu wichtigen Fahndungserfolgen geführt. Mit der Unterstützung der EUREGIO wurden zudem zahlreiche Austauschprogramme mit der niederländischen Autobahnpolizei initiiert. Deutsche Beamte fuhren bei den niederländischen Kollegen Streife und umgekehrt. Dieses Austauschprogramm ruft bei den Verkehrsteilnehmern zwar Erstaunen, aber überwiegend Zustimmung und Anerkennung hervor.
Wenn der Verkehr steht, gibt es nicht weniger sondern mehr Gefahren und Arbeit für die Autobahnpolizei. Das Staumanagement mit Stauwarnungen und Verkehrslenkungsmaßnahmen sowie dem zügigen Räumen der Unfallstelle wird immer wichtiger. Auf den Autobahnen in NRW bilden sich jährlich etwa 20.000 Verkehrsstörungen durch Staus - Tendenz steigend. In jedem zweiten Stau passiert statistisch gesehen ein Verkehrsunfall. Besonders tragisch sind die Unfälle an den Stauenden. Durch die großen Geschwindigkeitsunterschiede haben sie hier besonders schwere Folgen.
Der Überwachungsbereich der Autobahnpolizei ist in etwa deckungsgleich mit dem Regierungsbezirk Münster und den dort verlaufenden Bundesautobahnen. Er umfasst 335,67 Kilometer Bundesautobahnen, 9,59 Kilometer Bundesstraße und 8,96 Kilometer Landstraße (einfache Entfernung). Die wichtigsten Verbindungen sind die Ost-West-Achsen A 2 und A 30 sowie die Nord-Süd-Achse A 1. Um den gesamten Bereich kümmern sich rund 235 Mitarbeiter. Mit 54 verschiedenen Dienstfahrzeugen, darunter auch zwei Kontrollfahrzeuge zur Überwachung des Schwerlastverkehrs, legen sie rund zweieinhalb Millionen Kilometer im Jahr zurück (das entspricht mehr als sechsmal der Strecke zum Mond).
Durch die Verlagerung der Autobahnpolizei zum Polizeipräsidium Münster hat die Bezirksregierung Münster rund 235 engagierte und spezialisierte Mitarbeiter an das Polizeipräsidium verloren. Die Einsatzkoordination wird jetzt durch die Leitstelle des Polizeipräsidiums Münster übernommen. Eine verkleinerte Leitstelle für die verbleibenden Aufgaben der Bezirksregierung Münster bleibt aber am Domplatz.
Für die meisten Mitarbeiter der Autobahnpolizei Münster hat sich damit zum Jahreswechsel nicht viel verändert. Organisatorisch zählen sie nun zu der Direktion "Verkehr" mit drei Verkehrsinspektionen unter der Leitung von Polizeidirektor Wolfgang Schnepper, der vorher bei der Bezirksregierung Münster war. Der operative Teil der Autobahnpolizei Münster findet sich in der Verkehrsinspektion 3 wieder. Leiter dieser Inspektion wurde der bisherige Chef der Autobahnpolizei Münster, Polizeidirektor Werner Schümchen. Mit der Autobahnpolizei der Bezirksregierung hat das Polizeipräsidium Münster eine leistungsstarke Organisationseinheit übernommen.
03.01.2007

