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Mehr als 90000 Menschen leiden an Kriegsfolgen
Münster. Auch mehr als 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges erhalten in Nordrhein Westfalen noch 91.307 Menschen Leistungen der Versorgungsverwaltung NRW. Darunter sind sowohl Menschen, die direkt durch den Krieg geschädigt wurden, als auch deren Angehörige. Die elf Versorgungsämter in Nordrhein-Westfalen kümmern sich aber nicht nur um die Opfer des Weltkrieges. 8255 weitere Opfer bekommen Hilfen der Versorgungsverwaltung. Es sind Bundeswehrsoldaten und Zivis, die sich im Dienst verletzten, aber auch Gewaltopfer und Impfgeschädigte.
Viele Opfer leiden unter den Folgen. Sie benötigen zum Beispiel Prothesen oder spezielles Schuhwerk. Die Versorgungsämter organisieren dafür einen besonderen Service: Die Ärzte der Orthopädischen Versorgungsstellen haben im vergangenen Jahr 465 Außensprechtage angeboten, um den betroffenen Menschen lange Wege zu den Verwaltungen zu ersparen. "Dieser Service wurde mehr als 10.000 Mal in Anspruch genommen", sagt Gerhard Hösel, Leiter der Abteilung Soziales und Arbeit der Bezirksregierung Münster.
Etwa 48.000 Betroffene des Weltkrieges sind Witwen von Kriegsopfern, etwa 2000 sind Waisen und Halbwaisen. Auch Eltern von Kriegsopfern leben noch. In Nordrhein-Westfalen sind es 45. Die übrigen 41.000 Menschen, die heute noch Geld und andere Hilfen bekommen, waren direkt von Krieg und Kämpfen betroffen.
Unter den 8255 Geschädigten der jüngeren Vergangenheit befinden sich 6719 unmittelbar Betroffene. Die Übrigen sind Hinterbliebene und Angehörige. Ihre Versorgung regeln Sondergesetze im sozialen Entschädigungsrecht.
Zu den Leistungen der Versorgungsverwaltung gehören unter anderem Beschädigten- und Hinterbliebenenrenten sowie die Heil- und Krankenbehandlung mit orthopädischer Versorgung.
Weitere Informationen: www.versorgungsverwaltung.nrw.de
26.06.2006

