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78 Aktenordner mit Unterlagen für den neuen Emscher-Kanal in Münster abgegeben

78 Aktenordner mit Unterlagen für den neuen Emscher-Kanal in Münster abgegeben

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Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, überreicht eine Akte an Regierungspräsident Dr. Jörg Twenhöven. Sie steht symbolisch für den 76 Aktenordner umfassenden Antrag auf Planfeststellung für den Emscher-Kanal.

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Geplanter Verlauf des neuen Emscher-Kanals

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Geplanter Verlauf des neuen Emscher-Kanals (rote Linie)

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Regierungspräsident Dr. Twenhöven nimmt den Antrag auf Planfeststellung entgegen

Münster./Emscherregion. Auf dem Weg ins Neue Emschertal ist ein weiterer Meilenstein erreicht - die Emschergenossenschaft stellt bei der Bezirksregierung in Münster Antrag auf Planfeststellung für den Bau und den Betrieb des Emscherkanals. Dieser 51 Kilometer lange Abwasserkanal zwischen Dortmund-Deusen und Dinslaken ist Voraussetzung für die Umgestaltung der Emscher. International ist das Bauvorhaben allenfalls mit Projekten wie in Singapur oder Kuala Lumpur zu vergleichen. Mit Baubeginn ist ab 2008 zu rechnen.

Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, überreichte heute (26. April) symbolisch einen "Emscher-Kanal"-Ordner an den Regierungspräsidenten Dr. Jörg Twenhöven. Die insgesamt 78 Ordner mit einer Lauflänge von gut 5,50 Meter enthalten Erläuterungsberichte, Planunterlagen und Gutachten und werden nun von der Bezirksregierung Münster bis Mitte dieses Jahres auf ihre Vollständigkeit geprüft. Aufgrund der gebietsübergreifenden Bedeutung des Projektes für das gesamte Einzugsgebiet der Emscher (430 Quadratkilometer mit 1,8 Millionen Einwohnern) werden an das Genehmigungsverfahren besondere Anforderungen gestellt: So wird nach Absprache mit dem Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW für den Emscherkanal ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt. Dieses Verfahren führt die Bezirksregierung Münster bezirksübergreifend für den Kanal in seiner Gesamtlänge.

Der Emscherkanal ist auch bundesweit eines der größten Infrastrukturprojekte: Als Kernelement der Umgestaltung des Emschersystems wird die Emschergenossenschaft ein 51 Kilometer langes Kanalsystem errichten, welches in Tiefen von bis zu 40 Metern reicht und in Teilabschnitten einen Durchmesser von bis zu 2,80 Meter aufweist. Über 800 Millionen Euro wird der Emscherkanal kosten, der zu den längsten in Europa gehören wird.

Der Emscherkanal verläuft vom Nettebach in Dortmund nördlich der Kläranlage Dortmund-Deusen bis zum Klärwerk Emschermündung in Dinslaken. Er wird das Schmutzwasser aus dem kommunalen Abwassernetz aufnehmen und den beiden Kläranlagen in Bottrop und Dinslaken zuleiten.

Mit Baubeginn für das Abwasserrückgrat der Region rechnet die Emschergenossenschaft frühestens Ende 2007/Anfang 2008, sobald der Planfeststellungsbescheid durch die Bezirksregierung Münster vorliegt.

Hintergrund Emscher-Umbau:

Bereits seit 1992 arbeitet die Emschergenossenschaft am Umbau des Emschersystems. So wurden in einem ersten Schritt zunächst die drei Kläranlagen in Dortmund-Deusen, Bottrop und Dinslaken errichtet oder erweitert (Klärwerk Emschermündung Dinslaken). Im zweiten Schritt sind bislang von insgesamt 400 Kilometer Abwasserkanal 165 Kanalkilometer fertiggestellt, vor allem am Oberlauf der Emscher in Dortmund (fertig bis 2010) und an den Nebenläufen (Emschersystem). Der dritte Schritt umfasst die naturnahe Umgestaltung der Nebenläufe und Emscher – bislang wurden bereits 35 Kilometer Bachläufe wie am Deininghauser Bach, Dellwiger Bach oder Läppkes Mühlenbach ökologisch verbessert.

26.04.2006

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