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Besserer Schutz der Menschen vor einem Lippe-Hochwasser
Bezirksregierung Münster genehmigt höhere Deiche bei Lippramsdorf und Marl / Neubau bis 2009 notwendig
Münster/Haltern/Marl. "Wir müssen die Menschen entlang der Lippe vor den verheerenden Schäden eines Hochwassers besser schützen. Deswegen müssen die Lippedeiche zunächst erhöht, später jedoch neu gebaut werden", das kündigte jetzt der Leiter der Umweltabteilung der Bezirksregierung Münster, Stefan Klaucke, an. Die Lippedeiche bei Haltern-Lippramsdorf und Marl sollen demnach auf einer Länge von 800 Meter um 75 Zentimeter erhöht werden. Die Genehmigung hierfür hat die Bezirksregierung Münster jetzt dem Lippeverband zugestellt. Die Anpassung der Deiche ist eine Voraussetzung dafür, dass das Bergwerk Auguste Viktoria wie vorgesehen im Mai 2006 mit dem Kohleabbau beginnen kann. Die Deicherhöhung ist notwendig, um den prognostizierten Bergsenkungen entgegenzuwirken und Lippramsdorf und Marl vor den Folgen eines Hochwassers zu schützen. Die Erhöhung der Deiche wurde bereits 2004 im Rahmenbetriebsplan von Auguste Viktoria festgeschrieben.
Die Bezirksregierung Münster hat die Genehmigung unter der Bedingung erteilt, dass der Lippeverband bis Mai 2009 vollständig neue Deiche am nördlichen und südlichen Lippeufer nach aktuellen technischen Standards baut; denn eine weitere Erhöhung der alten Deiche ist aufgrund der jetzigen Bauweise nicht möglich. Der Lippeverband wird dazu weitere Untersuchungen anstellen, während der Planung wird auch die Öffentlichkeit in Haltern am See und Marl Gelegenheit bekommen, Stellung zu nehmen.
Bezirksregierung und Lippeverband sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Deiche in ihrer alten Bauart nur bis 2009 akzeptiert werden können. Dies wird auch durch ein Gutachten bestätigt. Ihr technischer Aufbau und die verwendeten Materialien erfüllen nicht mehr die gesetzlichen Anforderungen. Weil sie zu dicht an der Lippe stehen, ermöglichen sie es dem Fluss zudem nicht, bei einem Hochwasser einige Fläche gezielt zu überfluten.
"Wir stellen an die Lippe die gleichen Anforderungen wie an die Rheindeiche", stellt Klaucke klar. Wenn unter den Deichen Kohle abgebaut wird und mit Bergsenkungen zu rechnen ist, dann müssten die Deiche modernsten Standards entsprechen, um den Hochwasserschutz für die Menschen entlang der Flüsse auf Dauer sicherzustellen, so Klaucke. Hochwasser ist im Münsterland indes nicht selten: Immer wieder richten Flüsse, die über ihre Ufer treten, große Schäden an.
Bevor die Bezirksregierung die Genehmigung erteilt hat, hatte sie die Städte Haltern am See und Marl, den Kreis Recklinghausen, die anerkannten Naturschutzverbände und viele Behörden um eine Stellungnahme gebeten. Alle Beteiligten stimmten dem Projekt zu.
22.02.2006

