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Auf der Suche nach den Wurzeln der Demokratie
Bildunterzeile:
Regierungspräsident Dr. Jörg Twenhöven (rechts) zeichnet Dr. Bernd Haunfelder (mitte) im Beisein seiner Ehefrau Silke (links) mit dem Bundesverdienstkreuz aus.
Regierungspräsident Dr. Jörg Twenhöven übergibt dem Historiker Dr. Bernd Haunfelder aus Münster das Bundesverdienstkreuz
Münster. Die Begründung des Bundespräsidenten lässt keinen Zweifel offen: Dr. Bernd Haunfelder sei ein Historiker, dem man ein "besessenes Schaffen" attestieren könne – aber im positiven Sinne. Am Montag (20. Februar) übergab Regierungspräsident Dr. Jörg Twenhöven dem münsterschen Autor und Wissenschaftler jetzt das „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“. Mit diesem Bundesverdienstkreuz würdigt der Staat das wissenschaftliche Lebenswerk Haunfelders. "Es gibt nur wenige Menschen, die sich seit Jahrzehnten mit solcher Konsequenz und diesem fundierten Sachwissen auf die Suche nach den Ursprüngen der Demokratie in Deutschland begeben", zitierte der Regierungspräsident aus der Begründung der Ordensverleihung.
Dr. Haunfelder ist beim münsterschen Verlag Aschendorff als Ressortchef "Dokumentation" beschäftigt. Mit großer Akribie und zeitlichem Aufwand hat er die Geschichte des Parlamentarismus und politischer Parteien wissenschaftlich erforscht, zusammengestellt und veröffentlicht. Seit rund zwei Jahrzehnten ist Haunfelder, der von Geburt an zu 70 Prozent schwerbehindert ist, einer der Autoren der "Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien". Haunfelder betreut gemeinsam mit Prof. Gerhard A. Ritter das Projekt "Handbuch der Geschichte des deutschen Parlamentarismus" und betrieb dafür biographische Grundlagenforschung. Eine regelmäßige biographische Kolumne in der Zeitung "Das Parlament", mehrere Bände über preußische Parlamentarier, den Reichstag des norddeutschen Bundes und der deutschen Zentrumspartei sowie über die Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus schließen Forschungslücken.
Auch für das Land Nordhrein-Westfalen ist Dr. Haunfelder tätig. Zurzeit erarbeitet er ein biographisches Handbuch für NRW, das zum Landesjubiläum in diesem Jahr vorgestellt werden soll. Bereits vor seinem Erscheinen ist offenbar, dass das Buch zur Grundlagenliteratur der Landesgeschichte zählen wird.
In seiner Heimat Münster gehört Dr. Haunfelder zu den bekannten und besonders erfolgreichen Autoren. Als Historiker hat er zahlreiche Bücher zu stadt- und regionalhistorischen Themen verfasst und verantwortet seit Jahren die Redaktion der münsterschen, wissenschaftlichen Heimatblätter "Auf roter Erde".
20.02.2006

