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Eine halbe Milliarde Euro für die gute Sache
Zum Stiftungstag am 20. Mai: Fachleute diskutieren über die Zukunft der Stiftungen / Twenhöven: "Solidarität, die ihresgleichen sucht"
Münster. Sie fördern die Jugend, Sozialarbeit, Forschungsprojekte, die Kunst oder den Sport: Rund eine halbe Milliarde Euro haben Privatpersonen und Unternehmen im Regierungsbezirk Münster in der Vergangenheit in Stiftungen investiert. Mit den Zinsen aus diesem Kapital unterstützen die zurzeit 358 bestehenden Stiftungen im Bezirk vornehmlich soziale, mildtätige oder wissenschaftliche Zwecke. Etwa 80 Prozent des Geldes wird von Stiftungen im Münsterland verwaltet. "Das Münsterland ist damit eine der stiftungsfreudigsten Regionen in Nordrhein-Westfalen", unterstreicht Regierungspräsident Dr. Jörg Twenhöven mit Blick auf den Stiftungstag der Bezirksregierung Münster am Samstag (20. Mai).
Die Gesellschaft sei dringend auf die Erlöse der Stiftungen angewiesen, ist Twenhöven überzeugt. "In Zeiten leerer staatlicher Kassen und immer schlechter ausgestatteter sozialer Sicherungssysteme ist privates und unternehmerisches Engagement existenziell wichtig", so der Regierungspräsident. Der Staat könne nicht mehr für alle Zwecke, die förderungswürdig seien, auch das entsprechende Geld zur Verfügung stellen. Twenhöven attestierte den Stiftern deshalb eine "Solidarität, die ihresgleichen sucht und ein hohes Verantwortungsgefühl für die Gesellschaft."
Eine Stiftung hilft jedoch nicht nur den Empfängern, die aus den Zinsen des Kapitals Unterstützungen in vielfältiger Form je nach Stiftungszweck erhalten. Auch die Stifter selbst profitieren. "Die Stifter können sicher sein, dass ihr Vermögen dauerhaft gut angelegt ist und durch die staatliche Kontrolle der Stiftungszweck auch in Jahrzehnten noch erfüllt wird", beschreibt Stephan Oldiges von der Bezirksregierung Münster einige Vorteile. Überdies habe der Stifter einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft geleistet – "und der Name des Stifters wird für immer mit der Stiftung verbunden bleiben", so Oldiges. Nicht zu verachten seien auch die Steuervorteile, die der Staat den Stiftern aufgrund der großen Bedeutung für das Gemeinwesen einräumt. Stephan Oldiges: "Stifter müssen keine Millionäre sein. Üblicherweise reichen 50 000 Euro als Stiftungskapital aus, kleinere Summen können als Spenden oder Zustiftungen eingebracht werden".
Beim Stiftungstag im Von-Vincke-Haus am münsterschen Domplatz werden Regierungspräsident Dr. Twenhöven, Regierungsvizepräsident Alfred Wirtz sowie viele Fachleute und Stifter über die Zukunft des Stiftungswesens diskutieren. Unter anderem wollen sie sich darüber abstimmen, wie die Stiftungen und Stifter künftig besser vernetzt werden können. Anmeldungen zu dieser Veranstaltung sind leider nicht mehr möglich.
19.05.2006

