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Brasilianische Experten informieren sich über Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen

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Prof. Dr. Joachim Thomas, Leiter der Oberen Flurbereinigungsbehörde bei der Bezirksregierung Münster (2.v.r.) begrüßte Agrarexperten aus Brasilien, die sich über landwirtschaftliche Projekte in Nordrhein-Westfalen informierten.

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Münster/Recklinghausen. Vida na roca – Leben auf dem Lande, zu diesem Thema trafen sich sechs brasilianische Experten der Landwirtschaft mit deutschen Kollegen der Oberen Flurbereinigungsbehörde bei der Bezirksregierung Münster in Recklinghausen zum Erfahrungsaustausch. Die Agraringenieure, Geographen und Landwirte aus dem Bundesstaat Paraná im Süden Brasiliens arbeiten in einem Verbund von Landwirten, der im Zusammenwirken mit der Bevölkerung landwirtschaftliche Produktion verbessern will. Projekte der Vereinigung setzen auf Weiterbildung für Landwirte, deren Familien und Lehrer im Bereich der Agrarwirtschaft, Gesundheit und Hygiene, Freizeit und Kultur. Der Informationsaustausch zwischen den Agrarexperten hat beiden Seiten neue Impulse für ihre tägliche Arbeit gegeben, die darauf zielt, umwelt- und sozialverträglich gute Erträge aus Landarbeit und Tierzucht zu entwickeln. Die Teilnehmer der Gesprächsrunde haben insbesondere erkannt, dass der Prozess von der Bevölkerung begleitet und getragen werden muss, um hochwertige Ergebnisse zu erwirtschaften.

Die Gäste lobten das ausgeprägte Engagement der heimischen Bauern, die ihre Chancen in der Selbstorganisation erkennen, da sie durch den Staat wenig unterstützt werden. Der Verband der bäuerlichen Kleinbetriebe mit 17 hauptamtlichen Mitarbeitern zählt 300 Mitglieder in zwölf Gemeinden, deren Gesamtfläche etwa der von Nordrhein-Westfalen entspricht. Die Bevölkerungsdichte mit 450.000 Einwohnern ist jedoch 40 mal geringer als die im nordrhein-westfälischen Bundesland.

Die Obere Flurreinigungsbehörde bei der Bezirksregierung Münster und die acht Ämter für Agrarordnung in Bielefeld, Coesfeld, Euskirchen, Mönchengladbach, Siegburg, Siegen, Soest und Warburg begleiten und fördern integrierte ländliche Entwicklungsprozesse in Nordrhein-Westfalen.

Die Besucher aus Südamerika sind einer Einladung der evangelischen Kirche in Nordrhein-Westfalen gefolgt. Die Kirche begleitet seit mehr als 20Jahren Entwicklungskonzepte für ländliche Gebiete in Brasilien. Der Erfahrungsaustausch mit Experten in Deutschland wird von der "Nordrhein-Westfälischen Stiftung für Umwelt und nachhaltige Entwicklung" unterstützt.

30.06.2005

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