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Unfallzahlen um mehr als zehn Prozent gesenkt
A-1-Überwachugnsprojekt beendet / Gemeinsame Verkehrsunfallbekämpfung zeigt Wirkung
Münster/Osnabrück/Arnsberg/Düsseldorf/Köln. Erfolg auf der ganzen "Hansa"-Linie: Durch konsequente, koordinierte Zusammenarbeit in der Verkehrsüberwachung haben die Autobahnpolizeien zwischen Holdorf (Niedersachsen) und Köln die Gesamtanzahl der Unfälle um 12,8 Prozent gesenkt. Insgesamt hatten die Beamten mehr als 250000 Fahrzeuge kontrolliert.
Anfang der Woche haben die Autobahnpolizeien in Osnabrück, Arnsberg, Düsseldorf, Köln und Münster das Projekt "Gemeinsame Unfallbekämpfung auf der A 1" nach vier Wochen beendet. Die konzertierte Aktion war Mitte Januar auf dem Rastplatz "Eichengrund" in Ascheberg gestartet worden.
Die Ergebnisse liegen jetzt vor: Wurden vom 19. Januar bis 20. Februar 2004 noch 376 Unfälle auf der Strecke zwischen Köln-Hürth und Holdorf gezählt, betrug die Zahl in diesem Jahr nur noch 328.
Aus Sicht der Autobahnpolizeien hat das aufeinander abgestimmte Konzept erfolgreich gegriffen. Die fünf Polizei-Dienststellen hatten sich darauf verständigt, vier Wochen lang mit Repression und Aufklärung die Autofahrer auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen. So wurden Verstöße nicht nur mit grün-weißen Streifenwagen, sondern auch durch zivile Video-Messwagen, stationären Radaranlagen und Abstandsmessungen aufgedeckt. Während der Aufklärungsphasen ging die Polizei aktiv auf Autofahrer zu, um über die speziellen Gefahren auf der Autobahn aufzuklären.
Ein Wehmutstropfen bleibt jedoch: Auch die intensive Überwachung hat nicht verhindern können, dass die Anzahl der Unfälle mit Verletzten leicht zugenommen hat. Im Jahr 2005 wurden 53 und damit sieben Menschen mehr als im Vorjahr verletzt.
Zu schnell, zu dicht, zu leichtsinnig: 8712 Mal Geschwindigkeitsüberschreitungen stellten die Polizisten fest, dazu 2551 Abstandsunterschreitungen, 300 Mal fehlte der Sicherheitsgurt. 137 Fahrer mussten sich einem Alkotest unterziehen, elf Personen mussten Blutproben abgeben, elf Führerscheine wurden daraufhin sichergestellt.
Bei den Kontrollen des Güter- und Personenverkehrs (Busse und Lastwagen) hat die Polizei insgesamt 347 Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten festgestellt. In 171 Fällen untersagte sie daraufhin die Fahrt.
140 Verstöße registrierte sie beim Transport gefährlicher Güter. 160 ausländische Fahrzeugführer mussten Sicherheitsleistungen abliefern.
Besonders herausragende Vorkommnisse:
Die Autobahnpolizei Münster hatte Kontakt mit einem promovierten Porschefahrer. Dieser wollte den Beamten der Autobahnpolizei wohl offensichtlich zeigen, dass sein Porsche Boxster auf der Autobahn 1 zwischen dem Autobahnkreuz Münster-Süd und dem Verkehrskreuz Münster-Nord statt der dort erlaubten 100 Stundenkilometer es auf 200 Stundenkilometer schafft. Zur Erinnerung für den Fahrer nahmen die Beamten das Schauspiel gleich auf Video im speziell ausgestatteten Zivilfahrzeug auf. Der Porsche-Fahrer war sichtlich überrascht, dass ein anderes Fahrzeug, nämlich die Polizei, mithalten konnte.
Für den Fahrer eines über 170 Tonnen schweren Transporters war die Fahrt schnell vorbei: Er musste infolge erheblicher Achslastüberschreitung seinen Lkw am Rastplatz Lichtendorf bei Hagen stehen lassen. Es gestaltete sich schwierig, ein geeignetes stabiles Ersatzfahrzeug zu beschaffen.
Bei der Kontrolle eines Kleintransporters im Bereich der Autobahnpolizei Osnabrück wurde im Laderaum des Fahrzeuges ein Sofa vorgefunden. Das Sofa war aber nicht für ein Wohnzimmer gedacht. Denn in den Polstern befand sich kein Schaumstoff, sondern mehrere Kilogramm Betäubungsmittel.
23.02.2005

