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Schärfere Kontrollen grenzüberschreitender Abfalltransporte - Bezirksregierung Münster beteiligt sich an internationalem Projekt
Münster. Seine letzte Reise führt so manch einen Kühlschrank auch über deutsche Autobahnen. Ziel: Nigeria. Ob ihn dort jedoch eine sachgemäße Entsorgung erwartet, ist fraglich. Immer häufiger wird Abfall illegal entsorgt, über Grenzen und Kontinente hinweg. Die Bezirksregierung Münster beteiligt sich jetzt an den verschärften Kontrollen, auf die sich zehn europäische Länder in Berlin verständigt haben. Die Abfallexperten setzten jeweils eine Woche im April und September 2005 sowie im März 2006 für die länderübergreifenden Kontrollen an. In diesen Zeiträumen sollen sowohl Betriebe und Transporte als auch Entsorgungsanlagen genauestens unter die Lupe genommen werden, um die Wege des Abfalls von den Restmüllcontainern bis zur Entsorgung in der Verbrennungsanlage nachvollziehen zu können.
Jost Brintrup vom Dezernat für Abfallwirtschaft und Bodenschutz der Bezirksregierung Münster sieht dringenden Handlungsbedarf im Bereich der Abfallüberwachung: "Kontrollen haben gezeigt, dass die Gesetze und Regeln grenzüberschreitender Abfalltransporte bewusst umgangen werden und Abfälle illegal im Ausland entsorgt werden. Dies kann im Einzelfall zu erheblichen Umweltbelastungen und Gesundheitsschäden führen." Um die Überwachungen planmäßig organisieren zu können, setzen die Abfallbehörden der Länder verstärkt auf die Kooperation mit Behörden wie der Polizei oder dem Zoll. Erste Auswertungen der Kontrollaktionen sollen bereits im Frühjahr 2006 vorliegen. Die Ergebnisse werden sowohl den nationalen Behörden als auch der Europäischen Kommission vorgelegt, die gegebenenfalls die gesetzlichen Regelungen zu Abfalltransporten auf europäischer Ebene festlegt.
14.03.2005

