Sie sind hier:
Gürteltier Gordan zeigt wie es geht
Gürtel-tierisch gut: NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf (l.) mit Gürteltier "Wilma", Victoria (7) Reinhold Evels vom Allwetterzoo starteten heute (5. September) die Polizei-Aktion "Gordans Gurt rettet Kinderleben" in Münster.
Gürteltier Gordan zeigt wie es geht: Der richtige Klick rettet Leben Innenminister Wolf startet Pilotprojekt der Polizei im Regierungsbezirk Münster
Gemeinsame Pressemitteilung des Innenministeriums NRW und der Bezirksregierung Münster:
"Setzen Sie das Leben Ihrer Kinder nicht aufs Spiel – schon gar nicht aus reiner Bequemlichkeit!" Mit diesem Appell an alle Eltern startete NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf heute (05.09.) im Allwetterzoo Münster das Pilotprojekt der Polizei "Geschnallt?! - Gordans Gurt rettet Kinderleben." Drei Wochen lang klären Polizisten im Regierungsbezirk Münster Eltern und Kinder auf, kontrollieren sie und ahnden Verstöße mit Bußgeldern. Richtig im Auto gesicherte Kinder werden mit dem Gummi-Gürteltier „Gordan“ belohnt. "Die Kinder können es an ihrem Sicherheitsgurt am Kindersitz befestigen und werden so immer an den lebenswichtigen "Klick" erinnert, so der Minister. 42.000 dieser lustigen Tiere wird die Polizei während der Kontrollen vom 12. bis zum 27. September an die Kinder verteilen.
Wolf: "Das Risiko schwerer und tödlicher Verletzungen ist bei Kindern, die falsch gesichert im Auto mitfahren, sieben Mal höher. Dabei ist der Gurt die beste Lebensversicherung. Nur wer seine Kinder im Auto richtig sichert, bewahrt sie bei einem Unfall vor schwersten Verletzungen - oder sogar dem Tod. 83 Prozent aller gut angeschnallten Kinder bleiben bei einem Unfall unverletzt." Im Jahr 2004 starben nach Angaben des Innenministers auf nordrhein-westfälischen Straßen dreizehn Kinder als Mitfahrer im Pkw, weil ihre Eltern sie nicht oder ungenügend gesichert hatten. "Bundesweit entspricht die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Kinder der durchschnittlichen Schülerzahl von fünf bis sechs Grundschulklassen“, sagte Wolf. "Auch bei kurzen Fahrten innerorts, beispielsweise auf dem Weg zur Schule oder zum Sport, sollten Eltern immer darauf achten, dass die Kinder ausnahmslos den Kindersitz benutzen und richtig angeschnallt sind", mahnte der Innenminister. Wolf weiter: "Eltern, die ihre Kinder nicht oder falsch sichern, müssen mit empfindlichen Strafen rechnen: 40 Euro und ein Punkt in Flensburg sind die Regel."
Allein im Regierungsbezirk Münster wurden im Jahr 2004 1465 Kinder verletzt, fünf starben. 391 von ihnen waren als passive Mitfahrer im Auto unterwegs - und die meisten waren ungenügend angeschnallt. Regierungspräsident Dr. Twenhöven unterstrich: "Wir nehmen die hohen Unfallzahlen in unserem Bezirk, die offenbar hauptsächlich durch Fahrlässigkeit von Eltern verursacht werden, nicht länger hin. Wenn Eltern nicht von allein auf die Sicherheit ihrer Kinder achten, dann müssen wir es ihnen beibringen." Im Regierungsbezirk Münster setzte die Polizei dabei auf das bewährte Konzept "Belohnen und Bestrafen", so Twenhöven.
Eine Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen im Jahr 2004 habe ergeben, so Twenhöven, dass Kinder ab sechs Jahren deutlich schlechter gesichert waren als im Vorjahr. So saßen nur 46 Prozent (2003: 53 Prozent) aller Kinder in einem altersgerechten Rückhaltesystem. 48 Prozent der Kinder (2003: 39 Prozent) waren mit den Gurten für Erwachsene - und damit völlig ungenügend - gesichert.
Die beiden echten Gürteltiere "Wilma" und "Fred" des Allwetterzoos haben die "Patenschaft" über die Aktion der Polizei, die vom deutschen Verkehrssicherheitsrat, dem Bundesverband der Betriebskrankenkassen und seinem Regionalverband NRW unterstützt wird. Innenminister Wolf appellierte: "Kinder, verlasst Euch nicht nur auf eure Eltern. Macht es wie Wilma, Fred und Gordan: Denkt selbst an den lebenswichtigen Gurt!"
Zu locker, zu lose, falsch gegurtet
Die häufigsten Fehler bei der Verwendung des Kindersitzes
Münster. "Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, die kleiner als 150 Zentimeter sind, dürfen in Kraftfahrzeugen auf Sitzen, für die Sicherheitsgurte vorgeschrieben sind, nur mitgenommen werden, wenn Rückhalteeinrichtungen für Kinder benutzt werden, die amtlich genehmigt und für das Kind geeignet sind."
So steht es in der Straßenverkehrsordnung. Doch was im Gesetzestext so eindeutig klingt, ist in der Praxis offenbar schwierig. Die beiden Verkehrssicherheitsberater Klaus Sieker und Thomas Wellers vom Polizeipräsidium Münster haben die häufigsten Fehler bei der Verwendung von Kindersitzen zusammengestellt:
Der Sitz wird zu locker befestigt, der Fahrzeuggurt verläuft nicht durch die Führungen, der Beifahrersitz wird nicht weit genug zurückgestellt, wenn auf ihm ein Kindersitz befestigt ist (Airbag!), die Gurte des Kindersitzes sind nicht straff angezogen, das Gurtschloss befindet sich zu hoch am Körper des Kindes, der Schultergurt liegt unter dem Arm, der Beckengurt verläuft über dem Bauch. Zu guter Letzt: Die Bedienungsanleitung wird von vielen Eltern schlicht ignoriert.
Wenn Eltern auf diese Punkte achten, dann steht einer sicheren Fahrt aller Insassen im Pkw nichts mehr entgegen.
Weitere Informationen im Internet unter:
www.bezirksregierung-muenster.de,
www.gordan-online.de,
www.dvr.de,
www.sicher-im-auto.com.
05.09.2005

